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  • Naptár. 1856.

  • Tört. Napló 8rét 3. sz. – 1. lapoldal

    Naptár. 1856.

    Sept.

    21 komme über Eger u. Asch nach Hof. im Asch spreche ich noch auf einen Moment die Zaluska.

    22 besichtige die Lage der Stadt, die grosse Spinnerei, gehe nach Altenburg ab. daselbst angelangt gehe ich zu fuss nach Poschvitz 1½ Stunde zu Gabelenz. Er ist in Münchenbernsdorf. die wirtschafterin zeigt mir das schöne schloss. Baron Bielfeld ist auch abwesend in der Stadt. kehre gleichfalls zurück.

    23 besteige das Schloss u. fahre nach Gera ab. wo ich gleichfalls das schloss des Herzogs besuche. nachmittags fahre ich in schöner gegend nach München Bernsdorf. wo ich gabelenz treffe. grammatik des Schangai Dialektes von Edkins. in Schanghai. (über London.)

    24. promenire. Dorfflux (falu határa). man rechnet nach Acker (nicht joch). Buche selten wird nur als arbeits holz gebraucht. Tanne gleichfalls selten. 1 klaft. holtz 3 Thal (3 ellen tief u hoch.) Tört. Napló 8rét 3. sz. – 2. lapoldal das Land jenseits der Saale wird Thüringen genannt diesseits bis zur Mulde Osterland. nach Hof zu Vogtland. Die Dörfer deutschen ursprungs sind immer lang die slavischen in die Runde gebaut; die felder der deutschen sind schmal u. sehr lang u. zerstückt die der slaven mehr im ganzen.

    Turnus: Kartoffel (Düngung) der Bauern. Roggen Gerste Hafer

    Nach dem Essen wartet man die oberstin Lenzing aus Marienbad mutter der frau u. Gabelenz. ich gehe ab nach Roda.

    25. komme nach Jena. in dem antiken Cabinet welches seit 10 J. besteht.

    Apoll von Prokesch osten u. Diana von Portici (alte Kunst)

    Venus medicaische

    – von Milos original in Louvre mit stark hervorragender gebogener Nase.

    Venus von Capua gerade Nase.

    Ceres u. Prosperina aus dem Parthenon. im British museum.

    von Göttling aus der Akropolis in Athen mitgebracht: ein sitzendes Weib welches die Sandalen sich löst, u. zweigeflügelte figuren. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 3. lapoldal

    Dianna von Versailles. Minerva von Veletri jetzt in Paris

    Rame’s, tochter des lattin Fürsten Actumir. Köllner meduse. Münchner meduse hässlichen Mund, glotzaugen.

    Tumelicus der Fechter von Ravenna.

    Botanischen Garten, die Universität u. die Saale Brücke habe ich besucht.

    Fahre zu mittag weiter nach Apolda u. von da nach Gotha.

    26. besuche Perthes, bald kommt Petermann, später Sydov. speise bei ersterem, nachmittag beim Kaffee mehrere Verwandte von ihm. wir besehen sein Institut. 300 Mädchen sind alleine mit dem Illuminiren der Karten beschäftigt. der Sydovsche atlas hat einen absatz von jährlich 18 tausend exemplaren.

    in der orangerie. Lorbeer baume 7 bis 8 fuss des Stammes. 4–5 zoll im durchmesser. die Rinde wie bei Linden. 50–60 stück sind theils kronenbäume theils Pyramiden. Myrthen hat man 5 Sorten. 15–16 fuss hoch. die Rinde wie Wacholder. beide brauchen 4° reaumiur. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 4. lapoldal

    Orangenbäume 300 stück. einzelne bis zu 400 Jahre alt. 19 stück sind 9 fuss hoch im Stamme u. 14 zoll durchmasse. Ein baum giebt zuweilen 6 körbe früchte. (der Korb 60 schock ein schock 60 stück, macht 3600 stück.) Die Berliner u. Dresdner Orangerie sind bedeutender. in Niederöstreich ist eine mit 3000 bäumen.

    Cypressen sind 25-30 fuss hoch, wenigsten 160 Jahre alt. 15 Stück.

    In dem Kunstkabinet im Schlosse:

    Bild des Syrius in brasilianischen Topas geschnitten. Meduse in Travertin, gefundene auf dem aventin.

