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Finnlandi Úti Jegyzetek – 15. füzet: Nurmis–Sotkamo
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MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-180
Finnlandi Uti Jegyzetek
15 füzet
Nurmis. Sotkamo.
MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-181
6 Juni. Dies Volk ich muss es lieben das so bescheiden ist und doch voll kraft Schiller.
Reise über Pisanvuori nach Nurmis.
Der 4 Juni, dem ich in Strömsdahl zubrachte, war der erste wirkliche Sommertag – der Thermometer war um 9 Uhr 15 grad Celsius um 12 Uhr 27° im schatten – gegen abend wurde es zuweilen trüb, und die ganze nacht maschirten Wolken wie in fronten über mein haupt. –
Vor meiner abfahrt besah ich noch die Oekonomie – küche wollte man durch Holländische race verbessern, diese sind auch viel besser – die finnische race ist sehr klein, die holländischen sind um sehr wenig grösser, doch sind sie fleischiger und runder und milch geben sie doppelt so viel – eine finnische kuh giebt 2 bis 4 kannen täglich in zwei melchungen, von Juni bis October Monat, wo sie grünes fütter haben – durch den Winter bis sie nicht kalben ist es wenig nach diesem, – Monat März oder April verbessern sie sich gleich – eine holländische kuch giebt 7 kannen. – In Kupio stadt kann keine andere kuche leben als eingeborene, vor mehreren Jahren hatte ein Apotheker, mehrere gieftige pflanzen auf seinem hof gepflanzt, um in die Apotheke zu haben, und diese verbreitete sich nun durch die ganze gegend – es schadet nicht wenn sie sich noch als kalb dazu gewöhnen. – In Kaavi Kirchhof ist es für küche sehr schlecht – Ottelin verliert alle sommer mehrere, zu weilen 8 auf einmahl, sie bekommen rotsucht – haben eine ungeheure hitze in sich, sie brennen, dass wenn man sie in see bringt und wasser über sie giesst, dampf von sie aufsteigt, ihre secretion ist roth, gebrannt, mit blut – hier in Nurmis hat man diese krankheit sehr selten, doch wird eine krank so ist dass weh, diese krankheit, in 6 stunden sind sie tod. Zur pflege gehört, dass sie täglich etwass saltz bekommen, früh und abends – hütung haben sie nicht, sie werden nur von ein Mädchen kurzen weg hinaus begleitet, und so kind sie den ganzen tag für sich gelassen, abends kommen sie alleine nach hause – Probst Wenell lasst ihnen brot bachen, es ist gerste, roggen, die schale dieses gertraides (dam) verschiedene saltzkräuter – mit etwas mehl oder kleim und saltz wasser, von saltzfischen und saltzfleisch – von diesem bekommen sie täglich früh und abends ein bissen, und befinde sich sehr wohl – wenn sie zuerst ausgetrieben werden giebt er ihnen auch immer mit saltz gemengten MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-182 theer in Mund – es ist selten dass in der ganzen versammlung eine durch krankheit umkommt. – Merkwürdig ist es, dass viele keine hörner haben – hier in Nurmis lieben die bauern besonders solche ohne hörner, weil sie eine der andern nicht schaden können, einem bauern sprach ich heute, er hat 30 küche und nur 4 mit hörner, von den kälbern behalten sie gewöhnilch nur die, die ohne diesen sind, manche zuweilen haben ganz kleine tubera mit haar bewachsen, man kann sie gut fühlen – sie verpflanzen sich nach dem stier – ist dieser ohne hörner, so ist es auch dass kalb. – – Ihre futter in Nurmis ist täglich, in wasser gekochtes heu, wovon die suppe ihnen sehr gut thut, – auch bekommen trank und brantvein, mit wasser gemengt – das gewöhnlichste ist doch nur blosses stroh – wass man doch in Laukas zum gehack scheidet, mit mehl oder (korpa) mengt und mit wasser übergiesst – man bereitet so ein ganzes fass voll, und in etlichen tagen ist dass ganze sauer, wass wieder dem Vieh gut ist – pferde bekommen dieses futter den ganzen Winter, und sind besser von aussehn als die unserigen.
Schweine hat Sigerstedt auch mit holländische veredelt, sie werden grösser als gewöhnlich, – die finnischen haben den ganzen rücken hinab sehr starke borsten – Russen gehen hier den ganzen Winter und sammeln diese borsten. – – Schafe sind von höhern schlanken wuchs. haben nicht ganz so langes haar wie die Ungarischen.
