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  • Reguly Antal levele a szüleinek (Lehsen, 1848. augusztus 18.)

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    Lehsen d. 18 Aug. 1848

    Meine lieben guten Ältern!

    Ich habe keinen schwung um Ihnen etwas zusammenhängendes zu schreiben, ich will nur meiner pflicht nachkommen und ihnen ein lebenszeichen von mir geben. Mit freude kann ich Ihnen sagen, dass ich seit dem ich hier in Lehsen bin mit jeder woche einen wirklich fühlbaren greiflichen fortschritt in meiner genesung mache. wenn man von einer vernünftigen wasser Cur begriff haben will, so muss man hieher kommen; das hiesige regime entspricht der organischen thätigkeit des körpers auf eine vollkommene weise während das gräfenberger regime dieser gerade entgegengesetzt ist. darum konnte ich auf dem gräfenberge während 7 monaten nicht ein haarbreit MTA_KIK_Kt_Ms_4754_150_2 von meinem schleim loswerden, während ich hier solche massen ausscheide, dass man daraus auf eine totale verschleimung aller unterleibs organe schliessen muss. auch ist diese verschleimung die alleinige ursache meiner kränklichkeit gewesen denn in dem maasse als ich davon befreit werde, wäckst auch das gefühl meiner inneren kraft und behaglichkeit, und namentlich ist mein gemüth seit etlichen wochen ganz gesund und befreit von jedem druck. – Mein spucken (eine art schleimfluss, der mir aus dem magen kommt) das ich seit mitte März schon habe, dauerte noch immer fort, doch in einem bedeutend minderem grade. mein schleim abgang durch den stuhl trat früher periodisch ein, jetzt habe ich ihn aber seit drei wochen ununterbrochen, und so, dass ich manchen tag bis 6 öffnungen MTA_KIK_Kt_Ms_4754_150_3 habe. – Ausser diesem habe ich noch seit einer zeit geschwollene drüsen (skrofeln) an der brust auf beiden seiten, die sich unter dem arm hin ausscheiden.

    Ich hatte die absicht den 20ten vorigen monats von hier abzureisen und nach hause zukommen. Da drangen aber etliche freunde die ich hier habe, auf eine solche weise in mir, dass ich nicht anders thun konnte, als bleiben. Sie theilten mir nämlich mit, dass der arzt hier im beginn, meine krankheit, den symptonen nach, für eine magenschwindsucht hielt und dass er erst seit beginn Juni von dieser ansicht abgekommen sey; und wenn ich also so gefährliche anlagen gehabt habe, so sei es nöthig, dass ich hier meine gesundheit wirklich befestige bevor ich von hier abgehe. – Ich scheue mich um so weniger Ihren diese mittheilungen hier wieder zugeben, da ich seitdem, dass sie mir gemacht wurden, so sehr an kräfter zugenommen habe, dass wirklich an eine MTA_KIK_Kt_Ms_4754_150_4 schwindsucht nicht mehr zu denken, im gegentheil da ich von meinen skrofeln befreiet werde, so werde ich eine gesundheit geniessen wie ich sie niemals hatte. Sie können sich aber bei dieser nachricht über die länge der zeit, die ich zu meiner genesung brauchte, trösten, denn um einer solchen gefahr zu entkommen, sind anderthalb jahre eben nicht zu viel. Ich bin auch, nachdem jetzt die gefahr hinter meiner ist, beruhigt dadurch, dass ich jetzt weis, warum ich solange kränkeln musste, und ist mache jetzt mit aller ruhe und resignation meine Cur, während ich früher ununterbrochen über den grossen zeitverlust grübelte. Es kommt auch auf etliche monate nicht mehr an, die hauptsache ist, dass ich vollkommen kräftig zurück komme, wenn ich komme, um denjenigen eindruck machen zu können, der meinem Namen, den ich habe, entsprechen soll. und das werde ich auch (das hoffe ich) thun – sie werden wenigstens diesmal einen ganz anderen mensche in mir finden MTA_KIK_Kt_Ms_4754_150_5 als monat October vorigen jahres.

    Über meine abreise von hier kann ich nichts bestimmen, es hängt ganz von dem fortgang meiner Cur ab – hoffentlich werde ich bis in October hier bleiben und komme erst beginn November nach hause. Wegen geld zur bestreitung meines aufenthaltes werde ich heute noch an Abten und an Schedel schreiben. ich hoffe das der erstere troz seiner verlegenheit mir doch noch etwas zukommen lassen wird.

    Schreiben sie mir recht bald liebster Papa und namentlich wie sich ihre verhältnisse gestalten, bange ist es mir um nichts, denn wenn man mal lebenskraft in sich fühlt, dann hat man auch lebensmuth. Ich küsse sie so wie Mama, und Berta und Julie und Laczi und bleibe Ihr treuer und lebensfroher

    Toni

    Die 100 g. C.m. habe ich mit Dank erhalten, und kann sie Ihnen vielleicht bald für diese schweren zeiten zurück erstatten.