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  • Reguly Antal levele Karl Baernek (Bogoszlovszk, 1845. február 27.)

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    Bogoslovsk d. 27 Febr. 1845.

    Hochverehrter Herr Staatsrath!

    Meine abreise aus Beresov verzögerte sich noch etliche tage u. ich erwartete noch die letzte post mit der ich Kunig seinen zweiten brief bekam.

    Über den empfang von den 1000 rubel Assig. welche an dem General Gouverneuren geschickt waren, habe ich Sie zu benachrichtigen – verzeihen Sie mir – bei andern sorgen vergessen. ich bekam sie mit samt dem pakete briefe welches mir der Gouverneur von Tobolsk zuschickte.

    Jenes aus Ungarn stammende paket mit zeitungen etz. welches Sie voriges Jahr mit einem Beamten nach Wsewolodskoi geschickt haben, habe ich noch nicht bekommen. bei meiner durchfahrt nun in Wsewolodskoi konnte ich darüber auch nichts erfahren, in dem dieser Beamte nach Wiatka abgereist ist und der MTA_KIK_Kt_Ms_4754_77_2 Upravlajuschtschi auch nicht zu hause war, ich ersuchte ihn daher in einem zurückgelassenen kurtzen schreiben darüber brieflich zu unterrichten. In meinem briefe aus Pelim an ihn bat ich ihn auch schon um auskunft darüber, doch leider wurde sie mir nicht gegeben. – Meine wogulischen köpfe, die ich bei ihm zurückgelassen habe, sollen sich nun hier in Bogoslovsk befinden

    Aus Berezov fuhr ich den 19 dieses Mo. ab bei einer kälte von 37 grad nach dem spirituosen therm. – längs der Sosva wo man von meiner reise benachrichtigt war, waren überall rennthiere in bereitschaft gehalten, und ich fuhr daher sehr schnell, in 2½ tagen kam ich bis zu den Iskorskischen jurten an dessen quellen –, von da ging es etwas langsamer – gestern abends erreichte ich erst Bogoslovsk. Nach der wischera fuhr man dieses jahr nur im herbste, nun ist da hin kein weg, in dem der schnee ausserordentlich tief soll seyn. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_77_3

    hier halte ich heute ruhe, und weile vielleiht aus morgens bis abend hier in dem man mir einige mineralien versprochen hat. auf die ich also hier warte. von hier fahre ich nach Kuschwa in dessen nähe noch zwei wogulische dörfer seyn sollen, die ich besuchen werde. von Kuschwa habe ich bis Tagilsk nur 50 werst u. von da bis Ekaterinburg 100 werst. – doch bin ich noch nicht entschlossen ob ich da hin reise oder nicht, in dem mir der aufenthalt auf beiden orten doch gewiss 4 tage kosten wurde. in Perm will ich mich nicht aufhalten doch werde ich mehrere tage auf dem wege von hier nach Kazan bei einem wotjakischen priester weilen. – In Kazan, weiss ich noch nicht, wie ich meine geschäfte richten soll u. werde. Als hauptziel welches ich nun vor den augen habe MTA_KIK_Kt_Ms_4754_77_4 sind meine wogulischen arbeiten welche ich vor allen andern bevor ich irgend etwas anderes anfange – endigen will. ich will daher in Kasan nur in eile alles das sammeln was da vorhanden ist. u. mich da in kein studium einlassen, – sondern sogleich weiter fahren.

    den 13en dieses monaths habe ich an Kunig geschrieben, er hat hoffentlich meinen brief bekommen. aus Perm werde ich ihm wieder schreiben mit etlichen zeilen.

    Meine gesundheit hat in Berezov etwas gelitten u. nach dieser siebentagigen reise in der ich kein einziges mahl ruhte, bin ich so angegriffen, dass ich wohl einer mehr tagigen ruhe bedurfte, sollte mir es die zeit nur erlauben.

    Ich bitte um Ihre Gnade

    Ihr ergebenster dankbarster

    Reguly

    An Madam Baer meinen handkuss, meine ergebenste empfehlung an alle bekannten. –

    Der vorjährige postmeister ist nun nicht mehr er ist gestorben – er soll das getränk unmässig geliebt haben, u. daher manches in seinem leben verkehrt gemaht haben.