Nach 8 Uhr Abends nahm ich abschied – 4 stunden fuhren wir über dem Vuotjärvi – ich hatte zwei Mädchen zu ruderer, die eine war eine Svedinn, ein abgetriebenes Mädchen, wie es kaum zum vorstellen ist – zuweilen liebäugelte sie wie eine Taube, ein andermahl war es ein blick einer furie – alles war ihr gleich leicht extrem in sanft und frech spielen, eine huure könnte nicht runder sein. – Von Pisankoski führte mich ein törper weiter, der strom brach sich, in kleine fälle zu zwei orten – gegen dem zweiten waren wir zu schwach, wir hätten müssen umkehren wäre dass eine Ufer nicht so mit steine belegen gewesen, dass wir dem kahn darüber ziegen hätten können – – Ich arbeitet aus allen kräften, der ruderer war halb in schlaf und nickte wie ein betrunkener MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-183 es war eine remarquable Physiognomie – der grösste Mercurfresser könnte kaum zur solch blass gelben schlaffen schmincke kommen, neben seinem colie greque, sprosste ein neuer reicher schwarzer anwuchs – er mahlte ganz herrlich zur harmonie. Wir kamen bald zu Mikkola und ich bestieg den Pisanvuori, dem herscher aller finnischen höhen, vielleicht eher hauptsitz aller trollkünsten und kräfte des Nordens – ich wollte den Sonnen aufgang sehen, doch es war zu spät, sie machte schon vor einer halben stunde ihr toilette, um halb zwei – bei uns ist sie eine Grössere herrin. – Es wäre ein schönes spiel, wenn ich sie in Kuusamo auch so begegnen wurde – dass sie eben bei dem lappen zu einer nachcoquette wird, ist auch kein beweis der allgemein anerkannten hässlichkeit diese volkes – hätte Endymion ein gutes Gesicht, warum sollte die Sonne mit weiniger geschmack geboren sein, – – auch hat noch in unsern zeiten keine Dame ihr urtheil über sie gesprochen.
Die sonne war schon auf, doch konnte ich sie nicht sehen, sie verhüllte sich in dichten Wolken-schleier – der Pisanvuori zieht sich von Nord nach süden, und hat auf dieser seite ein ungeheures precipitz, er ist 600 fuss hoch, seine aussicht führt auf den Vuot und Seikajärvi mit ihren tausend inseln doch war kein genuss in diesem – die bestandtheile waren quartz und kalk auf dieser seite wo ich war – mein führer zeigte mir die andere seite, wo man die Quarttzkristalle findet, wie mir Tigerstedt auch gab – der berg ist sehr steil, in terrassen getheilt, am fuss dessen dicht ist ein kleiner see gegen Osten, ich überfuhr ihm und kamm wieder nach Mikkola zum alten Hardikka, er ist 85 Jahr alt, und wird Pisankönig genannt – weiter könnte ich von berg keine geschichte oder anekdote hören. – – Der besitzer von Mikkola war mein führer, seine sklawische unterthänigkeit ärgerte mich – dass diese leute nicht einem laut hören, von politischer erziehung, denken sie in jedem Herra schon für höheres wesen. – Ich verlangte butter und brot – es war gerstenbrot, konnte kaum 2 tag alt sein – doch trocken, wie sand melodirte es, unter meinen zähnen. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-184
Mein törper brachte mich noch die 7 werst über dem Vuotjärvi nach Säynäs – die hausfrau lag in einem ecke der stube auf stroh, neben ihr ein kleines kind, es war 2 tage alt – die Mutter war ein langes weib, doch stark erschöpft – – Die stube war gross, der ofen ohne schornstein – der hof hatte viel gebäude und zeigte auf wohlhabenheit
Der junge Tigerstedt liess es seiner frau, einer Schwester des Doctor Schilt schon sagenn, dass ich um 5 Uhr komme – man erwartete mich schon – sie wohnen sehr eng, man sieht dass sie noch junge wirtschaft haben – doch überraschte mich die bibliothek des Mannes – – ich übergab einem brief von der Mutter, nahm frühstück und fuhr weiter nach hangamäki und von da nach Palomäki – es waren 3 und ¼ Svedische meilen, zwischen leuter Waldungen, der beden war sand, wechselte mit sümpfe – es hätte mich sehr langeweilt wäre mir nicht menchmal schlaf gekommen – – Die leute in Hangamäki haben ein armes aussehn gehabt – doch wechselt reichtum zwischen diesen leuten in Säynäs ungeheuer schnell – durch etliche jahre fortdauernden frost kann der