    Gebetbuch von Benvenuto

    von albr. Dürer adam u. Eva in holtz, ein zweites aus einem ganzen Stück gearbeitet.

    Porcellan von Bötticher (erfinder desselben 1707) aus 40 Bränden bis er Zier weissen Farbe desselben gelangt.

    Karte v Deutschland aus Marmor 1607.

    Encaustische Wandgemälde aus Pompeji, 5 Stück.

    ein Katzenkopf.

    chinesische sophastisch, stühle aus Bambus u. Pfefferrohr, seiden tapeten auf den ZimmerTört. Napló 8rét 3. sz. – 5. lapoldalwänden, bettschirme.

    Porcellan schüssel klang wie metall.

    japanische geschirr ist alles Kupfer mit emaille, statt porcellan.

    Inselsberg der höchste Berg des Thüringer waldes

    abends schreibe ich an Firks.

    27. komme über Leipzig u. Hof nach Nürnberg. wohne beim Strauss.

    28. Die St. Lorenz kirche, schönes frontal. der brunnen gänsemännchen, schön. Frauenkirche (Katholisch, äusserlich hübsch u. interessant.

    Das schloss gebaut von Carl dem Grossen. Der Heidenthurm (16 fuss □) mit Heidenbildern der römerthurm 5 eckig. Im hofe die Linde von Kunigunda gepflanzt. In den Zimmern die heil. Anna u. Maria von Dürer (das original in München). Cranach Muttergotter. Unterkapelle aus dem 9en Jahrhund. wie die in Eger.

    In der galerie des Königs in der Moritz Capelle. ein Christus von Dürer, ein Frauenkopf voll lieblichkeit von Krimmer Tört. Napló 8rét 3. sz. – 6. lapoldal

    in der grossen Galerie im Landauer Kloster 561 gemälde: von Dürer, Kaiser Sigismund, Karl d. Grosse und die Apostel. Altegräber (schüler von Dürer) Jonas predigt Busse dem Nabucadnezar. dieser hat eine ungri. Attila grün mit rothen Schnüren gelbes unterkleid.

    Direct. Kröhling mahlt die Krönung Kaiser Maximilians.

    von Sandrart ist das grosse Bild, das Friedensmahl 1648 in dem Reichssale.

    (Die hiesige Kunstschule hat 62 schüler)

    der bedeutendste ist Venus u. Amor von Luc. Kranach (1539). schmal in den achseln, die Brüste tief. Arm u. Beine an den gelenken vorne zu dick, ohne gratzie. hervorstehender Bauch. Kopf sehr eckicht Frankische Backenknochen bis an die Ohren, nase stumpf, mund klein, lächelnd, augen lebendig chinesisch gezeichnet; die Mittelstirn stark gewölbt nach oben sich vorbiegend; haar gelb. in der breite der weichen ober dem Bauche der Körper eingebogen wie bei hektischen frauen

    von Dürer ein Herkules wie er die Harpien erlegt. hat ein deutsches gesicht welches aber einen Indianer häuptling ähnlich ist, ein rothes trockenes gesicht mit scharf gebogener Tört. Napló 8rét 3. sz. – 7. lapoldal Nase, einen fliegenden Schopf.

    Im Rathhause Dürer fresken.

    Dürers Haus. begegne Wolf. reise um 4 Uhr nach Regensburg. wohne im Kreutz.

    29. Der Dom 300 fuss lang, 150 breit, im 13 Jahrh. angefangen. Der Eselsthurm. aussicht von oben auf den bayerischen wald, die beiden Wärthe, die Karthauser, die Patricier häuser. Cassiankirche, übergangszeit auf 3 bogen das hauptschiff ruhend. sehr einfach.

    Ulrichskirche aus der übergangszeit 11 Jahrhundert, mit galerien, die fenster nicht rund sondern gedrückt.

    Die alte Capellenkirche basilikenstyl ursprünglich, aber im Zopfstyl restaurirt (bassgeigen fenster). Untermünster basilikenform.

    15 kath. Kirchen, 3 protest. (4000 protest.) des neuen schlosses Baumeister Foltz.

