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  • Reguly Antal levele Karl Baernek (Kazany, 1845. március 23.)

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    Kazan den 23 Märtz. 1845.

    Hochverehrtester Herr Staatsrath!

    Den 19 dieses Monats erreichte ich Kazan. Gestern abends hatte ich die grosse Freude Ihre beiden briefe von 28 Febr. u. 11 Märtz welche gestern bei Herrn Kovalevski abgegeben wurden, zu empfangen.

    Mein Aufenthalt in Kazan wird ungefähr bis mitte Mai dauern gestern des morgens war ich mit einem Empfehlungsschreiben des hiesigen General Gouverneurs – bei dem Archirei er versprach mir alle hülfsmitteln welche sich hier für das studium der Tscheremissischen und Tschuwassischen sprachen vorfinden mitzutheilen, und lud mich auf heute 6 Uhr nachmittag zu sich, um mir sie zu übergeben, und mich mit den kundigen Priestern dieser sprachen welche er auch zu sich rufen mir versprach, bekannt zu machen. – bis mitte oder ende Mai hoffe ich mit dem umschreiben u. der übersetzung der wörter ins deutsche fertig zu werden, und somit fahre ich denn weiter, denn in ein umständlicheres studium dieser sprachen mich einzulassen, bevor ich meine wogulischen arbeiten fertig u. gedrukt habe, geht mir nicht leicht an, aus mehreren gründen.

    Jene hoffnungen übrigens welche ich Ihnen bei meiner vorigen anwesenheit hier in Kazan, über die möglichkeit der schnellen entwickelung des Finnicismus aussprach – scheinen der wirklichkeit ziemlich nahe zu sein, denn die hiesigen vorarbeiten für das Tscheremissische u. Tschuwassische sind bedeutend MTA_KIK_Kt_Ms_4754_79_2 für das permäkische besitze ich auch eine wortsammlung von 3000 worten, für die wotjakische sprache habe ich auch eine kleine sammlung nebst Grammatik, so dass nur die Mordvinische sprache noch lexikalisch im dunkel ist.

    für dem aufenthalt hier bitte ich Sie, wenn Sie mir von jenem gelde, welches mir Ihre gütige vorsorge aufbewahrt hat eine hülfe zuschicken würden – das leben ist hier theuer – vier hundert rubel assig. würden mir vielleiht nothwendig seyn, in dem einen vorrath an geld zu besitzen nicht schaden kann. Das Geld bitte ich Sie oder an Herrn Vater oder an Herrn Kowalevski professor der mongolischen sprache zu adressieren Ich wünschte sehr, Sie Hochverehrtester Herr vor Ihrer abreise nach dem auslande noch zu treffen und bitte Sie daher. mich von der zeit Ihrer abreise zu benachrichtigen.

    Die wogulischen köpfe werden durch Herrn Felkner Natschalnik in Kuschwa, mit der Caravane abgeschickt werden Sie sind an die Academie adressirt – hinzugefügt: à remettre à Monsieur de Baer. es sind 4 gyps abgüsse u. 2 schädeln in natura. ich werde hier auch etliche Tscheremissische u. Tschuwassische abgüsse machen.

    Eine besondere bitte habe ich noch: ich besitze bei Gottlund in Helsingfors eine kleine bibliothek, die ich bei ihm zurückgelassen habe, ich wünschte dass sie nun nach Petersburg übergeführt würde was auf dem dampfbote sehr leicht geschehen kann. In dem aber Herr Gottlund MTA_KIK_Kt_Ms_4754_79_3 bei einer grossen familie und wenig gage kein geld zum vorschuss hat, so würde ich sie bitten, ihm 70 rubel assig. zum transport zu überschiecken. Bücher werden an der douane, glaube ich, gewöhnlich zurückgehalten um revidirt zu werden, was nur plagen u. mühen verursacht – sollten sie an die Academie adressirt werden, so würden sie diesen untersuchungen u. revisionen entgehen.

    Ich empfehle mich in Ihre Gnaden Ihr

    unterthänigster dankbarster Diener

    Reguly

    An Ihre Gnädigen Damen bitte ich meinen handkuss. an Herrn Frähn u. Schmidt meine ergebenste empfehlung, so auch an alle übrigen bekannten.