reiche bauer leicht zum bettler werden, darum macht unter diesen leuten, reichthum gar keinen würdegard – einer hülft dem andern nach kräfte und sind sich alle gleich – Die in Palomäki wohnten sehr rein, und waren grosse trockene magere menschen wie die in Hangamäki. – Bis Savitaipal und weiter bis Nurmis hatte ich ganz die nähmlichen gegenden – ich fuhr eine oder1½ Svedische meile durch wüste gegenden, bis ich auf ein oder 2 höfe die gewöhnlich in der nähe wohnen kam – die leute waren alle schön, und scheinen mehr leben zu haben als die Savolaxer – Männer kutsten mir hier und ich konnte doch etwass sprechen mit sie – doch war der knabe in Säynäs auch viel originell – er hatte ein lichtgraues beinkleid, auf dem hinter einen quadratirten schwarzen grossen fleck, wie eine rechentafel sah es aus, wer weiss wie viel man schon addiert und multiplicirt darauf hat. – Der bursche in Saivitaipal zeigte mir einen hof wo man kantele hat – den Namen Runo verstand er nicht – in Säynäs sagte sie kantele haben sie nicht aber 2 violin, man hat diess Instrument auch in Nurmis hier mehr, als Kantele. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-185
Nurmis Kirchspiel hat ein sehr grosses Areal – Kaavi kann vielleicht 14 □ Sved. meilen haben. – Nurmis von Jongeri an bis auf etliche werst von Säynäs kann 8 meilen in länge, 8 in breite haben – etliche 60 □ Svd. meilen – 6 bis 7 Svedische meilen muss ein bauer thun, dass er in die kirche komme, darum kommen auch viele nur alle Jahr 2 mal zu Jul und zu pingst – sie müssen schon freitag früh von hause gehen weil man keine Vege nicht hat – kommen dann theils zu fusse theils über Seen. Nach dem taballen von 1838 war die Folkmängde 6658, davon 62 lägrade quinnor – mit 380 hatte sich die bevölkerung seit 1830 vermehrt – bauern auf eigene Hemman 759 – auf andern hemman 9 – erde besitzende törper 210, einhäusler 212, bonde drengar 488, arbets och tjenste gossar 79 – murare 1, skomakare 1, skräddare 2, smid 1 – die bauern bereiten sich hier alles selbst, sie sind schuster wie schmiede gleich – die grösse entfernung in der sie von einander wohnen, zwingt sie alle handwerke selbst zu verstehen – unächte kinder uner 15 Jahren waren 39 Männ, 57 Weib, fattige som underhållas af rota eller i fattighus 24 M. 28 Weib, fattige som njuta – understöd af församlingens fattigkassa 6 M. 5 Weib. – In ehe lebende 1062 von jedem geschlecht.
Summe von Adel 3, von Läroståndet 21, Ståndpersoner 11 – Bonde ständet 6583 – alle andre 40.
Tabell öfver födde År 1838
födde 231 döde 157 vigde 49 – dödfödd 9 – oägta 4 – upplöste ägtenskap 35.
Frossta wüthen hier ungeheuer – alle gegenden sind voll von sümpfen – und hat man 2 Jahre frei von diesem, so ist dass 3te Jahr bestimmt durch diese verloren – zwei Jahre hat man nun gute gehabt – doch vor diesem durch 10 Jahre war alle mühe umsonst – wenn sie auch sümpfe austrocknen so ist diess auch ungeheuer schwierig,weil nicht in den untern gegenden nach 3-4 Jahren etwass säen können – der frost nimmt alles – in 10 Jahren können sie erst auf eine einnahme rechnen – hafer haben keinem weil der Sommer zu kurz ist – die winter frucht des probsten ist hier noch viel kleiner als die bei dem Schilt in Laukas – – die Kaski brennt man hier nun überall – in Säynäs sah ich ihre ganze procedur MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-186 – Dass feld brennt noch auf einer seite, auf der andern wie es bischen kalt ist, säet man gleich darauf, und ackert es gleich um – dararuf kommt die (borozda) und man erwartet die ärnte. Zuweilen nimmt der frost so alles, dass sie nicht ein tonne bekommen – sie helfen sich kann durch anderes brot – petäjä leipä ist aus gemahlnen tannen rinde – olki leipä ist aus gemahlnen stroh – und surve leipä aus diesen beiden gemengt – suola heiniä leipä (acetosa) oder vehka (arum pallustre) bereiten sie aus den wurzen diesen pflanzen – Venell suchte sie nun bekannt zu machen mit dem Isländischen Moos jäkälet velli oder huttuu – doch sie müssen noch mehr dazu gewohnt werden – diess wäre dass besste von allen sorten.
