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  • Reguly Antal levele Toldy Ferencnek (Gräfenberg, 1847. június 7.)

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    Graefenberg d. 7 Juni 1847.

    Euer Hochwohlgeboren!

    Haben Sie nachsicht wegen meinem abermaligen langen schweigen. Mein zustand der sich ende April und beginn Maj etwas gebessert hat, ist seit vier wochen wieder der art, dass ich mich nicht zu fassen im stande bin, um  auch nur etliche zeilen zu schreiben zwar ist in meinem befunden eine fortschreitende besserung unverkennbar und der nervöse schmerz im kopf hat bereits ganz aufgehört, statt dem aber verdunkelt sich nun mein blich und trübt sich meine anschauung, so oft ich mich einer ruhigeren überlegung hingeben will. sobald ich meinen geist zu einer selbstbewussten thätigkeit auffordere, so löscht sich mir sein licht und ich fühle mich in finsterkeit.

    Von Böckh aus Berlin habe ich Ihren brief mit dem wecksel von 500 guld. CM. den 22 April erhalten was das verlangen der Gesellschaft, – durch deren die theilnahme mir die möglichkeit gegeben wird der ausarbeitung meiner materialien mit voller musse im auslande mich widmen zu können – anbetrift – dass ich nähmlich, vor vollendung

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    meiner arbeiten nach Ungarn nicht zurück kehren soll, und na[..] vollendung der arbeiten, diese der Academie übergeben soll so treffen diese forderungen der Gesellschaft mit meine wünschen ganz zusammen.

    Ihren antrag hinsieht der Custos stelle bei der Universitäts Bibliothek nehme ich mit freuden an, und bitte sie in folge ihres gütevollen anerbietens auf da[.] ergebenste, die nöthigen schritte zu ihrer erlangung für mich zu machen. ich wüsste wenigstens keine studie vorläufig meinen wünschen und forderungen me[..] entsprechen könnte, als eben diese.

    Zur veranschaulichung meiner reisen kam ich leider Euer Hochwohlgeboren nur eine karte von Finnland zustellen, die mir un[...] Köppen zugeschickt hat. Ich schrieb ihm sogleich nach erhal[..] Ihres briefes aus Berlin, und bot ihn es möchte mir den nördlichen theil seiner in arbeit begriffenen ethnographischen karte Russlands, in der auch meine karte im verkleinertem Maasstab aufgenommen ist, zuschicken, – leider aber soll sie noch nicht ganz fertig gestochen sein. – Meine Karte des Urals hätte sollen schon längst ein russischer Litterator, der die absicht hatte, hieher nach Graefenberg in die Kur zu kommen, mitbringen –

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    er soll aber diese reise aufgegeben haben. Nun habe ich vor etlichen tagen einen brief von dem Academiker Kunik aus Petersburg erhalten, wo er mir schreibt, dass er auf einer reise nach Preussen eine excursion nach Graefenberg machen will, um mich zu besuchen. er wird die ersten tage Juli ’s eintreffen und auch mehrere exemplare der karte mitbringen. auf dieser ist meine route überall angegeben.

    Hinsicht meiner marschroute muss ich Ihnen mit bedauern sagen, dass ich nicht im stande bin sie Ihnen zug eben denn ich habe nicht kraft um mich soweit zu sammeln.

    Ich bin gezwungen diesmahl mich Ihnen deutsch mitzutheilen, denn der, meiner gewalt etwas entkommene ungarische sprachgeist, will mir in dieser aufregung seine dienste nicht leisten.

    Ich nehme die geduld Euer Hochwohlgeboren vielfach in anspruch ich hoffe aber mich recht bald bessern zu können. In folge der vielen deprimirenden gemüthsstimmungen, die ich in meiner schweren lage nicht immer zu überwältigen Verstand, und der vielfachen und anhaltenden geistigen anstrengungen, entwickelte sich allmählig eine krankhafte reizbarkeit in meinem unterleib, die zulezt bei der kleinsten geistigen anstrengung durchfall zur folge hatte

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    dies ist das übel, an welchem ich die lezten zwei jahre während me[..] besonders war ich während meiner tscheremissischen studien so elend, dass ich wochen lang nur liege  aus dem bette arbeiten konnte, denn ich hatte nicht kraft zu sitzen. bei dieser schwäche begannen  denn auch meine haare  flüchtig zu we[..] die ich allmählig im verlauf von zwei jahren beinahe ganz[..] eingebüsst habe. Dass sie aber nun wieder neues leben bekommen haben, und eine ganz kahle und reine fläche wieder mit neuem frischen wacks bedeckt wird, das scheint am deutlichsten zu zeigen dass das übel welches ihr früheres absterben verursacht hat, gehoben wird.

    Mitte Juli werde ich Graefenberg verlassen und incognito einer excursion zu meinen Ältern auf zwei oder drei tage machen (w[.] Sie es erlauben) und so mich nach Deutschland begeben. Könnte ich | zu dieser zeit einen theil der bewilligten unterstützung der Gesellschaft bekommen? Haben sie die Gnade mich darüber zu benachrichtigen.

    Ich empfehle mich in Ihre gütigen und wohlwollenden Neigungen und bleibe mit der vollkomensten Hochachtung Euer Hochwohlgeboren

    Ganz ergebenster Diener

    Reguly

    Beginn Maj hatte ich das Glück den Grafen Szechenyi hier zu sprechen.