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  • Reguly Antal levele Christian Frähn részére (Nyizsnyij Novgorod, 1845. augusztus 28.)

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    Euer Excellentz!

    Von meiner Mordwinischen excursion kam ich den 2en dieses Monaths wieder zurück nach Nishni. Eine woche nach meiner rückkehr nachdem ich mich hier auf der Stadtpost etlichemal vergeblich nach briefen erkundigt hatte, empfieng ich endlich den 9en dieses monats auf der Jahrmarktspost vier briefe: einen von Herrn von Baer, zwei von Kunig und einen aus Kasan von Profess. Vater.

    Dass ich nun bei dem empfang dieser briefe unterlassen habe sogleich Euer Excellentz zu schreiben, das mögen sie gnädigst entschuldigen aus jenem grunde, dass ich auf die unerwarteten nachrichten die mir in diesen briefen mitgetheilt wurden, bei der steten laune und veränderlichkeit meines gesundheitszustandes, gerade zu nicht im stande war, irgend einen entschluss zu fassen. in folge der aufforderung: je länger in den wolgischen gegenden zu verweilen und die hier sich vorfindenden sprachlichen stoffe je vollständiger zu sammeln; – sollte ich nothwendig wieder nach Kasan zurückkehren, um da mich mit den zurückgelassenen Tschuwaschen noch zu beschäftigen. für die möglichkeit dieser unternehmung regt sich aber erst nun einige hoffnung in mir, nachdem ich während dieser letzten zeiten gestrebt habe meine kräfte wieder zu sammeln und zu stärken. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_89_2

    Meine reise unter den Mordvinen war mit vielen beschwerden und unannehmlichkeiten verbunden; ich kam eben zur allgemeinen arbeitszeit, wo das volk sich überall im freien von seinen wohnungen entfernt aufhielt, und konnte daher sehr schwer leute zu meinen diensten und pferde zu meiner beförderung bekommen, eben so ging auch die fahrt, mit schlechten pferden und auf schlechten wegen, überall sehr langsam. Auch war ich gezwungen, indem die Ersen eine sehr unreine, mit russischem vielgemischte sprache sprechen, nach dem Mokscha flusse zu den Mokscha mordvinen zu reisen, und auf solche weise auch die zwei nördlichen kreise des Pensischen und Tambovschen Gouvernements zu besuchen. ich miethete mir nur da nebst den Ersen welchen ich schon mit mir von Lukojanov führte, noch einen tolmetscher aus den Mokscha, und brachte sie beide hieher nach Nishni, wo ich nun beide dialekte studiere. meine fortschitte hier, waren die erste hälfte dieses monaths sehr rasch, in dem ich mich schon während meiner reise, über die grammatischen formen und eigenthümlichkeiten der ersischen sprache ziemlich orientirt hatte. die zweite hälfte dieses monaths war aber eine volle unterbrechung und ich möchte sie ferien nennen, in dem ich seit zwei wochen fast gar nicht mich beschäftigte. – Wann ich meine arbeiten hier zu ende bringen soll, das weis ich noch nicht zu bestimmen; auf jedem fall werde ich mich aber von hier wieder nach den Kasanischen Gouvernement begeben, und da die Tschuwaschen studieren. und bitte darum Euer Excellentz mir den MTA_KIK_Kt_Ms_4754_89_3 rest des geldes, welches sich noch in meiner Kasse befinden mag zuzuschicken. für den fall, dass die aus Ungarn für den Herbst versprochene Geldsendung schon angekommen ist, bitte ich Euer Excellentz um die Gnade, davon noch 100 rub silber jenem reste zu zusetzen; denn ich zehre hier schon an meinen letzten pfennigen. Hier ist das leben theuer, und indem ich zwei tolmetscher habe, so sind auch mehrere ausgaben doppelt. Auch habe ich aus Kasan hieher nicht viel mitgebracht, in dem ich da gezwungen war zur reise einen Tarantas zu kaufen.

    Die gypsabgüsse mit etlichen andern sachen, habe ich (in 4 kisten) von hier schon lange abgefertigt, und sie müssen diese tage in Petersburg ankommen. ich nahm mir die Freiheit sie an Euer Excellentz zu adressieren.

    Ich hatte gestern das Glück durch Herrn Tschefkin dem Hertzog von Leuchtenberg vorgestellt zu werden. er war so gnädig, lange sich mit mir über meine reisen zu unterhalten, und entliess mich mit den worten: wenn sie nach Petersburg kommen, so hoffe ich das vergnügen zu haben sie bei mir zu sehen.

    Mich in Ihre Gnaden empfehlend bleibe ich mit der ausgezeichnetsten Hochachtung

    Euer Excellentz ergebenster dankbarster Diener

    Reguly

    Nishni Novgorod d. 28 August 1845.