Raubthiere sind die andere grosse plage dieser leute – vor 2 stunden war hier ein bauer, zu fragen wass er thun soll – er wohnt auf einer Insel, sie kann eine halbe Sve. meile lang sein, sie sind 4 hofe darauf und haben nur 2 gewähre – Wölfe sind auf der Insel und haben schon 2 stiere gemordet der probst schickte sie zum Ländsman, um anzusuchen dass man eine Jagd auf sie macht – doch sind wölfe für schafe gefählicher, voriges Jahr tödteten sie einem bauern seine ganze herrde an einem tag – es waren 24 stück – der wolf mordet so viel er kann – Der bär geht mehr auf küche und follen – vorigen sommer tödteten sie 12 küche – man stellt durch den Winnter Jagd auf sie, – diesen Winter tödtete man nur 3. Doch sind die bauern solche verlusste durch ihr leben schon gewohnt – und ihr arbeits eifer ist darum nicht minder – sie arbeiten des tages zuweilen 18 stunden – wegen der kürze der zeit sind die so bedrängt – und sind nicht so verschlossen wie die andern finnen, sie sind wissbegierig und suchen mit mir zu sprechen – An heurathen haben sie auch tanz – polska – Kasakia – Venäitä – – Auch kartenspiel kennen sie, myllemat, contrapass (es werden 5 karten gegeben – der 3 stich hat gewinnt) piuvius (för sista stik) etz. – Der Länsman sagte mir wenn frosste sind, muss er auch häufig petäjä leipä essen nur wenige reiche bauern können für sich korn kaufen – die Crone abgaben gehen da auch hart zusammen – die letzten 2 Jahre war keine Schwierigkeit. – Dass Kirchendorf kann 6 quadr meilen haben. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-187
70 dörfer sind in ganzen Socken – der theil gegen Jongeri ist fast alles sumpf – strafe verdienen sehr wenige, und dass meistens nur wegen trinken – in allgemeinem sind sie viel nüchtern doch – seit dem mann storskift hat, geschehen viele anlegungen von neuen bauernhöfen, der Ländsman sagt in 2 Jahren sind 40 neue in diesem Kirchspiel.
Lönnrot sammelte hier mehrere lieder – als er ankam schickte er in alle gegenden, die Runen können sollen zum probsten kommen, und sie kamen wirklich – und sangen während er schrieb – sie hatten zuweilen kranke mit sich, er verschrieb ihnen und gab ihnen salben, oder bekamen sie 30 bis 60 kopek, wie sie besseres oder schlechteres sangen – man hat hier etliche Runo niekka, die aber nicht so gutes leisten wie Korhonen – hier in der Nähe ist ein blindgeborner Peter Saastamoinen der kantele verfertigt, die sehr schön sind, mit 8 oder saiten. – Tietäjäs verlieren zu viel schon ihren credit, doch consulirt man sie zuweilen – Gegen Sotkamo wohnt einer namens Timmonen als Venell als Pastor hierher kam, liess er ihm zu sich rufen und persvadirte ihm seine künfte zu zeigen – er führte ihm in sein stall, zeigte ihm eine kranke kuch, und bat hülfe für ihr – er hatte eine schlangen haut, ein bischen sand von der Kirche eine silbermünze etz. bei sich und sang etliche verse dazu und die kuch sollte gesund werden. – in der nähe ist ein alter Mann namens Karjalainen, man glaubt dass er, von einem federhaar, ganz mundirte fertige soldaten schaffen kann, die mit Russen oder andern feinden krieg führen können, – Einmahl war er in einer sägemühle, da nahmen ihm die leute, trugen über etliche treppen staffel und liessen ihm hinabfallen – er wurde böse sang etliche werse – es donnerte und war Hinten geknall die ganze Nacht in der sägemühle etz. man hat noch viel solchen aberglauben – zur kirche bringt man häufig hier, verschiedene aus holtz geschnittene puppen mit rother wolle überwunden ein bischen kirchensand und saltz in ein säckhen – hat man einen wunsch oder furcht vor etwass, so glaubt man durch solche sachen sich zu helfen – In Pielis war vor kurzer zeit solch eine puppe, um ihren hals war ein kleines pferd aus zinn gebunden. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-188
Die leute tragen hier in ihrem feuerzeug gewöhnlich eine kleine schlangenhaut und eine münze, es dient wie ein talisman, es haltet unglücke ab.