    Chor od. erker, chorhaus = ein haus mit erker. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 8. lapoldal

    Das Kloster zu Emmeram nun Thurntaxisches Palais. In der Galerie Farnley norvegische Landschaft achenbach, der Sturm Storch, Malerstraumbild, die Elsler, kleiner Kopf, dicke taille, knöchel u. armgelenke dick, auch arme dick.

    Schleich Nachtstück in den wolken viel ton.

    in der gruftkapelle Dannekers Christusbild. Das Kleid einfach schön, namentlich oben an der Brust, wie ein Hemd.

    Die Brust in ihrer Wölbung zu kurz u. zu sehr gehoben. Der Kopf in seinen hauptverhältnissen harmonisch, doch nicht geeignet der Typ desselben höchste Erkenntniss des Herzens auszudrücken. Die Stirn zu sehr gegliedert nicht harmonisch in ihren Theilen vermittelt u. überfliessend, namentlich geht über dem augenwinkel eine Wölbung zum Schädelbein die in der Mitte ober dem Auge eine Furche entstehen lässt, durch welche die mittleren facultäten von den äusseren getrennt werden.

    Der Unterkiefer edel gehalten doch zu fleischig die Lippen u. zu viel hervorstehend, die gerade Nase gleichfalls zu dick. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 9. lapoldal

    Es ist ein gesicht in welchem die Hingebungs fähigkeit nicht ausgesprochen ist, das feuer der Empfindung kann ihm nicht eigen seyn. Die Muskel haben zu viel fleisch dazu. Es ist ein conservirtes Gesicht, welches keine Kämpfe um Erkenntniss u. keine flammende Liebe für höheres ausspricht, keine Leistung der Seele mit einem wort spricht sich in ihm aus.

    Namentlich ist die obere Lippe zu fleischig u. zu sehr hervortretend, u. die Nasenwinkel zu eng über ihr u. zu tief und zu schmalwändig in das Fleisch hineingedrückt. Der Rücken der Nase ist zu dick gegen die Nasenlieder.

    Lese Gumpeltzhaimer seine Geschichte von Regensburg.

    Der Reichssaal im Rathhause sehr hübsch nachmittags auf der walhalla 1 m. entfernt. Sie ist nach dem vorbilde der Tempels zu Pestum u des Panthenon zu Athen gebaut. steht auf einem impressanten Terrassen u. Treppenbau, der die doppelte Höhe von dem Hauptgebäde hat, u. das Bauwerk selbst u den Bergabhang auf das gelungendste vermittelte. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 10. lapoldal

    Der Tempel ist ein achtsäulig-einfachumrichter, äusserlich im altdorischen styl, mit den drei Sockelstufen 230 fuss lang, 108 fuss breit u. 70 fuss hoch. Der Berg (früher Breu-berg genannt) ist 374 fuss über dem Spiegel der Donau. Steht auf 3 übereinander gethürmten Terrassen

    Unendlich freundlich u. überraschend ist das innere in dem anmuthigen jonischen styl. Die innere Länge des Saales ist 168 fuss, die breite 48 u. die höhe 53 fuss. Durch zwei theiler massen der Länge nach in drei, der höhe nach durch den Fries u. durch zwei übereinanderstehende wandsäulen. Reihen in zwei grosse architektonische gliedungen getheilt.

    Der Mosaik des Fussbodens den bessten Mustern der Antike nachgebildet. Die Farbenkleidung u. Vergoldung wirkt wohlthuend u. macht einen hochfestlichen Eindruck. Die Saaldecke zwischen den Pfeilern u. den S[?????]beln folgt den Dachschrägen, die mit metallenen Casseten verkleidet sind, u. in dem Tiefe auf blassblauen Grunde sterne von Platina haben.

    Die Hauptfarben blau, weiss u. gold. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 11. lapoldal

    Über dem Friese auf den 8 Hauptpfeilern tragen den obern Stock 14 Kariatyden von Schwanthaler.

    Die drei Dachschrägen sind durch drei schräge Dachfenster (Abajour) durchbrochen.

    In der Mitte der 6 Wandfelder steht eine von den 6 Rechenergenien (Victorien) von Rauch (20000 thal. jede einzeln).

