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Reguly Antal levele a szüleinek (Lehsen, 1848. november 17.)
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Lehsen d. 17 Nov. 1848
Meine guten Ältern!
Ich erwarte vergebens mit jeder post eine nachricht von Ihnen. vermuthlich haben sie meine zwei briefe bei diesen verwirrten zeiten nicht erhalten und sehen sich dem nicht veranlasst zu schreiben. thun sie es doch mit der nächsten post, und theilen sie mir recht viel von den dortigen ereignissen mit. von Toldi hatte ich vor 5 wochen einen brief er fordert mich auf je eher nach hause zu kommen, wenn es mein gesundheitszustand erlaubt und der arzt nichts dagegen hat. dieser (dem er auch geschrieben hat) antwortete Ihm dass ich vor ende november nicht die Cur abbrechen könne und kehre ich monat December MTA_KIK_Kt_Ms_4754_153_2 nach hause, auch da noch eine zeit lang mich schonen müsse. Sie werden wohl liebe Ältern schwer begreifen können, wie es möglich wo dass man so viel zeit zu einer Cur brauchen kann, und glauben vielleicht ich hätte mich eben so ohne Cur erholt. wenn Sie aber gesehen hätten was mir für eine menge schleim abgegangen ist und selbst jetzt noch abgeht, so würden sie versichert sein, dass ich durch die wasser Cur mein leben wieder gewonnen habe, und ohne dieser kaum noch etliche jahre elend hingeschleppt hätte. – Toldi (dem ich mit dem Arzt auch geantwortet habe) sagt mir in seinem brief: jöjjön haza és foglalja el hivatalát, szállását, és fizetését. Das ist für Sie gute Ältern und für mich ein grosser trost, dass ich zu einer fertigen stelle nach hause kommen kann, denn mit 800 gl. C.M. und MTA_KIK_Kt_Ms_4754_153_3 freier wohnung und holz, kann ich als einzelner mensch sehr gut leben, und kann mir selbst bedeutendes ersparen. nicht gerechnet, dass meine wissenschaftlichen arbeiten, gewiss auch schön honorirt werden sollen. Diese aussicht hat mir auch den muth gegeben, hier in der anstalt so lange zu bleiben und die kosten nicht zu scheuen; denn was ich jetzt zu viel ausgebe, kann ich ja nächstest jahr wieder ersparen wenn ich nur bei guter gesundheit bin. – Sie werden mir darum nicht zürnen, wenn ich sie wieder um eine hülfe bitte. es wird mir gewiss die grösste befriedigung seyn, wenn ich Ihnen allmählig, alles, was ich Ihnen seit meiner rückkunft aus Russland entzogen habe, wieder zurück erstatten kann, und sie MTA_KIK_Kt_Ms_4754_153_4 können darum nicht ängstlich seyn wenn sie das geld zu meiner unterstüzung auf procente nehmen, denn es wird meine schuld seyn. die ich zu bezahlen habe. schicken sie mir denn so viel, als ihnen möglich, damit ich hier meine schuld bezahle und beginn December nach hause kommen kann. Ich würde Sie nicht belästigen wenn ich von Abten oder Zirzen eine antwort erhalten hätte, denen ich beiden geschrieben habe, die aber meine briefe wahrscheinlich auch nicht erhalten haben. Schicken sie mir 100 guld. (ich möchte sie um zwei hundert bitten, wenn es Ihnen möglich wäre – ich will wie ich nach hause komme die schuld übernehmen und die obligation unterschreiben) – denn ich habe der anstalt seit zwei monaten nicht bezahlen können – und brauche ausserdem zur reise kosten.
Meine inständigste bitte ist – benachrichtigen Sie mich sogleich mit der ersten post, dass sie diesen brief erhalten haben, mit einer andeutung was sie für mich thun können oder – hoffen zu thun. das geld geben sie jedenfals einem Kaufman oder Bankier (ich glaube Scherz heisst einer) über, der es nach Hamburg an einen MTA_KIK_Kt_Ms_4754_153_5 Bankier adressiren soll unter meiner adresse (Herrn Reguli in der wasser heilanstalt zu Lehsen, in Meklenburg) – dieser wird mir dann das geld schon zuschicken per post, es ist keine gefahr dabei.
Ich grüsse und küsse Sie liebe Ältern vielmals, so wie auch Berta
Ihr ergebenster treuester
Toni
Was macht Korizmits und Juli – was hören Sie von dem Abten und Zirzen
Wenn Sie die möglichkeit haben schicken Sie mir zweihundert. wenn aber auch nicht – geben sie mir nur je eher nachricht, sehnlichst je eher.