Der Probst Wenell könnte mir über diese wie ich glaube gute auskunft geben, doch er fürchtet, er spricht sehr ängstlich von diesen sachen – er kann auch mehrere taschenspiel künste, die er etliche mahl vor seinem gästen producirte – durch die dienstboten ging diess zum volk über, und er gielt nun für den grössten Trollkarl im ganzen Kirchspiel. – Seine frau ist eine Schwester dess Gottlund, sie haben 5 Mädchen und ein Knaben, die kleinste ist falsch wie ein Amor – sie war gleich gut freund, und als wir zu Sonnen niedergang um 10 Uhr auf dem hof sassen hatte sie viel lust palm zu speien – als sie schlfen gingen machte sie noch mahl die thür auf, und warf ihren kuss mit viel geschicklichkeit.
es ist etwas eigenes den ernst dieser zu sehen und darum fielt ihr körper auch etwas steifes, jene biegsame anmuth der gestalt fehlt, paikos járásuk
das weibliche Geschlecht verdient den Nahmen schon, eine schöne nicht durch schnürbrust sondern durch Natur gebildete taille – dass gesicht von runder frischer form, dass auge feurig doch mit einem ernsten trüben top, und worte des herzens nichts wollend zu verstehen.
8 Juni
Reise nach Sotkamo
Gestern, den ersten Pfingstag blieb ich bis Mittag noch in Nurmis – um dass volk wass zu diesem Tag in grossen Massen zur Kirche strömt zu sehen – Die Männer sind von mittlerer grösse, sehr trocknen magern körperbau, haben niedere tiroller hüte – und gewöhnliche kleidung der finnen aus sarka – dass gelbe haar ist nicht so ganz allgemein wie in Rautalambi dunkel blondes, braunes haar sieht man viel es ist ein übergang zu den Russen – auch gesichtsbildung hat verschiedenes – der gang ist fest, bischen schwer. – Die Mädchen sind am schönsten gekleidet in ganz finnland – so einfach und so rein, wie ich nie ein volk sah – Ihr reckel ist mit engen geschlossenen männer ärmel wie ich sie in Kuopio zu erst sah – und ohne kragen – dieses schliesst sich auf dem weiten langen rock, und weiter ausser hemd haben sie nichts – ein tuch über dem hals, eines über dem kopf – ihre fussbekleidung sind reine leichte topanken – Ihr wuchs ist von mittlerer grösse und zart, sie sind meistens sehr mager, die leichte lange kleidung macht sie noch mahr schlank – wenn die ihren reckel ausziehen, kleidet dass leichte hemd – den kleinen busen ganz zum lieben, ihr rock ist auch so leicht, als sie gegen die sonne, vor meiner gingen – konnte ich nahe die musculatur sehen –es sind meistens blau, grün oder carmin gestreifte leichte wollzeige – auch aus garn öfters – sie bereiten sich alles selbst. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-189
Ihre hemde Ärmel gehen immer unter dem ellbogen – und sind weit. – Ihr gesicht ist von gleich zarter feiner bildung wie körper – zuweilen eine sehr schöne reine weisse haut – sind alle runde interessante gesichter. – Und solche geschöpfe müssen zu weilen Jahre lang tannenrinden brot essen, – man kann in ihren ernsten sanften doch leicht freundlichen Gesichtston, vieles sehen – – wie gerne würde ich, mit mancher mein brot theilen! – es ist gut diese eile die ich überall habe – diese Mädchen würde mich noch zerstückeln – Aus Laukas schrieb ich an Collan, dass finnische blonde haar fesselte mich, dass ich verzweifle etwass unpartisch in zukunft von Finnland sagen zu können – und sie schmieden noch auf eines ihre ketten – – Sie sind gefährlicher wie all andere bescheidenheit und anspruchloigkeit sind ihre waffen, mann sieht keine gefahr, nur die wunde blutet. – Wass macht nun Sotmoriata? wascht sie oder sitzt sie an weberstuhl? – würde sie mein Namen in ihr kangas weben, ich möchte ihren auf ein koivun kuoren schreiben. –Es war eine zeit wo sie dem glücklichen paha nannte, ich nahcte mich Ihr da im geheimen – doch sie war nur – mein unglückseliger leichtsinn entblösste jedem auge dass herz, und ich verlor dass spiel. – Aber ich bereite rache – ein lappe wird seine werse über Sie singen, und reue und sehnsucht ergreift den kleinen, hochmutigen busen – (wenn sie dann um erbarmen an mir schreibt so will ich noch mahl nach Laukas fahren.) – – Die bauern haben guten geschmackt hier – mit ganz lüsternen mund sprechen sie zu weilen: se on punakka ja pyöree muotonen – se on nün kaunis – kaunis se – se on tuommonen punakka verinen.
