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  • Reguly Antal levele Karl Baernek (Perm, 1845. március 14.)

  • MTA_KIK_Kt_Ms_4754_78_1

    Perm den 14 Märtz 1845

    Hochverehrter Herr Staatsrath!

    Aus Bogoslovsk konnte ich erst den 1en Märtz ausfahren. in Kuschwa wurde ich durch die gegenwart des Generalen Glinka einen tag aufgehalten. Von Serebranka aus besuchte ich die Tschusowaischen wogulen welche an diesem flusse in zwei dörfern wohnen – sie sind gäntzlich russisch geworden nur ein eintziger greis (70 jähriger) ist in physischer hinsicht noch ein echter wogule zu nennen, indem seine mutter eine wogulin war – alle übrigen stammen von russischen müttern, von denen sie auch die russische sprache als muttersprache gelernt haben. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_78_2 diesen greis, der sich auch noch etlicher wogulischen wörter, welche ich mir notirt habe, erinnert, nahm ich mit mir nach Serebranka – und nachdem mit besonderer beihülfe des Gener. Glinka (der auf einer revisions reise begriffen auch hieher kam) dessen gebot der arme sich fügen musste, sein schöner bart rasirt wurde, machte ich mir einen gyps  abdruck von seinem kopfe, um den einzigen übergebliebenen reinen typ seines stammes der wissenschaft zu bewahren. –

    Aus Serebranka fuhr ich nach Nizsni Tagilsk, um Herrn Räbov dessen ich mich erst in Kuschwa erinnerte, und der die inMTA_KIK_Kt_Ms_4754_78_3 schriften auf dem Tagil flusse gezeichnet hat und etliche antiquitäten auch besitzen sollte zu besuchen. ich fuhr mit ihm, selbst ad faciem loci (100 werst den Tagil abwärts), um von solchen inschriften so, wie sie in der natur existirn, eine idee zu bekommen – und schlug mir da auch eine figur ab, die ich mit mir führe, um Ihnen, die farbe dieser inschriften zu zeigen. (diese inschriften sind übrigens von keiner besonderen bedeutung)

    von Nizsni Tagilsk fuhr ich nach Ekaterinburg, wo ich mich nur einen tag aufhielt – und von da kam ich den 12 Märtz hier an von hier reise ich heute nachmittag ab – fahre in nordwestlicher richtung nach Iljinsk einem gute der Stroganov MTA_KIK_Kt_Ms_4754_78_4 und von da kehre ich so auf die grosse strasse nach Kazan. Sie werden mir verzeihen dass ich so viele abwege von der geraden strasse mache, denn ein reisender kann nicht, alles seinen zwecken dienliche auf einer strasse finden.

    Kunig seinen brief bekam ich hier. er möge mir verzeihen dass ich ihm nun nicht schreibe, denn ich bin so abgemartert und abgemattet von der reise dass ich kaum die feder zu halten im stande bin.

    Ihr Herr Staatsrath aller ergebenster dankbarsten Diener

    Reguly