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Reguly Antal levele az édesanyjának (Lehsen, 1848. augusztus 20.)
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Lehsen d. 20en Aug. 1848
Meine gute theure Mutter!
Ich bekomme eben ihren brief zur hand. dass sie sich beunruhigen wegen meinem langen ausbleiben, dass ist wohl sehr natürlich, dessto mehr, da ich sie so lange in ungewissheit leider habe schweben lassen. Sie werden aus meinem brief den ich Ihnen gestern abschickte, darüber aufklärungen finden. Sie müssen mit mir viel, sehr viel geduld haben, dass sehe ich ein, das ist aber nur eine traurige folge meiner krankhaften ohnmacht, die doch wenn Gott so will jetzt bald weichen soll. Was der Herr in Pressburg MTA_KIK_Kt_Ms_4754_151_2 über meine hypochondrie erzählt hat, das ist vollkommen wahr, und das können sie auch überall bestätigen, sie können sagen dass ich Ihnen das neuerdings geschrieben habe, denn ich war nie so krank selbst während meinen angestrengtesten reisen in Russland, litt ich nicht so sehr an physischer und geistiger ohnmacht wie eben die zeit noch der Graefenberger Cur, während meines aufenthaltes bei Ihnen und in Berlin. namentlich auf den letzten ort, wo ich mich öfters zur geistigen anstrengung zwang und in folge dessen doppelt leidend wurde. ich habe durch Graefenberg ein volles MTA_KIK_Kt_Ms_4754_151_3 Jahr verloren, und es bleibt mir nur der trost, dass bei chronischen kranken das gewöhnlich der fall ist dass sie erst nach vielfältigen unglücklichen versuchen, den weg zu ihrem heil finden.
Liebe Mutter beruhigen sie sich noch wenigstens bis ende September, wenn ich da sehe, dass ich meiner vollen genesung durch meine abreise nicht hinderlich im wege treten kann so will ich mit freuden kommen, aber nur im diesem fall, denn meine genesung ist mein höchstes gesetz, meine höchste pflicht die ich habe, und ihren rücksichten müssen alle übrigen untergeordnet werden. es giebt keinen menschen den der tadel der welt verschont MTA_KIK_Kt_Ms_4754_151_4 liese und lassen sie darum die welt sprechen. – Bedenken sie wenn ich nach hause komme, ich kann da meine gesundheit nicht mehr pflegen ich muss zur arbeit, ich muss meinen geist spannen, und werde dadurch meine genesung hemmen. denn bin ich bei Ihnen 4 oder 6 wochen so wird man verlangen (Sie selbst werden es auch verlangen) ich soll nach Pest kommen; und komme ich dahin so ist es meine erste pflicht in der Academie zu erscheinen, und da irgend einen bericht über meine reisen, als resultat meiner vieljährigen studien zu geben. Liebste Mutter ich glaube, sie kennen mich ich bin kein mensch des genusses, ich habe die arbeit immer vor allem andern gesetzt ich habe niemals nach materiellen gütern gestrebt und meine hand gestreckt, ich habe immer geistigen interessen gelebt; in ihnen liegt MTA_KIK_Kt_Ms_4754_151_5 das ganze glück meines lebens. ich werde kommen, ich werde keine stunde weilen, sobald ich fühle meinem berufe nachkommen zu können aber dies gefühl muss ich eher haben. ich muss die arbeit mit leichtigkeit tragen können, sie muss eben so ein bedürfniss meines körpers, wie meiner Seele seyn bevor ich sie unternehme.
Das schreiben macht mir den kopf heiss, ich muss abbrechen. ich wollte Ihnen nur sagen, dass nachdem ich ein mensch bin, der nur in geistiger beschäftigung höhere befriedigung findet, ich auch nicht säumen werde so bald ich es thun kann zu Ihnen zurück zu kehren und meine thätigkeit zu beginnen.
Kann ich durch diese zeilen Ihre besorgnisse liebste Mutter zerstreuen so werde ich mich recht freuen – ich MTA_KIK_Kt_Ms_4754_151_6 glaube es auch, dass es geschehen wird. – Schreiben sie mir recht bald wieder, denn briefe von hause sind immer eine moralische stärkung. Ich küsse Papa, Berta Julie, Laci
Ihr treuer Toni