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Reguly Antal levele a szüleinek (Marienbad, 1854. szeptember 6.)
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[képeslap, alatta felirat:] Marienbad, Joh. Stark del. Stich u. Druk & Kunst Anst d. Oestr. Lloyd. Triest. A. Fesca sc.
Marienbad den 6 Sept. 1854.
Liebe gute Ältern!
Es sind schon viele Jahre dass ich mich nicht in so behaglicher stimmung zu einem Brief anschickte wie diesmal. Nachdem ich von ½6 bis 9 Uhr gegangen, getrunken und conversirt habe, sitze ich nun bei dem Frühstücke in dem schattigen garten meines Hotels und sehe in die sonnige Landschaft unseres Bades. Ich habe nun wieder recht gute Tage und hoffe mit recht günstigem Erfolge sie liebe Ältern erfreuen zu können. Von 17 bis 24 vorigen Monaths ging es mir etwas schlecht. Ich litt an Blähungen MTA_KIK_Kt_Ms_4754_159_2 und Verstopfungen, mein Magen vertrug sehr wenig speise und konnte mich überhaupt keiner Erquickung irgend welcher art erfreuen. Von 25 bis 30 wurde es allmälig besser, und seit letzterem Tage entwickelt meine Natur jeden Tag mehr Kraft und Energie. Die Anregung dazu scheint der Ferdinandsbrunnen, den ich an jenem Tage angefangen habe zu trinken, gegeben zu haben und die Moorbäder die ich seit 1 Sept. nehme, scheinen eine ganz vorzügliche Wirkung hervorzu bringen. Appetit, Leichtigkeit des Körpers und des Lebensgefühles, Regungen meiner Haut – alles hat sich nun eingestellt. Ich habe MTA_KIK_Kt_Ms_4754_159_3 den 28en Aug. Laczi geschrieben, dass es mir vorkommt als sollte ich meine eigentliche Cur erst beginnen. so mässig habe ich bis dahin selbe gebraucht, und jede Anstrengung meiden müssen. Das ist wirklich eingetroffen und ich habe dazu sehr viel Glück denn das schönste Wetter haben wir seit dem 29en, während, von 1en aug. an nur 3 regenlose Tage zu zählen waren. Um daher allen möglichen Erfolg erlangen zu können werde ich bleiben, so lange es die Bewegungen meiner Natur verlangen und das Wetter erlaubt. Vor 20en werde ich kaum abreisen. Leider muss ich Sie lieber Papa, um dies zu ermöglichen und die Kosten zur Rückreise zu haben, um eine Unterstützung wieder anflehen. Wenn es Ihnen nur nicht zu sehr zur Last fallt.
Die Zahl der gäste hat sich schon sehr vermindert und mit jedem Tage wird es hier stiller. Mir, der die Einsamkeit liebt und im Dienste der Geselligkeit nur zu streng bis auf die letzten Tage, gestanden bin, thut das recht wohl. Ich habe recht viele und sehr feine Menschen MTA_KIK_Kt_Ms_4754_159_4 kennen gelernt. Ich hatte das Glück mit den vorzüglichsten Menschen der hiesigen Gesellschaft in Berührung zu kommen und die Herzlichkeit und aufrichtige Freundschaft der bessten wieder aus diesem Kreise war ebenso arznei für meinen Geist und Seele wie der Brunnen und die Bäder für meine körperliche seite es sind. Gegenwärtig ist ausser meinem Caucasischen freunde baron Wolf die Gräfin Csáki (Petronella), Mailáth der Judex Curiae mit familie und Lonyai Gábor gleichsam mit familie hier. Von ausländern eine Kurländerin Baronin Hahn, eine Dame von höchster Bildung und Kraft des Geistes und eine Gräfin Rex eine Polin. Mailath, Wolf und Lonyai reisen gegen 10en ab.
Möchte es Ihnen nicht weh thun lieber Papa dass ich sie wieder um Geld angehe. Die Moorbäder sind theuer (1 fl.) und was ich für verschiedene Trinkgelder zu zahlen haben werde, kann ich nicht bestimmen. Zur Sicherheit sollte ich 40 fl. wohl noch haben. Ich bitte sie darum ergebenst und bleibe mit vollkommenster Ergebung
Ihr treuer Antal
Mama u. Berta küsse ich. Udvarnokis grüsse.
Den Platz auf welchem ich schreibe habe ich auf dem Bilde mit einem Punkte gezeichnet.