    Die Giebelfelder von Schwanthaler jedes 75,000 fl. an dem Fries hat Prof. Wagner 10 Jahre modellirt u. 8 Jahre mit zwei gehülfen an der ausführung gearbeitet.

    Die Wände, die Pilaster u. die jonischen Säulenschäfte sind von Marmor von Adnet dem antik u. afrikans ähnlich; die Ge[????]de der Saulen u. Pilaster aus weissem Marmor von Schlanders; die Piedestale für die Büstenreihe von schöngelben weltenburger Marmor; die Wände der Balkonloge bis zum Architrave mit rosenrothem Marmor vom Untersberge. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 12. lapoldal

    Die Säulen 6 fuss im Durchmesser und 36 fuss hoch. mit 20 Kanelieren gefurcht. Die Kariatiden 10 fuss hoch. Die Erzthore wiegen 84 Centner, kosten 16000 fl. innerlich ahorn mit palisander u. ebenholtz belegt.

    Bis jetzt 98 büsten und 64 tafeln vorhanden.

    Kant u. Heine köpfe.

    Auf dem Wege nach Hause, die Münchnerin Anna Promoli Blumenstrasse Nro17. parterre in München.

    30. Kaufe mir Volkerts postkarte. mache statistische Studien.

    Der Römerthurm u. die Burg am alten Kornmarkt. die alte Kapelle. Die Schottenkirche, das Portal ihrer Linken Langseite aus 1200 rundbogenstyl.

    Im Rathhause von 1633 bis 1806 der deutsche Reichstag.

    gegenüber Dollingershaus.

    besuche das haus zum Goliath mit seinem Wehrthurm u. innerem baue ohne hof, wo die treppe diesen einnimmt Tört. Napló 8rét 3. sz. – 13. lapoldal u. vom Dache ihre Beleuchtung erhaltet. Das Dach ist einwärts

    in dem Hause zum goldenen Kreutz

    wo ich wohne ist Don Juan von Österreich der wirthin des Hauses geboren.

    1 Oct. lese Gumpeltzhaimer, u. mache auszüge bis Nachmittag 4 Uhr. besuche abends den Lieutenant Schuhgraf Secretair der Regensburger gesellschaft für Geschichte.

    Damberger ist leider abwesend in Munchen.

    Das Haus Goliath hat einen Kaufbrief von 1240. 1683 ist es renoviert worden. Kaiser Heinrich V soll hier gewohnt haben.

    Auf dem alten Kornmarkt war die Citadelle. die vom Bischofshof bis dahin ging. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 14. lapoldal

    2 Oct. gehen ab mittelst Dampfschiff.

    Die Donau 60-70 klafter breit, 5-9 fuss tief.

    Die Bauerhauser in den Dörfern wie bei uns, mit dem giebel auf die gasse, zwei stuben in der Breite, drei fenster die sehr klein, die Mauern niedrig, im giebel auch fenster.

    festes ufer (gestatten = gestade in volksausdruck

    Sandbank, (bankufer) rőzsés

    haufen = sandinseln

    Au (inseln mit weidenbusch.)

    Böschung das mit steinen ausgelegte ufer. Zwei transectionen sind gemacht. eine ober Straubing, die andere bei Nieder Altteich. Die Flüsse gehen eine meile in zwei stunden aber gleich mit dem fussgeher. Das Dampfschiff fahrt 2 m. in 1 Stunde mit 75 pfund Dampfkraft. Aufwärts mit 90 pf. 1 meile in der Stunde.

    Bei Hofkirchen eine ½ m. ober Wilshofen tritt die Donau in das gebirge. am Eingange des Passes steht die Hildegardsburg. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 15. lapoldal Abends in Passau.

    3 Oct. von Passau den Inn aufwärts auf der österr. seite, gebirgig; auf der bayerischen macht das Land bis Schärding einen Damm, von da in Ebene.

    Von Aschah aus geht die Velser Haide. man sieht hier den Traunstein der 7 m. von hier entfernt, auch die steierischen Berge.