Es ist merkwürdig, diese leute wohnen so einsam und verlassen, und doch sind sie freier gegen einem fremden wie die in Laukas – sie lebhafter und lachen mehr, und doch um wie viel ist beschwärlicher ihr leben wie dass der südlicheren – es ist vielleicht ein zug des Karelers. – Nach dem Gottesdiens brachte man mir ein theures present – eine aus holtz geschnittene puppe, mit rother wolle an hals umgebunden, auf dem ein stückhen gegossenes blei ist – und ein säckhen mit kirchensand und saltz gemengt – die puppe war an der Kirchenwand gefunden, dass säckhen sand an einem Grab – MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-190 nach des probsten vermuthung brachte es eine Menyetske, dass ihr Mann treue bleibe – es ist eine art offen, wodurch sie alle geister für sich gewinnen glauben – Ich gab es an dem probst adjunkt er schieckt es an Major Carsten, von diesem werde ich es bekommen.
Noch hat man auch hier dem aberglauben, dass man an gewissen tagen in der woche, gewöhnlich am Donnerstag keine bestimmten arbeiten macht zum b. man spinnt nicht etz. In Sotkamo spinnt man von Jultag bis zum trettonde tag auch nicht – hier werden die heitto pyhät 2 zu Ostern – 2 zu pingst auch sehr observirt – Als Gustav 3 die dritten tage von Ostern von pfingst etz. aufgehoben hat, wurde hier eine ordentliche revolution, man haltet es noch für sünde an diesen tagen zu arbeiten – alle verbrechen unter ihnen werden an diesen otiosen tagen verrichtet – Nun wollte man auch die zweiten tagen dieser feuert abschaffen, man disputirt noch davon.
Nach dem Gottesdiens wurde eine taufe in Massa gehalten – 8 kinder wurden auf einmahl abgefertigt – die patrorre standen in ein grossen halb cirkel um den priester.
Bei Mittag hatten wir prächtigen Göss fisch und Meerrettig – sie bekommen diesem immer aus Kuopio, hier wachst er sehr klein – darnach empfehlte ich mich bald – ich kam nach Jokikylä von da nach Haapajärvi, von Nurmis bis hieher, und eine meile weiter von diesem, ist die Gegend so bewohnt, wie ich noch keine andere hier sah – schöne wiesen und weite felder breiteten sich aus, dass ich staunte – würden sie frosste nicht so hart, wäre hier viel wolhhabenheit – der boden ist leicht und besser wie der in Kuopio – er giebt 30 bis 45 korn –und darum sind sie in allen in überfluss, wenn sie gutes Jahr haben – wissen hat man in Nurmis socken ungeheure Ich fragte auf etlichen orten nach Petäjä leipä und bei dem armsten leuten, konnte aber keines bekommen – sie sagen selbst, es ist ein sehr schlechtes essen, doch schadet es ihnen nicht sie sind es schon von kindheit gewohnt – in Jokikylä sah ich Isländisches Moos zwischen den zimmer-wand balken, ich lehrte sie wie man thee für die brust, daraus macht, auch wie man grütze daraus macht, die besser ist als Petäjä leipä, sie MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-191 hatten dank dafür – tannenrinde brot kann eben auch gesund sein durch dem theer artigen inhalt – wie die tallstrund als thee medicin sind, gegen gicht reumatismen etz. von petäjä leipä kommt doch gewöhnlich rothe ruhr. – Die leute waren meistens in die Kirche gefahren, die übrigen pferde auf den wiesen – ich war sehr aufgehalten, auf jedem orte wartete ich ein oder 2 stunden – es ist merkwürdig ihre reinheit und gutes aussehen obwohl sie nicht eben viel in ihrer Oekonomie besitzen – in Haapajärvi hatten sie nur 14 küche 12 schafe 3 pferde 8 schweine, und ide küche geben nicht mehr als eine kanne täglich – sie sprechen sehr gerne ich verstand viele worte nicht statt Caffe sagen cahve, weiter talavella kolamella etz. – Die Mädchen haben in ihrem guten wucks einem eigenem gang, es ist nichts leichtes und gleihes dabei ihr popos kann keine symetrie behalten, macht immer schiefen gang – sie haben viel pajkosság darinn. – Gegen Rumolambi war es kalt, durch nasse tiefe sümpfige gegenden fuhren wir auf einer landstrasse, die keine graben zäumung hatte und zuweilen so gras bewachsen war, dass