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Reguly Antal levele egy hölgynek (keltezés nélkül)
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MTA_KIK_Kt_Ms_4754_117_1
Gnädigste Frau!
Lassen Sie mich Sie zum Zeugen meiner Gedanken machen. Es war heute sehr schön, wahre Sommerluft wehte und der Gedanke des ausgehens wandelte mich einige male an. Doch dachte ich mir „gehe ich aus, so muss ich, nachdem ich nicht weit gehen kann, besuche machen und was erwartet mich da? kleinliches Thun u. kleinliche sorgen des Lebens, eine zersplitterung u. versenktheit im unbewussten Treiben der Welt. Das giebt keine Erquickung. Ein Sinn der in seiner Gehobenheit das Licht einer bei sich seyenden bewussten Seele durchleuchten liesse, den werd ich nicht finden”. Und die Lust hat geschwiegen, ich blieb u. es ist nun abend. Dies war nun eine Stimmung der sich blos selbstbewussten Seele (des gefühles), der nur ihr eigenes Verhalten zu andern Dingen, nicht aber das Seyn u. die wirklichkeit derselben an sich selbst klar u. beurtheilbar werden kann. Sie hatte somit das Recht gehalt sich so zu äussern nachdem sie von Gehalten erfüllt war, deren verwandtes sie zu finden nicht gehofft hat. Was muss aber der geist, dem MTA_KIK_Kt_Ms_4754_117_2 eben die Erkenntniss jener wirklichkeit wie sie an sich selbst sind aufgabe u. Bestimmung ist, sagen, wenn er sich nicht verläugnen will. so lange sie sich selbst ruhend u. bethätigend ist nachdem sie ihre Berechtigung in der Natur des gefühles hat so wird er sie nicht war gelten lassen sondern sich auch selbst geniessend mit ihr verbinden; wie sie aber übergreift was den Stimmungen sehr eigenthümlich zu seyn pflegt u. anderes negirt, da wird er als wiedersacher dastehen, um unrechtes auch im gedanken nicht zu zulassen. Für eine Stimmung für einen momentanen gehalt des gefühles konnten somit jene worte angehen, aber nicht für einen ausspruch des geistes, der nur wirkliche wahrheit in sich tragen kann. wie oft wiederholt sich in uns dieser Gegensatz zuweilen auch nur an einem Tage; und wenn wir heftiger Natur sind wie oft thun wir uns unrecht, weil wir von unserem gefühle verlangen, dass es anders wirke, als wie es seine Natur ihm bestimmt hat. Wenn wir mit Ruhe überlegen, so gehen MTA_KIK_Kt_Ms_4754_117_3 wir besser; wir unterscheiden, werden dadurch nachsichtiger gegen uns u. gelangen doch besser zum Ziele. Wir trennen was des gefühles und des geistes ist, und verlangen nicht von dem Momente sondern nur von der Zeit, dass sie den Sieg unserem Geiste verschafft. Und wir werden erlangen dass das gute gefühl, wie uberhaupt alles wenn auch mächtige aber am Licht beschränkte, sich immer leichter der Herrschaft desselben fügen wird.
An die höhere od. niedere Natur u. Energie des Geistes schliessen sich aber hier auch noch weitere Entwickelungen von gedanken an. Auf niedrigerer Stufe wird er blos die jedesmal einzelne Stimmung u. ihren Einfluss vor sich haben, und mit dem pflichtgefühl unrechtes auch im gedanken nicht zu handeln sie bekämpfen. Es wird oft schwer siegen. In höherer Stufe wird ihm in jedem einzelnen falle auch die Macht der Stimmungen im allgemeinen vor augen treten, sein denken wird ihn an der Mangelhaftigkeit unserer Natur verweilen Machen, u nicht oft wird er mit dem Schwun|ge einer gewissen MTA_KIK_Kt_Ms_4754_117_4 wehmuth Herr in sich, bevor er es noch gewahrte. In höchster stufe endlich wird mit dem verweilen der gedanken auch eine sehnsucht nach Erkanntniss jener wunderliches gesetze nach welchen solche stimmungen in nothwendiger natürlichkeit in uns entstehen müssen verbunden seyn. Sie werden mir zugeben Gna. Frau dass ein gesundes Forschen solcher gesetze, wie sie einzeln bei jedem menschen sich bethätigen seiner individualität entsprechend keinesfalls ausserhalbe, sondern gerade recht in die mitte aller aufgaben der Menschen fallt, u. dass sie gewiss am richtigsten zu der Höhe der bewussten Seele führe, wo jede ihrer Provinzen, gefühl- u. geisteswelt in möglichst geordneter und nur fördernder weise neben einander bestehen.