    Die Mädchen in Linz u. Passau breite gesichter, gekrümmten Rücken, gedrängt bis zur unförmlichkeit, Brust nicht frei, augen aber immer sehr lebendig auch bei den länglichten gesichtern. zu mittag in Linz, nachmittag auf dem Jägermayer. Sehen die Berge, von dem Staufen u. Untersberg an bis an den Wiener Schneeberg. in dieser Reihe treten der Trauenstein (7 m) u. der Ötscher besonders hervor, (12 m.) hinter welchem letzeren Mariazell liegt. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 16. lapoldal

    Abends im Theater, die Seebach spielt als Gretchen im Faust.

    4. Oct. Kamenski u. Fejervari auf dem boot, Markevics aus Lithauen, Engelmann aus Losoncz. bei Stein kommt Zsoldos auf das Boot. Abends 6½ Uhr sind wir in Nussdorf. Steigen in Wien in der Kaiserin Elisabeth ab.

    5 Oct. gehe zu Reden; er ist abwesend, im geographischen Institut, werde bestellt auf die folgenden Tage. besuche das Bilkasche Institut des Morgens hatte ich Besuch von Markevics, nachdem ich zwei Briefe eben geendigt. Zu mittag bei Stadt Frankfurt mit M. Nachmittag nach Grinzing u. von das auf den Kobenzl bei Reichenbach, der uns seine Dunkelkammer zeigt. abends beim Sperl auf ball.

    6. Oct. Belvedere. In der Italienischen Schule wenig aussprechendes gefunden. Von Paul Veronese Nro 34 (Judith) u. 37 blond, letzeres dunkle Färbung Pordenone 7. Palma Vecchio 8. Titian 31 Christus, 35 Portrait, 36 Danae. Rafael. 53 Ruhe in Ägypten, 55. die heile Jungfrau im grünen. Rafael Mengs Tört. Napló 8rét 3. sz. – 17. lapoldal 24 Verkündigung. Guido Reni 24 Magdalena. Correggio 25 Christus mit der Dornenkrone. Murillo 27 Johannes der Täufer mit dem Rohrkreutz.

    Niederländer. Rubens (18.) 1. der heil. Ignatius von Loyola heilt besessene. 2. Marias Himmelfahrt. 3 Predigt des h. Franz Xaver des Indianer Apostols. Wundervolle Bilder besonders das letztere, mit einer Perspektive wie ich sie auch nie gesehen. in Saale V. 1 die h. Jungfrau mit vier Frauen licht u. durchsichtig, wundervoll (Rubens) eben 11 von ihm, seine zweite Frau, die Helena Formann. Van Dyck III. 2. Madonna mit heiligen. 14

    Altdeutsche Schule. I. Kranach (1510) 38 Judith 57 drei frauen, 71 Christus, viel ausdruck in dem Untergesicht. Walkenburg der fallende schnee. II. Massip 1560. nimmt ungezwungene Zeichnung. IV. Heinz 10 Venus Sandrart 1688. erinnert an Rubens. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 18. lapoldal

    Neue Schule Kraft Abschied u. Rückkehr eines öster. Landwehrmannes. Kammucini ? Maurer. Christus mit Beleuchtung. Rebell Landschaften. Appiani Afrikanische Landschaft. Schoeft architektur.

    Sculptur. Kissling Venus u. Mars. Kähssmann Perseus u. Phineus. Marchesi eine hektische Venus.

    Kehren müde zurück. begegne Inkei u. der Turi. Mittag bei Stadt Frankfurt. Nachmittag in der Irrenanstalt, werden auf morgen früh 8 Uhr zur Visite von Dr. Mültner beschieden. bei Bagreef, gehe mit ihr in das Kärtnerthor Theater, es wird der Kadi gegeben.

    7 Oct Im Irrenhause. sehen 200 männliche Kranke. sie sind in ruhige u. unruhige Kranke getheilt, nach der Verpflegung sind 3 Classen.

    Im Geographischen Institute. es ist zuerscht in Mailand 1818 organisirt werden. seit 1839 in Wien. Oberst Fligelli Director. Er zeigt mir die übersichtskarte der monarchie nach den geschehenen Tört. Napló 8rét 3. sz. – 19. lapoldal aufnahmen. Basen sind vorhanden 1 bei Wienerisch Neustadt. 2 in Ungarn bei Arad (von hier bis Kurtics) die bei Raab ist verloren gegangen. 3. In Galizien bei Tarnov. 4 in der Bukovina bei Csernovicz. 5 in Tirol bei Insprug. 6. in Italien bei Ticino. 7 in Steiermark soll eine gemessen werden.