pferde gute weide hätten gehabt – ich war in angst dass wir die spur verlieren – andere strecken waren wieder nass, mit loosen thon boden, dass dass pferd biss bauch hinein stürzte – – auf dem weg nach Nurmis waren auch etliche nasse strecken. In Rumolambi hatten sie kein karren, dass pferd war auch nicht zu hause – mein kyti pojka führte mich weiter auf dem Maanselkä valtala – die sonne war eben in aufgehn, nicht ein wölckken trübte ihren glanz, es war kaum halb zwei vorüber – ich besah sie ein bischen und legte mich schlafen, bis man pferd aus dem wald brachte, in Savi Acho machte ich auch so – Der Maanselkä geht. sehr almählig in steigen, so auch im sinken – es ist ein breiter, nicht hoher sandiger sandiger erdrücken, mit sümpfen meistens bedeckt, die die dasigen höfe und ackerbauer zuweilen zu bettlers machen – die waldungen geben auch keine aussicht er scheint hier in zweirücken zu gehen – sein zweig bei Kuopio war steiler und steiniger. – von Jurkalax fuhr ich die letzte meile bis Sotkamo über dem Sapso See.
MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-192
Tacitus Gottlund pag XXX.
Solche namen giebt es in Finnland eine mänge die viel gleihheit haben Ampiainen in Svenska finskskogar Arpiainen in Savolax hattaräimen mythologie in Jokkas hattarastar kalikkainen vermland farkiain jokkas ochsä byssam heter tarkiala. Heredot leipoksain arpoksain kolaksain airaksain sagt man auch – nen ist dimintu form undake nomira promia haben diese das ist dass schöne, söta, liebe + lieksäinen kolamainen bäde i Savolax Airaksainen hämde man i Kuopio in Savolax, Karelen und ober Österbotten hatten sie eigennahmen die wie sie alt zeigt schon steerleson spricht von einem Kelta (Keltainen) – und manche Namen giebt von denen dass radix nicht mehr vorhanden is minikäinen wie z.b. tarvanen puhakainen ein sehr allgemeiner namen (vielleicht von tarvasm elephant) wunderlich dass die finnen dafür ein nahmen haben auch auf Kameel, auf löven sie tranken auch hastmjokki) haben, sie haben auch namen auf olm und Ask etz. welche nur in süden wacksen Tacitus 108 + in Tavastland haben sie ihren Name nach den hof den sie bewohnen und die nie ihre namen verlieren – ziehen sie weg davon so wehseln sie auch den namen – weil die hofe ihre namen nie verlieren, so weiss man welche finnische anläggungen sind MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-193 käyä yö köngässä eller yö jalassa lähetän nyt käymän yö kängässe svenskar kallat de gär sä brandvakt eller rot makare sie sind gewohnt von kindheit darum ist es nicht gefährlich siella oli rottosa, det war roligt
mehrere sprüchwörter zeigen auch, dass die finnen südlicher wohnten otava 1 del fag 134 harvoin helluntai tähätoin harvoin Juhannus fyvätöin. rag 75 ta kana joulu telvi kaikki
z.b. mehtonen lilla tjäder kyhkynen, lill dufva – konanen lilla typpan – kukkainen lilla blomman – diese sind substartiva man hat auch adjectiva, mustonen litta svarten – diminutive formen liebt man sehr, so auch in werben die frequentativa – isä isoinen emoinen
MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-194
Partigängaren Johan Tiainen
Pielis und Nurmis sind viel unbewohnt noch und öde ganz abgelegen von den übriegen theilen nun giebt es wohl landsvåge dahin, doch unter den latzten finnischen Krieg hatte man noch keinen nur den winter konnte man sich nahen. Dass Volk ist tapfer und zeigte sich den letzten Krieg viel auf und war geführtet von Russen die bauern vertheidigten sich selbst hatten gar keine regulieres Militär es behieltam längsten ihre unabhängigkeit, beugten sich (zerletz von allen) unter dass fremde Joch und Schworen ihren Eid über ein Jahr später als die andern. – Die buvafnetenz bauern die sich ein zahl an ein paar bausend aufmachten
