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  • Reguly Antal levele Karl Baernek (Raifai kolostor, 1845. május 30.)

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    Raifskie pustini d. 30 Mai 1845.

    Hochverehrtesster Herr Staatsrath!

    Ich hatte die vorige woche Ihnen zu schreiben unterlassen, indem ich hoffte mit der folgenden post vielleicht einen brief von Ihnen zu erhalten. indem aber nun der briefboote, den ich nach Kasan schieckte, schon das zweitemal leer zurück kam – so muss ich vermuthen, dass der erwartete brief, denn Sie verehrtesster Herr vielleicht mit den geographischen karten mir geschieckt haben verloren gegangen ist. – der letzte brief den ich von Ihrer geschätzten hand bekam, war vom 18 April datirt.

    Meine tscheremissischen arbeiten werde ich nun bald endigen. – hinsicht meiner folgenden unternehmungen schwebe ich aber in zweifel; denn meine gesundheit ist wieder schlimm. ich leide wieder an durchfall, der | mich zuweilen so schwächt. dass er mir nicht nur die kraft zum arbeiten nimmt, sondern zuweilen, wie – alles leben in mir aus zu löschen scheint. besonders fühlbar ist mir dabei noch das MTA_KIK_Kt_Ms_4754_83_2 dass ich meine haare bei dieser schwähe (bei der ich mich noch geistig anstrengen muss) sehr verliere; und zwar in letzter zeit so sehr –  dass ich befürchte, soll es nicht bald aufhören, von ihnen entblösst zu werden.

    ich muss daher dem umfange meines vorletzt Ihnen mitgetheilten planes wohl entsagen, die tschuwaschen nicht berühren, und nur mit den mordvinen vielleicht mich beschäftigen. Ich werde daher von hier nach Nizsni Novgorod reisen, und von da zu den Mordvinen; soll ich mich etwas besser und kräftiger fühlen, so werde ich versuchen. mich mit ihnen wenigstens ein monat zu beschäftigen; – wenn nicht – so reise – vorbei ihnen – nach Kiev und von da nach hause. – Petersburg hat in diesem zustande der schwäche für mich keinen reitz, ich will es darum nicht sehen, inder hoffnung es ein anderesmahl wieder zu sehen. – besondere geschäfte welche meine anwesenheit da nöthig machen. habe ich da auch nicht – indem die expedierung meiner bücher (die von Gottlund, und die bei Halpert liegen) kann Eggers besorgen – und meine schulden an BaluMTA_KIK_Kt_Ms_4754_83_3gyanski und Halpert werde ich auf solche weise noch leichter bezahlen, indem ich die reise kosten und die des aufenthaltes in Petersburg erspare. – nur der genuss des wiedersehens kann mich dahin rufen, indem es mir theuer ist, wie eine zweite Heimat, diesen will ich aber bei so einem gebrochenen schwindsüchtigen befinden lieber entsagen.

    Für diesem fall also der reise nach hause – bitte ich Sie ergebenst diesen hier beigelegten brief an den Grafen Eszterhazy zu überschiecken in welchem ich ihn um einen passport zur reise nach hause bitte – und diesen dann mir nach Nizsni Novgorod zu adressieren wo ich ihn erwarten werde. – Meine andere bitte ist jene 100 rubel silber welche bei Ihnen aufbewahrt sind, oder wenn es vielleicht möglich ist 500 assig. – mir ebenfalls nach Nizsni Novgorod – post restante – zu überschiecken – um wegen den reisekosten nicht vielleicht in verlegenheit zu kommen – indem ich durch Siebenbürgen, welches mich sehr interessirt, auch in Bessarabien würden mir die dortigen von uns geschiedenen Ungarn interessant seyn – sie wenigstens im vorbeifahren zu sehen – dazu (beginn April) würde ich aber noch 100 rubel vielleicht mehr brauchen. reisen will an die Ungar. Academie habe ich letztens geschrieben, dass ich mir sehr wünschte noch MTA_KIK_Kt_Ms_4754_83_4 diesen sommer nach hause zu kehren, und bat sie zur rückreise auch um etwas geld – für dem fall, dass es schon angekommen wäre könnte damit die schuld an Madam Balugyanski bezahlt werden.

    Ich habe Ihnen letzens vergessen zu schreiben dass Herr Kunig mir von seiner schuld 20 rubel bezahlt hat, und dass diese daher nur 80 rubel ausmacht. Sollte er kein geld haben so möge die schuld noch bleiben.

    Noch eine bitte habe ich, mit der ich aber Sie zu belästigen mich nicht traue, – Kunig wird vielleicht die Freundschaft haben sie zu besorgen. – bei Herrn Halpert blieb ein grüner frack, ein surtout und ein ungarischer baltot, mit etlichen hemden und anderer kleiner wäsche – zurück – (vielleicht sind sie bei dem diener, dem ich die 100 rubel silb. schuldig war – doch glaube ich, dass sie Halpert von ihm genommen hat.) – könnten mir diese sachen mit der post, nach Nizsni Novgorod geschieckt werden, so wäre es mir damit sehr gedient. denn sonst werde ich mir müssen neue kleider machen lassen.

    Sollte sich meine gesundheit sich etwas verbessern denn es regt sich doch immer noch eine hoffnung in mir – so werde ich natürlich bei den Mordvinen länger verweilen.

    Mich in Ihre Gnaden empfehlend, bleibe ich Ihr – ihre wohlthaten tief fühlender, auf immer dankbarster diener

    Reguly MTA_KIK_Kt_Ms_4754_83_5

    imfall Eszterhazi nicht in Petersburg ist so bitte ich. ohne den brief abzugeben, einen pass für mich zu verlangen.

    Meinen alten pass aus Ungarn, nahm man mir noch in Schweden ab, und ich besitze seitdem keinen.

    Ich komme ungefähr bis 17 Juni in Nizsni Novgorod an – wenn bis 20en der pass und vielleicht die kleider nicht ankommen könnten, so würde ich doch sehr bitten, mich wenigstens mit einem brief zu benachrichtigen – ich werde dann meine adresse in der stadt bei dem postdirector zurücklassen, mit der anzeige wohin man diese briefe und packete mir zu den Mordvinen nachschiecken soll.

    An seine Excellentz. die Herrn Frähn und Bolugjanski, wie auch an Herrn Schmidt meien ergebenste, tiefste empfehlung.

    An Ihre Verehrtessten Damen meinen ergebensten Handkuss.