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  • Reguly Antal levele Karl Baernek (Raifai kolostor, 1845. április 2.)

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    Raifskie pustini d. 2 April 1845.

    Hochverehrter Herr Staatsrath!

    Nach dem ich den abend am 22 Märtz bei dem Archirei war – fuhr ich den 23en mit einem empfehlungsschreiben von Ihm nach dem Kloster Raifa (30 werst von Kazan) in welchem sich die tscheremissischen lexikalischen arbeiten, – bei dem archimandriten befanden. er übergab sie mir, und indem sich hier auch ein guter tolmetscher aus einem nahe liegenden tscheremissischem dorfe (10 werst von hier) vorfand; so nahm ich meine wohnung hier im Kloster, indem ich einen ruhigeren, zum arbeiten bequemeren ort, nicht leicht finden könnte. – Ich werde nun hier wohnen bis ich meine Tscheremissischen arbeiten endige. das heisst: ungefähr bis beginn Mai – bis die wege nicht fahrbar werden. – (die briefe an mir, bitte ich immer nur an Professor Kovalevski zu adressiren).

    Indem ich ausser der im J. 1842 herausgekommenen postkarte Russlands, keine andere karte mit mir habe MTA_KIK_Kt_Ms_4754_80_2 und diese für meine jetzigen beschäftigungen sehr nicht hinreicht, so nehme ich mir die Freiheit Sie zu bitten, wenn Sie mir für die Gouvernements Kazan, Wiatka, Nizsegorod, Simbirsk, Penza und Tambov, karten schiecken würden. – Indem Sie gewiss nun sehr beschäftigt sind, so bitte ich Kunig den Kauf zu machen – nur haben Sie die Güte das Geld ihm aus meiner Kasse zugeben.

    Auch würde es mich interessiren, die arbeiten der Herrn Latkin, Kaiserling und Krusenstern über dem nördlichen Ural zu hände zu bekommen.

    Herr Castren ist nun in Kasan, wie ich aus dem briefe des Herrn Staatsrath Fuks, den ich heute bekam, ersehe. so bin ich recht zufrieden, dass ich nicht in Kazan bin, denn ein zusammentreffen mit ihm, wäre da unvermeidlich, und dies wäre mir um so mehr unangenehm, indem ich ihm in Tobolsk mit gantzer hertzlichkeit entgegen kam – und er seinerseits meine freundschaft so in anspruch nahm, dass nach diesem MTA_KIK_Kt_Ms_4754_80_3 nur ein Judas das thun konnte was er. das habe ich übrigens vergessen. – sehr angenehm wäre es mir aber die Syrjänische Grammatik von ihn zu sehen; so wie ich seinen wissenschaftlichen standpunkt kenne, so ist er nicht über dem des Herrn Sjögren – in seinen bisherigen arbeiten konnte man eben so wenig talente entdecken, als in der finnischen arbeiten (oder historischen) des H. Sjögren. – Wie mir Fuks schreibt wird er sich auch mit der Tscheremissischen sprache beischäftigen.

    Dass Sie an unsere Academie nach Pesth geschrieben haben und sie von meiner rückkehr benachrichtigt haben – danke ich Ihnen sehr – Ihre gütige vorsorge zeigt sich immer gleich – Sie haben für mich so viel gethan, wie ein vater nicht mehr thut – und daher war es mir so sehr kränkend – dass  durch diese unglücklichen verwirrungen mit den briefen und anderen umständen – so viele störungen verursacht wurden. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_80_4

    meine Gesundheit, welche sich nach der reise hieher, in folge eines fieber anfalls noch sehr verschlimmert hat – ist seit 2 tagen bedeutend besser – und ich fange mich an zu erholen. die ruhe und stille des Klosters wirkt sehr wohlthätig auf mir.

    Bei meinem Diener, liess ich viele effekte – alle meine bücher und papiere, und mehrere Kleidungs stücker zurück – sind sie noch bei Ihm oder vielleicht bei Herrn Halpert.

    Ich empfehle mich in Ihre Gnaden und verbleibe mit höchster Dankbarkeit

    Ihr ergebenster Diener

    Reguly

    An Ihre Frau Gemahlin meinen Handkuss an die Herrn Frähn und Schmidt meine ergebenste Empfehlung.

    in Petersburg werde ich mich sehr kurtze zeit aufhalten, und kehre zurück nach Ungarn. Ich möchte mich gerne auch mit der Tschuwassischen sprache beschäftigen bevor ich Kasan verlasse – doch weiss ich es nocht nicht, ob es die mitteln erlauben das tschuwassische lexikon soll mir diese tage von seinem verfasser zugeschickt werden.