    Eine Basis 3000 klafter.

    Die Triangulirung erster Ordnung hat von 8-10 bis 30,000 klafter per Seite. Die 2ter ordnung geht sehr in das kleine zuweilen.

    Die aufnahmen erfolgen in einem Maasstabe zu 400 Klafter der Zoll. Das ist der Maasstab der Sectionen. eine Section hat 16 zoll in der Breite (6400 Klaft.) u. 24 zoll in der Länge (9600 klaft.).

    Auf jede Section kommen ursprünglich 3 (auch mehr) triangulirungspunkte. Auf diese gestützt macht der mappirungsofficiere seine zweite kleine triangulirung, u. dann arbeitet er mit dem messtisch u. durch abschreiten. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 20. lapoldal

    In den Ländern wo der Kataster schon vorhanden, da geschieht die Arbeit dieser Mappirung viel leichter. Der officier hat hier schon das gerippe, er reambulirt nur, bessert aus u. zeichnet das Terrain hinein, welches der Kataster nicht giebt.

    Auf Triangulirung sind gegenwärtig 15 officiere. auf Mappirung 4 brigaden. jede officiere u. einen Director zählend. (in der Moldau. u. Valachei sind über 00).

    Topographische Abtheilung. 1 das Militair Zeichnungsbureau, wo die Sectionen copirt werden, u. die Officiere zeichnen lernen, damit sie dann selbst auch auf mappirung geschickt werden können.

    2. das Reductionsbureau wo die Sectionen reducirt werden. Chef Hauptmann Seidl.

    die Sectionen zu 400 k. der zoll werden für die Special karten in das fünftel reducirt Tört. Napló 8rét 3. sz. – 21. lapoldal das macht 2000 klaft. der zoll. Und diese wieder für die general Karten in die hälfte das macht 4000 klaft. der zoll od. 1 meile der Zoll (die Zahl der Klafter 400 od. 2000, für den Zoll mit 72 multiplicirt giebt die natürliche Grösse.) Ältere Karten werden reambulirt, neue strassen u. andere Veränderungen eingetragen, u. so die Karten rectificirt. Ohne Kataster sind bis jetzt österreich Tirol, Ungarn, Siebenbürgen u. die Gränze. Die Kataster Sectionen haben 4 m. in □, zu 8000 klaft. in □.

    Ich lernte noch kennen den Archivar Mariani. den Major Scheda, u. den Hauptmann Muschinski von der Lithographischen Abteilung.

    Karte von Siebenbürgen von Mersich katastral Landes obergeometer. 1854. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 22. lapoldal

    fahre zu Reden, erfahre dass er meine Sendung versperrt hat. gehe zu Somsich auf Mittag. von Zofen, Erickson Director der Dampschiffartsgesellschaft, Becker der Statistiker, Mojzizovics der Arzt sind da.

    Nachdem Essen gegen 7 Uhr gehe ich zur Bagrejev. von da zur Stadt Frankfurt.

    8 Oct. Suche Von Hanen auf, unterhalte mich über Malerei sehr befriedigend mit ihm, um 12 Uhr bei Bagrejev sie liest mir ihre Novelle vor.

    Nachmittag besuche den jungen Borg kommen zurück in das Krankenhaus zu Mojzizovics. der uns herumführt, besondere Fälle der Gangrin zeigt; abends Van Hanen bei mir, der mir Ungers wesen der Malerei bringt.

    9 Oct. Naturalien Cabinet. Zsoldos. Kaufe Handschuhe u. Thee.

    Speise bei Bagrejef, Somsich u. Grillparzer da. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 23. lapoldal

    jede Eisenbahn muss 4 million. Centner fracht haben nach der meile um zu rentieren. denn 40,000 fl. interessen fordert das baucapital, u. andere 40 tausend die Regie.

    Gaubinaut sur les races humaines.

    Abends mit Markevics soupèe

    Matuska golubuschka solnischko mojo pozsalui radjimoja djetjetko twojo vso mnje stoto gräzitsa slovno na javu.

