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  • Reguly Antal levele egy hölgynek (Pest, 1857. április 8.)

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    a)

    Pesth d. 8 April 57.

    Gnädigste Frau!

    Lassen Sie mich Sie zum Zeugen meiner Gedanken machen. Es war heute ein schöner Tag wahre Sommerluft u. der gedanke des ausgehens wandelte mich einige mal an. Doch dachte ich mir „weit kann ich nicht gehen, ich muss also Besuche machen u. was erwartet mich da? Kleinliche Sorgen des Lebens, eine Zersplitterung u. versenktheit in dem unbewussten Thun der Welt. Keinen Sinn aus welchem in seiner gehobenheit das Licht einer bei sich seyenden gesammelten Seele durchleuchtenden würde, werde ich finden.” Und die anregung hat geschwiegen, ich blieb und nun ist es Nacht. Dies war nun eine Stimmung des Gefühles, welchem nur ihr eigenes Verhalten zu anderen Dingen, nicht aber das seyn u. die wirklichkeit dieser an sich selbst, was die aufgabe des geistes ist, bewusst und beurtheilbar werden kann. Es hat somit das volle Recht gehabt, den für den moment in ihr liegenden gehalt zur kunde der Geistes zu bringen. Was sollte aber dieser dazu sagen? Er hat eingesehen dass von dem gegenwärtigen Standpunkte des gefühles aus wohl eine Wahrheit MTA_KIK_Kt_Ms_4754_106_2 Er hat die äusserung als eine Thatsache, welche den gegenwärtigen stand des gefühles zu ihm dringenden bezeichne als eine solche hingenommen, ohne in versuchung gezogen zu seyn, dies auch für eine äussere wahrheit, für eine wahrheit der Dinge selbst anzunehmen und lies die sache auf sich beruhen. Es kam also zu keinen Gegensatze zwischen Gefühl u. geist: wie oft aber ist dies der fall in unserem Leben, wie oft zuweilen selbst an einem Tage, wenn wir nicht von in sich selbst ruhenden, sondern von übergreifen u. anderes negierenden stimmungen bewegt werden. Und wo der geist zu gleicher Heftigkeit mit dem gefühle hingerissen in seiner vergessenheit von diesem verlangt, „es solle nicht so handeln, wie es handelt” was so viel heisst, das gefühl solle nicht entsprechend ihren innern Bedingungen, denen sie mit nothwendiger Natürlichkeit folge leisten muss handeln, sondern anders. Wo doch dies nicht durch das gefühl selbst als einem unbewussten, sondern nur durch die Einwirkungen des geistes selbst, als eines bewussten erfolgen alleine kann. Es liegt, glaube ich, in dieser anschauung sehr viel gutes: schonung gegen das wohl unbewusst. aber dennoch alle edlere werthe der Seele in sich bergenMTA_KIK_Kt_Ms_4754_106_3de Gefühl, und strenge gegen den bewussten aber dennoch nur zu oft sich vergessenden geist. Wenn wir die wahrheit dieser Anschauung tiefer in uns eingeprägt u. im stande sind das Bewusstseyn dieses gegensätzlichen Verhältnisses immer klar in unserer Seele gegenwartig zu halten, so wird uns gewiss das werk der Selbstbeherschung viel leichter werden.

    Es schliessen sich aber an diese Anschauung der niederen od. höheren Natur u. Energie des geistes entsprechend auch noch weitere Entwickelungen von gedanken an. Auf niederer stufe wird er jedesmal nur die einzelne Stimmung vor sich haben u. mit dem pflichtgefühle unrechtes in uns, selbst in gedanken nicht zu dulden. sie bekämpfen, er wird oft schwer siegen. In höherer stufe wird ihm in jedem einzelnen Falle auch die macht der stimmungen in allgemeinen vor augen treten, sein Denken an den Unvollkommenheiten unserer Natur verweilen machen und nicht oft wird es mit dem schwunge einer gewissen wehmuth zur Herrschaft über dieselben mit Leichtigkeit hinschwingen. In hochster stufe endlich MTA_KIK_Kt_Ms_4754_106_4

    Wenn es auch nur Phantasien waren gn. Frau, dem wohl kann ihr Unterbleiben möglicher als ihre ausführung seyn, nämlich dass ich Ihnen gesprochen habe von einem Natur leben welches ich einst in den gebirgen des Altai, od. auf einer der Freundschaft inseln führe werde, ein in sich versenkt seyn durch jene gegenden, ob ursprünglichen Lebens so schwebte mir vorzüglich jene Höhe des an sich seyns, des sich selbst geniessen der Seele vor, zu welchem meine früheren Reisen u. auch meine spätern Schicksale mir schon manche Anregung gegeben haben. Gott weis es alleine wie sich zu Zukunft eines jeden zu gestalten habe, aber wenn mein leben in solcher weise fortgeht.