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  • Reguly Antal levele egy grófnőnek (Pest, 1854. december 6.)

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    Pesth den 6 Dec. 1854.

    Gnädige Gräfin!

    Ich habe die freundlichen lieben Zeilen der Grossmutter erhalten und sie mit dankbarem Gefühle gelesen. Es ist so grosse Befriedigung in uns, wenn von  hingezogenen Zeiten des Lebens gewonnene früchte aus freundlich begrüssen. Ihre worte so voll der wärme u. Güte haben die Überzeugung mir gegeben, dass die Beziehung von Marienbad auch über dem Bereiche dieses lieblichen Ortes Geltend bleiben wird. Es ist für solche Fälle weniger die Sprache das Organ durch welches wir so öffnen, es muss wiederklingen in anderen weisen.

    Ich lebe sehr glücklich. Ich habe der macht des gewöhnlichen Lebens nicht gestattet auf irgend ungewünschte weise an mich zu dringen. Der Lauf der beglückenden Wecksel bewegung, wie es in Marienbad begonnen geht ungestört fort. Ich habe nur übersiedelt aber in mir ist alles dasselbe geblieben. Ich habe unsere Stadt noch kaum gesehen, aber nur die Bilder von Marienbad MTA_KIK_Kt_Ms_4754_99_2 umgeben mich noch immer. Ich habe kaum eintzelne freunde noch öfters gesprochen aber die Erinnerungen u. Gestalten des badeortes kommen u. gehen in meinem Gefühle.

    Nach einer sehr angestrengten amtlichen Thätigkeit die mich 5–6 stunden fast täglich in dem kalten grossen Saale unserer Bibliothek gehalten bin ich endlich zur Ruhe gekommen. ich bereite mich nun einem friedlicheren gelasseneren Geleise der Thätigkeiten mich hinzugeben. Der frl. Stackelberg habe ich geschrieben und auch Nachricht von ihr erhalten. Von der b. Hahn, die in Dresden noch nicht angekommen fehlt mir noch Antwort. Der Gr. Schulenburg werde ich nächster Tage schreiben sobald in den Melonen Saamen, den ich ausser der Stadt abholen muss erhalten habe. Von Wolff dem Mann der Waffe kein Laut u. kein Licht. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_99_3

    Meine Gesundheit hat viel gewonnen u. lasst noch manches erwarten. Arbeiten werde ich für mich aber nicht für die Welt. Ich bin nicht ihr mensch und kann nicht ängstlich mit Selbstvergessung ihr dienen. Nach grösseren Accorden müssen wir stimmen um sie und auch uns, beide, in diese zu schliessen.

    Nach dem oben gesagten werden Gräfenschen welchen Theil in meinem häuslichen Kreise Sie haben. Es giebt wunderlich nur unsichtbare Gestalten w. Gaste; aber sie müssen umso mehr zu Hause bei mir sich finden je mehr ich in ihrer Gesellschaft befriedigt u. glücklich mich fühle. Ich gehe die Woche kaum einmal aus. Benötige keine Bewegung nachdem ich erschöpft und ermüdet aus den kalten Räumen unseres Saales komme. Wenn es frostig u. trübe draussen dann denke ich gerne an die vormittags stunden, wo ich mit wärmenden Rauche der cigarre den Berg von der Waldmühle zum Jäger hause schritt. Ist es freundlich dann sehe ich lachend das Wiesen Thal zur Ferdinands Mühle.