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Reguly Antal levele Karl Baernek (Moszkva, 1843. október 5.)
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Moskau d. 5 Oct. 1843
Hochverehrter Herr Staatsrath!
Seit Sonntag morgen bin ich in Moskau und fahre in einer Stunde mit Herrn Grigorovitsch (Docent an der Universität zu Kasan) weiter nach Kasan. – Ich bin unfähig Herr v Baer, Ihnen auszudrücken wie sehr sich meine Seele Ihnen dankbar und verpflichtet fühlt. Sie haben mir eine unschätzbare Wohlthat damit erwiesen, dass sie mich aus Petersburg entfernt haben; mit jedem Schritt, der mich von dieser Stadt weiter führt, fühle ich mich freier und kräftiger, mein kopf klärt sich auf und ich fühle mich wie ein geblendeter der wieder tageslicht erblickt.
Indem mich die reise hierher gar nicht ermüdet hat MTA_KIK_Kt_Ms_4754_66_2 so wollte ich noch Sonntag Abends weiter reisen, mein Peltzhandel hat mich aber zurückgehalten und das zu meinem Glück, – denn den andern Tag fand sich Herr Grigorovitsch zu meinem Reisegefährten; so wird mich meine Reise bis Kasan kaum über 20 rubel silber kosten, die mir, wäre ich alleine gereist, über 30 rubel gekommen wäre. Die Gelegenheiten sind hier überhaupt theuerer als wir geglaubt haben, die Diligence nach Nischni Novg., die nur dann abgeht, wenn sich drei passagiere gefunden haben, kostet für die person 60 rubel, ausser bagage, und die Malpost die die Woche dreimal (Mittwoch, Donnerstag und Freitag) fahrt, kostet im wagen 18 rubel silber und in Cabriolet 12.
Vor kälte bin ich gut geschützt. Durch die Dienstwilligkeit eines Landsmannes Dr Molnár habe ich einen Bärenpeltz für 50 rubel bekommen, der sehr gut ist, – dazu habe ich MTA_KIK_Kt_Ms_4754_66_3 noch recht warme peltzstiefeln und eine peltzmütze
Sonntag Abends war ich bei Herrn Pogodin er gab mir etliche empfehlungsbriefe nach Nischni Novgorod und Nischni Tagilsk – und Montag früh besuchte ich Herrn Spasski der mir seine Sammlung Tschudischer Alterthümer aus den Sibirischen Gräbern zeigte und mich auch mit einer kleinen hübschen Sammlung davon beschenkte. Ausserdem machte ich noch die Bekanntschaft der Prof. Rouillet. Diese Herrn wundern sich über meine Eile.
Wann werden Sie mich Herr v Baer mit einer Nachricht von Ihnen beglücken? Vielleicht erreicht mich ein Brief in Perm! Haben Sie mit Balugyanszky gesprochen. Ich traue mich über diesen Gegenstand nicht mehr zu sagen MTA_KIK_Kt_Ms_4754_66_4 denn ich weiss, er macht Ihnen mehr sorgen und raubt Ihnen mehr Zeit, als ich verdiene. Sie um Ihre weitere Gewogenheit und unterstützung bittend, bleibe ich mit der grössten Dankbarkeit und Hochachtung
Ihr ergebenster Diener
Reguly
8 Uhr abends.
An Madame Baer bitte ich meinen Handkuss an Schmidts, und Sjögren meine Empfehlung, wie wie auch an Herrn Kunig, dem ich aus Nischni Novg. schreiben werde.
Ich habe das schlechteste Reisewetter welches nur denkbar ist, tag und nacht regnet es – nur gestern früh war etwas klar, und ich benutzte die Zeit und bestieg schon um 7 Uhr morgens den Iwan weliki um mich etwas zu orientieren. Ich bitte sie verlassen Sie mich nicht. –