warenoperierten in mehreren theilen, die ihre anführer hatten (sie wällten sie selbst, und folgten strenge subordinanz und hütelen und vertheitigten 2 Jahre Sommesi ihre gränze) der ausgezeichnetste dieser anführer war Tiainen er wanderte 1808 nach Österbotten zur Svedischen arme,bekambat von general en Chef Klingsporre waffen und munition für seine leute, er wurde zum Kapitain ernannt und bekam einen theil, mit dem han upreste derester folket, amkring 400 straxt ibörjan, han gjorde ästlielliga spärre treffningar, meistens mittguten glück, und machte ihren viel schaden durch transport occupierung – einen unterandern nahm er auf solche art, dass er als unbekannt zu einem führer sollte dienen, der dass russische lager, aber er führte es dafür in das svedische lager. – Einer seiner pfüffigten züge ist die gefangen nehmung des Russischen statthälters in Nunibaara (Joensuu socken der stora vägar korfar kvarandra) General auf Kuopio flüchtete – MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-195 hatte eine posterung von Dragoner zur bedeckung eines Russischen Magasins – Tiainen auf dessen kopf er 800 rubek sitzen sitzte, kam eine dunkle herbst nacht, da fürstenberg in grösster sicherheit schlief, mit seinem folk, zu dem hof nahmen die wachen gefangen mit etlichen und aus der haussherr auf dass klopfen fragte wer meldeten sich an als bauern die mit den statthalter sprechen wollen, man liess Haara nahm dass wort und sagte, er kommt um den preiss von Tiainen. die begann der statthalter zu leben, denn er wusste wie es mit ihn stehe – und er sagte, wir sind ja freunde unter uns obwohl es krieg ist in allgemeinen – Haara antwortete darauf pitais toch Macherralle antoo kättä minulle (er gab die hand) und haara, erklärte ihn zu seinen gefangenen, meianmies läheppäs nyt matkaan – (wie viel schonung und chevaleresque behandlung und feinheit in diesen liegt, von bute, die so wild in wälder und öden wohnten) – so setzten sie ihn zu pferd und führten ihn in Eno versamling wo er bei prister einquartirt wurde und wo er lang krank gelegen war und bewachten ihn nur nach der finnen ihre capitulation wurde es ausgeliefert an die Russen dass Glück wende sich bald, und er hätte fast dasselbe erfahren wie Fürstenberg. – Er nahm nämlich an transport von den Russen, als er diesen den Schweden zufuhren walte setzten ihn ein theil der angekommenen Russen nach in Putlango erreichten sie ihn – Er war in einen hof und trocknete eben seine kleider nach dem regen mit kapitan Nilson, welcher ihn zulieb und hülfe von den Schweden wurde zugeschickt – die russen umgaben dass haus MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-196 sie asen ihr nachtmahl als einer von den bauern bemörkte etliche militair Tainen legte sich auf eine bank zu schlafen als um sich nicht zu kennen zu geben csako sie eintraten –, erklärten Nilson zu gefangen und alle übrigen leute, unter dessen sprachen recht freundschaftlich den ganzen abend – Nilson bat den Russen Major er möchte erlauben die bauern könnten ihre pferde zu pflegen hinaus zu gehen – es wurde erlaubt, aber nur dass 1 oder 2 auf einmahl gehen könnten – da sprach nach einer kurzer weile Tiainen an, er möchte nach seine pferde sehen – diesen machte sich damit auf und ging, ohne mütze und als daraus war so eilte er über wald und morast zu seiner errettung und kam zum Svedischen lager bei Torneå arter General Sandels – als darnach Nilson mit einem seiner leute leise sprach und fragte ob er nicht sollte sagen dass Tiainen da war, er missrathete es – da fragte der Russe wass sie lachen ob vielleicht Tiainen hier väre – da zeigte Nilson seine Mütze und Swerd – man untersuchte gleich dass ganze haus bis später Nilson seine flucht erzählte.
Tiainen er blieb darnach in Schweden, nach den frieden kehrt er zurück – und lebte in ruhe mit seiner pension er trug sich als bauer gekleidet, nur war er zum heiligen Abendmahl gekommen so hatte er sein Uniform an – nun ruht auf immer, doch sein name bleibt lebend, und bei den langen winter abenden oft bei den warmen herd erwähnt, und fühlt manchen jünglings brust mit begähr nach seine thaten! MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-197