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  • Reguly Antal levele egy kisasszonynak (Pest, 1854. december 13.)

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    Pesth den 13 Dec. 1854.

    Gnädiges Fräulein!

    Die ärtze sagen: unserer Zustände sollen wir vergessen. Ihre Verfolgung macht Einbildungs krank. Sie unterscheiden nicht und haben theils die eigene theils anderer schwäche vor augen. In Zuständen gestörter Gleichgewichte giebt es keine berufenere Ärzte als uns selbst. Nur Richtung u. Ziel sollen wir kennen. Es giebt wohl viele zu befangene od. geistig zu angegriffene od. zu wenig geübte die ausnahmen bilden; zu diesen gehören Sie aber nicht. Sie lebten insoferne nach oben gesagter Diät, als Sie sich nicht zu muthen trauten, ihres Übels Erkenner u. Helfer zu werden. Es kommt hier nicht auf die Erkenntniss der Krankheits Atome: nur auf die bilancen der hauptlebenshälften an. diese aber liegen in unserem Gefühle. Ein zu rechte Rücken der Gleichgewichts merkt sich unmittelbar; thut wohl. Daran müssen wir uns halten. Das Gefühl hat die wage u. unsere Erfahrung sagt: was schwerende was leichtende Gewichte sind. Der geist muss beobachten die Erfahrungen sammeln. Er geht aber ||statt dem|| in die Welt. Natürlich. Er hat die Überzeugung nur ein arzt könne helfen. Er thut also vernünftig ein Buch zu nehmen od. andere Erholung zu suchen. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_100_2 Die Handlung folgt der Einsicht. Das habe ich gemeint.

    Die Trennung Ihres Gefühles und Geistes ist zu gross darum können Sie in die Gewöhnlichkeit nicht zurück. Durch innere u. äussere Erfahrungen sind sie geändert. Ihr Denken ist reicher u. klaren. Die Werthe des Lebens vielfälhtig geändert theils gesunken u. theils gehoben. Sie können durch Es kenntniss ihrer sich wiegenden Gehalte zur Ruhe kommen. Sie können auch ohne dieser im dunkeln sinnenden Gefühle es werden. Was aber in ihrem Hertzen Sie ergreifendes empfunden; in Rom od. sonst in Welt erhendnes sie gesehen dessen wirkungen können Sie aus Ihrer Seele nicht streichen. Ob sehend in Erkenntniss od. ahnend im Gefühle sie leben der Standpunkt von heute kann nicht mehr jener des einstens seyn. Nach Einfachheit höherer Seelen Gehalte aber nicht nach der Einfalt eines Gewöhnlich Lebens des Gefühles kann Ihre Richtung gehen. Das habe ich gemeint. vorausgesetzt, als wollten Sie dies solches nicht habe ich nicht: Nur dass sie dennoch im wesen und Entschluss nicht klarheit genug entfalten sind. Sie lassen sich tragen von den Tagen und wollen mit Ergebung annehmen was sie bringen. Das ist zu passiv um glücklich zu seyn Die Tage können wir nicht machen, aber ja ihre gehalte theilweise bemessen. Dann. sind wir auch schaffer uns glück

    Ich wollte neulich nur Ihre Aufmerksamkeit gegenüber der einschläfernden Einflüsse der Welt MTA_KIK_Kt_Ms_4754_100_3 wecken. Ihr Geist hat vieles erfahren: so ihr Gemüth u. Hertz. Wollen Sie diese mit ihren Gehalten zu einer gantzen beglückenden Einheit vereinen, so vollständig wie ihre einstig so können sie dies. Die Gehalte werden Einheit war gegenseitig mit weile ausgetauscht und von beiden Geist u. Hertz in ihre Tiefen als bleibende quelle des Lebens gezogen. Es wird eine Einheit seyn: doch nimmt mehr die unentwickelte u. darum gewöhnliche des einstens. Es steht Ihnen bevor dieses Werk. Gn. Fräul. der Vereinbarung Ihre energievolle klare Natur wird in diesem Falle jede Halbheit von sich weisen. Was im Gange Ihrer Entwickelung liegt, werden sie gantz sich nehmen. Das machen Sie sich. Das ist der gantze Gehalt meiner Klar, und handeln sie je eher. neulichen worte. Die gewöhnlichen Lebenszwecke sind damit nicht ausgeschlossen. Die Weisheit des Herzens ziehrt den häuslichen Herd. Die Gesammeltheit u. Klarheit des Geistes die ordnungschafft bewahrt überall den höhern ursprung. Die Feinheit der Empfindung, der höhere Sinn des Schönen verleiht gleichmassig Glantz jeder Stellung wo hin der Beruf uns gesetzt. Und das meine ich nur. Festhalten unnachgiebig das gewonnene, das wesen und die Richtung desselben erkennen und nur auf Grundlagen desselben weiteres geschehen lassen, und nebstbei mit Kraft alles störende bei seite zu setzen. Was ist unsere Bestimmung? MTA_KIK_Kt_Ms_4754_100_4 von äusserer abgesehen. – Jeden Moment in uns mit allem Vorrathe des Bewusstseyns u. sittlicher Befriedigung zu geniessen. Da aber jeder vorgehende, dieser des nächsten Urheber ist so blüht u. fruchtet in diesen, was in jenen gekeimt. Das ist die unverrückbare zwingende ordnung des guten. Mit Strenge u. Ausdauer thun in jedem Momente was höherer Beruf u. Einsicht gebietet: Und das Leben wogt fort in erhebendem Schwunge u. Laute.