    10 Oct. besuche Zichy Edmund. hat superbe Kopetzki’s 6 Stück. Von Marko ebenfalls

    zur Orientierung über die ungarisch-türkischen Eisenbahnen.

    von Damiette bis Salonik 175 m.

    von Saloniki bis Wien 166 m. / 341

    von Damiette bis Triest 335 m. die gantze Strecke von Triest bis Wien wird also durch die Saloniker Eisenbahn gewonnen.

    von Antakia bis Aleppo 180 m. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 24. lapoldal

    von Pesth bis Sulina 125 m. (bis Hermanstadt 72. bis Bukarest 108.)

    von Pesth bis Odessa 165 m. (bis Jassig 120)

    Pest bis Kiev 165 m. (bis Lemberg 81)

    Pest bis Varschau 114. (bis Krakau 72).

    von Pesth bis Belgrad 67 m (bis Eszék 38)

    von Belgrad bis Salonik 86 m.

    von Belgrad bis Constantinopol 118 m.

    von Pest nach Prag 77 m. bis Leipzig 113 m. bis Hamburg 176 m.

    von Pesth bis Linz 62 m. bis Augsburg 103 m. bis Strassburg 139 m. bis Paris 199 m.

    von Pesth bis Agram 46 m. bis Fiume 70.

    von Pesth bis Triest 82 m.

    von Pesth bis Padua 113 m. bis Mailand 149. bis Turin 168 m. bis Nizza 196. bis Marseille 222.

    von Pesth bis Florenz 150 m. bis Rom 198 m. bis Neapel 239 m.

    von Pesth bis Adrianopel 154 m. bis Constantinop. 185

    von Pesth bis Regensburg 89 m. bis Frankfurt 128 m. bis Cöln 153 m. bis Amsterdam 187 m. Ø siehe zwei blätter später. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 25. lapoldal

    Nachmittag mit Markevics in Schönbrun. die Vögel in der Menagerie. die Reiher (edel, purpur u. grauer) der Afrikanische Marabut in seiner balltoilette. der schwartze schwahn. abends suche ich Seidl, später im Volksgarten Strauss musik mit Markevics.

    11 Oct. Besuche Westenholtz, er giebt mir Jamesons Reise in Canada. zeigt mir Galtons Buch (The art of travel. London 1855.). Früher ist der Seeman nach Loglinien gefahren, nun kommt er nach Lunar observationen in seinen Hafen. auch das frühere verfahren genügte wenn das heutige auch besser ist. Nehme Thee bei Zychy und gehe wieder nach dem geographischen Institute. Mariani zeigt mir die Special Karte von Mittel Italien in 52 Blättern, 1 zoll zu 1200 kl. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 26. lapoldal

    Mit der geschichte der geographischen Leistungen in unserer Monarchie beschäftigt sich nur der general Hauslab (neben dem Mondscheinhaus bei dem Schwarzenbergschen Palais) u. Strefleur Ministerial Secretair beim Handelsministerium.

    betrachte noch die Situationszeichnungs-Schule von Scheda u. gehe zu Hauslab.

    Die ersten geograph. Karten waren Landschaftsbilder, theilweise Panoramen. Dann sind die Karten nach Reiserouten (Itinerarien) gefolgt. Nachdem auf der Schiffahrt man die Sterne zu beobachten u. astronomische Ortsbestimmungen gemacht hat, sind die Seekarten entstanden mit fessten astronomisch bestimmten Punkten u. ziemlich richtiger Zeichnung.

    Endlich sind diese astron. Bestimmungen auch auf das Land ausgedehnt worden und gleichfalls Landkarten nach astron. Bestimmungen erfolgt. Die erste solche war die Karte von Bayern von Appiani 1540.

    Der erste der die gebirge im Grundriss nach ihrer form darstellte war Lehmann 1790, wodurch nicht nur die horizontal sondern auch die Tört. Napló 8rét 3. sz. – 27. lapoldal Höhenmaasse der oberflächen zur Darstellung kamen. den Abfall des Terrains, der Berge mit Dunkel wiedergebend.

    Endlich in neuester Zeit hat man angefangen mittelst horizontal Durchschnitten noch genauer die höhe der Berge anzugeben, gleich wie die Jahre der Bäume nach den Ringen ihres Stammes gezählt werden.

    die einfache topographische Kunst u. die mathematisch topographische Kunst.

