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  • Reguly Antal levele Toldy Ferencnek (Pozsonycsákány, 1849. augusztus 3.)

  • MTA_KIK_Kt_MIL_4r88_59_1

    Csákány d. 3en Aug. 49.

    Hochverehrter Herr Secretair!

    Sie haben vermuthlich aus dem briefe des Doctors Stein – von ende April – erfahren, dass ich noch dasselbe Monat, Lehsen verlassen und zu meinen Ältern nach Ungarn zurückkehren wollte. Einige tage nach der entsendung jenes schreibens, ist das auch wirklich geschehen, und ich kam den 3en Maj in Pressburg an. Leider wollte es ein böser zufall, dass ich hier auf dem wege nach hause, als ich bei dem General Burits, dessen vorposten bis an das Csákányer gebiet standen, wegen eines passierscheines vorkam, – von einigen officieren seiner umgebung in verdacht genommen wurde ob ich nicht ein geheimer Agent sey. Es wäre auffallend, meinten sie, dass ich zu einer zeit aus dem Auslande nach Ungarn komme, wo die sachen der magyaren so gut stehen, und jeder gutgesinnte im gegentheil, von hier nach dem auslande flicht. Ich wurde darum nach Pressburg zurückgebracht und da in der Wasser Caserne solange zurückgehaltenMTA_KIK_Kt_MIL_4r88_59_2 bis ich von dem Mixitairgericht, als von jedem verdacht gereinigt, entlassen wurde. was den 17 desselben monats geschah. – Seitdem bin ich nun hier bei meinen Ältern, und gebrauche meine Cur regelmässig fort, so wie ich sie in Lehsen gebraucht habe. denn leider habe ich trotz der langen zeit und vielen opfern, kraft und gesundheit noch immer nicht wiedererlangen können. Dass ich den unmuth darüber mehr als jeder andere fühle und fühlen muss, das werden sie Hochverehrter herr Secretair gewiss nicht in zweifel ziehen aber, wenn wir einerseits sehen, dass bei tiefe übeln, in der wasser Cur, die erfolge immer nur an eine lange zeit gebunden sind; anderseits dass wenn wir auch nicht alles, so doch schon einiges, und vielleicht schon bedeutenderes erre[..] haben; was sollen wir dann thun, als aus da[..] und den muth in uns nicht sinken lassen. Könnte durch ein unzeitiges aufgeben der sache, nicht aus die bisherigen erfolge gefährdet werden. Es ist h[..] schwer, wenn uns Lebenverhältnisse und umständ[.] zu einem  gewaltsamen abbrechen zwinge zu bestimmen, auf welcher seite wir, den geössern oder mindern verlust erleiden werden. Denn die gesundheit ist ein gut auf erden, dessen werth nur der kennt, der sie so lange entbehrt hat. – Wenn ich auch überzeugt seyn kann, dass ich durch die unrichtige behandlung von Priessnitz und von Dr. Reissig in Berlin, viel zeit verloren habe, da sie beide meiner Natur zu viel geboten, und durch den überreitz meiner nerven mir beide eine niederlage beigebracht haben, die mir nur geschadet und mit viel zeitverlust verbunden war. So sind doch die fortschritte, die ich in Lehsen während meiner ganzen Cur ununterbrochen gemacht habe, derart, dass ich nicht zweifeln kann, ich werde endlich doch mein Ziel erreichen. Die chronische verschleimung, die Prof. Grabau als ein hauptübel bei mir heraushob, scheint durch den copiösen und nur selten unterbrochenen abgang von schleim, den ich seit Maj vorigen Jahres, bis ende Maj dieses Jahres hatte, gehoben zu seyn, da ich seitdem keine spur davon bemerkt habe. Die haemorhoidalen Stoffanhäufungen im unterleibe, welche Priessnitz und Reissig als mein hauptübel be[.]rachtiten, scheinen auch gehoben, hauptsächlich durch das brechen, welches ich von beginn Decemb. Vis ende Februar hatte. und wobei besonders ein brauner oder auch schwartzer stoff, dessen schattirung gewöhnlich ins blutrothe überging, in grosser masse vorfand. Es fehlt nur noch, dass das letzte übelMTA_KIK_Kt_MIL_4r88_59_3 welches sich seit April immer mehr entwickelt hat, und die eigentliche quelle aller meiner übrigen leiden zu seyn scheint, gehoben werde. es äussert sich an einer grossen reitzbarkeit des magens, der ausser reis und semmel, die seit fünf wochen meine ausschliessliche nahrung bilden, nichts vertragt und alles von sich giebt, und scheinbar noch an der leber; wenigstens breche ich seit vier monathen täglich galle, bald gelb, bald schwartzgrün, zuweilen in grosser quantitet. – Bin ich nun in ein oder zwei monaten auch mit diesem zu ende, so glaube ich dass alle die störungen, die in meinen physischen wie geistigen verrichtungen stattfanden, und die ich zu einem bedeutenden theil nicht mehr fühlte und kenne, aufhör[.] werden, und ich sodann meinem leben und berufe zurück gegeben, bald meinne stellung einnehmen, und meine arbeit wieder aufnehmen werde können. Ich trage Ihnen in dem ebengesagten eine bitte vor, die ich wünschte dass sie sie leicht gewähren ko[..]ten, ohne dass sie irgend röthige rücksichten ausser augen zu setzen oder zu vorletzen brauchten. denn es kann kein unangenehmeres gefühl geben, als menschen, denen man aus vollen herzen sich verbunden fü[..] unangenehmes bereiten zu müssen, und meine lage würde, bei meinen jetzigen noch so hinfälligen und kraftlosen zustande, der mit jede geregelte thätigkeit zur unmöglichkeit macht, nur noch unleidlicher werden. – Es ist gewiss, dass die Stellung, die ich mit Ihrer unterstützung bei der Bibliothek nachgesucht und erhalten habe, für mich insofern eine sehr grosse bedeutung hat, als ich keine andere finden könnte, in der ich meinen geistigen richtungen so ungestört folgen önnte, als in ihr, eben so, wie ich auch in keiner andern die möglichkeit hatte meinen verpflichtungen. gegen meine theilnehmenden Freunde gegen die Academie und selbst gegen mein Vaterland, so möglichst schnell zu entsprechen, als eben in dieser.

    Indem ich Sie Hochverehrter Herr um Ihre gütige u. freundliche thutnahme ersuche bleibe

    Ihr ergebenster u. dankbarster

    A Reguly