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Reguly Antal levele Karl Baernek (Vszevolodo-Blagodatszkoje, 1844. február 10.)
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Wsewolodo Blagodatzki d. 10 Febr. 1844
Hochverehrter Herr Staatsrath!
Ihren gütevollen Brief vom 10 Januar bekam ich vorgestern Abends und ich danke Ihnen vom gantzen Hertzen für diese Nachsicht und Wohlwollen die Sie für mich haben und für diese Bemühungen die sie sich zu meinem Bessten gegeben haben. – Ihren vorigen Brief und das packet welches Sie nach Tagilsk zu schiecken die Güte gehabt haben, habe ich noch nicht bekommen, ich schreibe aber mit der heutigen post dem dortigen Verwalter und ersuche ihn um deren übersendung nach Wsewolodski. Die Quittung an die östr. Botschaft schliesse ich diesem Briefe hier bei – meinem Versprechen aber, Ihnen über meine letzten MTA_KIK_Kt_Ms_4754_71_2 Arbeiten eine nähere Nachricht zugeben muss ich Untreu werden, indem ich eine schwere arbeit die alle meine kräfte in anspruch nimmt. – das ordnen und reinschreiben meines Vogulischen Lexikons, welches gegen 5000 worte zählt – noch nicht endigen konnte.
Der Antrag ihrer Academie für ihre ethnographische Sammlung ankäufe zu machen, macht mir sehr viel Freude; der Gedanke ohne allen solchen ethnographischen Gegenständen wie kahl zurückzukehren schmertzte mich schon öfters – Ich habe gestern schon anweisung gegeben damit man mir die drei wogulischen Instrumente, Schangur Tarnopoi und Tumra von der Lozva zum ankauf schiecke, und werde MTA_KIK_Kt_Ms_4754_71_3 diese Tage, wenn ich mich mit mehreren Wogulen, die von der Lozva hier ankommen sollen, beschäftigen werde, meinem Baktyiar den befehl geben eine Wogulische jurte in modell zu haben in dem mir sein wissenschaftlicher dienst diese tage überflüssig sein wird. Wogulische kopfabdrücke in gyps werde ich nun auch mehrere machen können, in dem ich die mitteln zu geschenke habe, die alleine diese furcht die sie vor dieser Operation haben, zu tödten im Stande ist. – bis jetzt habe ich nur den eintzigen kopfabdruck des Jurkina. – Nur weiss ich nicht wie es mit dem transporte aller dieser Sachen sein wird – soll ich sie an die Gouverneure überall geben? oder wie? MTA_KIK_Kt_Ms_4754_71_4 von hier aus werde ich sie auf jedem fall an den Natschalnik in Bogoslovsk schiecken.
Über meine weitern reisepläne werde ich sie das nächstemal benachrichtigen. Nun bitte ich Sie nur sehr, mir empfehlungsbriefe an den General gouverneur von Westsiberien (dieser ist mir von sehr grosser wichtigkeit) – an General Glinka in Ekaterinburg, und an den Gouverneur in Orenburg auf irgend eine weise zu verschaffen – auch würde ich späterhin empfehlungen an die Gouverneure in Wiatka, Simbirsk und Pensa nöthig haben, diese können aber noch aufgeschoben werden – übrigens wie Sie glauben, es ist vielleicht besser alles dies auf einmal zu besorgen, – verzeihen Sie MTA_KIK_Kt_Ms_4754_71_5 mir die Mühe die ich Ihnen Herr Staatsrath mit dieser bitte und mit noch einer zweiten mache. Es ist hier ein herr in Wsewolodo Blagodatzki dem ich für mehrere Gefälligkeiten sehr verbunden bin, er beschäftigt sich mit mechanik zu der er grosses Genie hat, er möchte gerne ein handbuch der Mathematik (theoretischen und praktischen) haben, welches ich ihm versprochen habe, kaufen Sie Herr Staatsrath haben Sie die Gewogenheit irgendein gutes buch auf meine rechnung, und im fall es nicht viel kostet auch ein handbuch der Mechanik und schiecken sie es unter der adresse die ich hier beifüge hieher nach Wsewolodskoi.
Was meine Ungarische Academie anbetrift, so glaube ich, wird sie doch bald. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_71_6 angeregt durch Ihr Schreiben und auch durch meinen letzten brief, diesen Ihr so schwierigen und nothwendigen Schritt machen und ihr versprechen erfüllen – und in diesem Falle bitte ich Sie Herr Staatsrath um folgendes: aus dieser Summe erstens Herrn Menovski zu bezahlen – 50 rubel silber. – zweitens Herrn Chodinski Beamten in der Polnischen Kantzlei 100 rubel silber. – drittens an Herrn Halpert 600 rubel banco zu geben mit der bitte, die hälfte an Sergei und die andere hälfte an Sarrah zu geben. viertens Herrn Krug zu bezahle – Das übrige denn ich hoffe es wird noch etwas wohl zurückbleiben) bitte ich Sie Herr StaatsMTA_KIK_Kt_Ms_4754_71_7rath bei sich aufzubewahren bis ich etwas näheres darüber bestimmen kann.
Nun Herr Staatsrath tausend mal Vergebung für diese Mühen die ich Ihnen verursache! und tausend Dank für jene die Sie sich schon Meinet wegen gemacht haben
Ich verbleibe ihr ergebenster und aller dankbarster Diener
Reguly
An Herrn Frähn und Schmidt bitte für diese Theilnahme mit der Sie mich beehren, meinen aller ergebensten und grössten Dank.
An Ihre Frau Gemahlin bitte ich um meinen Handkuss – auch an Madam Schmidt.
An Balugyanski und Halpert MTA_KIK_Kt_Ms_4754_71_8 traue ich mich keinen Gruss sagen zu lassen, denn es ist meine pflicht Ihnen selbst zu schreiben – bis jetzt war ich wegen durch meine niedergedrückte Stimmung dazu unfähig – nun werde ich aber diesen heissen Wunsch mit nächstem befriedigen, wenn meine arbeiten mich etwas freier athmen lassen.
Jene empfehlungsbriefe an die Gouverneure könnte man vielleicht an jedem einzeln abschiecken – wenn das nicht – so bitte ich sie an General Glinka zu schiecken.
Ihren nächsten Brief Herr Staatsrath adressiren sie nur noch hierher nach Wsewolodskoi.
Jenes Handbuch der Mechanik kann ja glaube ich unentgeldlich auf der Post hieher kommen – wenn nicht so ist es besser zu warten und mit irgend einer gelegenheit es nach Ekaterinburg an den Apotheker Helm zu schicken.