    Löwenberg geschichte der Geographie. Berlin 1840.

    Lelevel Geographie du moyen age. Breslau 1852. 1–4.

    Chozaistvenno-statisticeskoe Atlas Rossii izdanni departamentom selskago chozaistva. St. Petersburg.

    Speise in der Kaiserin Elisabeth. packe ein, besuche Pauli; fahre um 5 Uhr auf die Eisenbahn, besuche von da aus die Inkei Jägerzeile Nro 27. und komme abends in Pressburg an.

    Buttmann, die deutschen Ortsnamen. Berlin 1856. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 28. lapoldal

    Ø

    von Zichy bin ich noch in die Kunstausstellung. Aufgefallen sind mir von Marko, Sonnenuntergang dem Edm. Zichy gehörend. von Louis Gurlitt zwei Landschaften. Rojate im Sabiner gebirge, Nemi im albaner gebirge. von Schrotzberg weibliches Portrait, Eigenthum des Artaria. Einsle heisst nichts ein portrait des Künstlers. Amerling die Mutterfreude; Aigner, Portrait, wenig werth Püttner, aus der Bucht von Ota-Haiti.

    Statue: Brunnenfigur von Hans Gasser (die Lieserquelle in Karnthen, Modell-Statue in gyps.)

    Im Vereinslocale. Neumann aus Ofen, ein slavischer Musikant. Marko, ideale Landschaft mit Jacob u. Laban als Staffage, ungarische Puszta mit Regenbogen, beide des Graf. Zichy. Landschaft mit grosser Staffage des Imredi, der Sturm, Eigenthum der Brzezina. ideale Landschaft dem Arthaber gehörig. Rahl, weiblicher Studienkopf. portrait der portrait der Pejacsevich gebornen Teleki. Gurlitt bei Royate in Sabiner gebirge. Schufried gebirgslandschaft. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 29. lapoldal

    12 Octob. Besuche Zubovics, Lichner u. Barinyai; fahre nach Csákány, finde die ältern gut. Fr. v Pongrácz u. die Csausanski sind da.

    13 Oct. komme in Pesth an.

    Im Gömörer Comitat, in Szász wohnte der erste geadelte Reguly.

    Der Grossvater meines Vaters, namens Reguly István ist aus Netzpál gekommen nach Pápa; da war er Postmeister, heurathete später seine wirthschafterin. Diese heirathete nach seinem Tode seinen Binder von Profession und so wurde ihr Sohn aus erster Ehe auch zu einem Binder erzogen, das war der vater meines Vaters. er wurde auch von seiner katholischen Mutter katholisch erzogen, denn sein Vater war lutherisch gewesen.

    In Kovácsi bei Pápa war eine geborne Reguly Rebeka an einen Horvát (?) verheurathet. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 30. lapoldal

    1 zoll zu 4000 kl. (8 m.) genommen machen 15 zoll einen Grad. (bei General Karten.)

    1 zoll zu 8000 kl. (2 m.) genommen kommen 7½ zoll auf den Grad.

    1 zoll zu 12,000 kl. (3 m.) genommen giebt 5 zoll auf den Grad.

    1 zoll zu 4 m. (16,000 kl,) genommen giebt 3¾ zoll auf den Grad.

    1 zoll zu 5 m. (20,000 kl.) genommen kommen 3 zoll auf den grad.

    1 zoll zu 71/5 m. (30,000 kl.) genommen kommen 2 zoll auf den grad.

    1 zoll zu 15 m. (60,000 kl) genommen kommen 1 zoll auf den grad.

    1 zoll zu 20 m. (80,000 kl.) genommen, kommen 9 linien auf einen grad.

    1 zoll zu 30 m. (120,000 kl.) genommen, kommen auf einen zoll zwei grad

    1 zoll zu 45 m. (180,000 kl.) genommen, kommen auf 1 zoll 3 grad. Tört. Napló 8rét 3. sz. – 31. lapoldal

    1 zoll zu 60 m. (240,000 kl.) genommen kommen auf 1 zoll 4 grad.

    1 zoll zu 75 m. (300,000 kl.) genommen kommen auf 1 zoll 5 grad.