Keresés

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  • Reguly Antal levele Ernst Kuniknak (keltezés nélkül)

  • MTA_KIK_Kt_Ms_4754_96_1

    Mein lieber Freund! Habt Dank für diese freundliche Erinnerung, die wenn vor längerer Zeit schon habe ich durch einen Brief der Frau v Schlifner an Frau Balogh einen Gruss von Euch erhalten, und neuerdings wieder durch ein zweites Schreiben an Frau v Bártfay. habt Dank für diese Erinnerungfür dieses zeugnis einer edler denkungsart ich dachte nicht einmal schon, ihr habt längst den stämpel der undankbarkeit auf mein Andenken gedrückt. Mein schweigen war eine nothwendige folge meines leidenden Zustandes von dem ich mich nur seit mitte dieses sommer zu erholen beginne. Mein Zustand Vor längerer zeit schon habe ich frau Balogh Dank Euch, dass Ihr nach so langem schweigen von meiner seite, mich doch noch eines Grusses für werth haltet. Dank an Frau v Schleicher die den freundlichen Vermittler machte, und mir diese, meinen Herzen es wohlthuenden Grüsse zu kommen liess.

    Als ich neulich bei Mr. Balogh ihr schreiben gesehen und gelesen hatte, kehrte ich sogleich mit der Absicht in meine Wohnung zurück, um Dir einige Zeilen zu schreiben; aber! – ich bin noch immer krank, mein Geist ist immer noch schwach! meinen Gedanken und meinen namentlich bei gewissen Erinnerungen – mich überwältigenden Gefühlen, war ich nicht im stande auch nur auf solange Herr zu werden, bis ich ihnen das Kleid der Geistes angelegt hätte. – Bei Erinnerung sagte ich was soll ich es leugnen Freund! – Die Eindrücke gewisser Briefe, die ich in Beresov so unerwartet erhalten und die Schlag ähnlich meine Seele trafen, leben noch immer in ihr, und die Länge der Zeit konnte sie noch immer nicht ans ihr verwischen. Darum habe ich schweigen, darum musste ich zu vergessen suchen MTA_KIK_Kt_Ms_4754_96_2 da die Erinnerung an Euch und an Russland, so lieb und theuer sie meinem Geiste ist, so schmertzend meinem Gefühle geblieben ist. Ja! in solche wiedersprüche sind wir zuweilen versetzt. Ich kann es mit voller überzeugung sagen, dass Ihr Freunde, die mir Eure warme Theilnahme geschenkt habt, kein dankbareres und anerkennenderes Herz für eure Wohlthaten finden könnt als in mir lebt, und doch gebietet mir ein anderes Gefühl desselben Herzens, Euch zu meiden und zu vergessen. da Ihr mich immer an den ort und diejenige Zeit  erinnert welche die Kraft Meines Lebens brechen sah. (mein Freund: ich bin offen, meine gedanken sind nackt. Ein Nebengrund meines schweigens mag vielleicht auch der, gewesen seyn dass ich Dir so nicht schreiben wollte, weil ich schwächen zeige, die aufzudecken, eben nicht angenehm ist. da ich aber leider so weit noch nicht genesen bin, dass ich sie aus mir bannen könnten, so gebe ich sie Dir denn wie sie in mir leben, denn zwang geht über  meine Kräften.)

    Doch werdest du mich nicht missverstehen. Nicht die Erinnerung an Eure person oder an Eure handlungen sind mir schmertzlich nur