-
LapozóNézetMetaadatok
-
Finnlandi Úti Jegyzetek – 14. füzet: Kuopio–Strömsdahl
-
-
MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-166
Finnlandi Uti Jegyzetek
14 füzet
Kuopio – Strömsdahl
MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-167
Kuopio Gouvernement 2 Junius
Statistik öfversigt af Kuopio Län
Utgöras af norra Savolaks och Svenska Karelen sträcka sig ifrån 61°45’ fill 64°4’ lati. und long 43°37’ till 49°16’ – hat 398 □ svedis. meilen – von welchen 220 □ m. land sind, dass übrige wasser kärr und worast – Folksmängde nach der 1837 – 149327 – Ist eingetheilt in 5 härade, med und lydande 15 Socknar och 11 kapellen – der hemmanen anzah 7012 – fördelta emellen 14009 färskilta Åboer – – Acker hat man 295 Wiesen 650 Svedje och betesmark 3300 skogbewäxta salmo 4200, skogbewäxta hölster 1299 kala elte skoglösa berg 1185 – karr mossar och myrok 11570 tomter och wägat 21 Sjoär beckar och åar 5709 Summa 39820 □ Russ. werst nur approximi – sjöar machen 1/2 theil, kärr und mossar 1/3 theil aus Die erde ist sand med mylla – lergrund ist wenig
Die höhen Pajjo etz. haben 220-250 fuss Rifanvuor v Nilsiä socken bei Syväri See 600 fuss – approximirt – Wasser sisteme sind saimen Päjäne und Ladoga – alle von Nordwest gegen südost – diese Seen in nördlichen liegen 240 die mittlern 265 und bei vorkaus 248 fuss über meeres niveau – über warkaus fors fuhr man leis jetz mit 5-6 brattrige boote mit 30-60 tonnen last, nun wird der Canal grössere schiffe durchlassen – und man kann mit 5-600 tuzend brätten auf einem schiffe von Ruskovirta in Maaninga Kapell nach Wollmanstrand 270 werst R. ober Wieresua kann man bis Salakmi reisen, wo alles aufhört.
Alle diese Seen können mit mitte december mit schlitten beifahren – bis mitte Maj wo sie gewöhnlich oder höchsteb bis 1 Juni eis frei werden.
Die kleinen boote werden von bauern verfertigt – die grössern fordern baumeisters, und kosten 100 bis 200 rubel – (lodjon) genannt Kallawesi long 38 und 12 breit werst. 20-90 fuss tief. Syväri 27 lang 9 breit werst, tief von 50-120 fuss – ufern sand und steinig MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-168
Kärr 11,570 □ werst fläche sind meistens in ober und unter Karelen und Idensalmi härad. Egyptin korsei sanka mossa bei Uliviegi leg i Pielisjärvi Socken, och uti flere richtningar sträker sig, upp at Prepala Socken af Olonetz Gouvernement, Svelcher in sich so viel kälte unterhaltet, dass die dorf bewohner obwohl sie die schönsten äcker, doch wenigstens alle 3te Jahre ihre ernte verlieren – nach vermuthung hat er 3000 tunneland – er könnte in der Pielig See abgeleitet werden, doch kosten würden viele sein. – Ein anderer von 30 lang und 15 breit werst Sukkula genannt af linker seite Wiinijärvi See in libelits Kirchspiel. – Andere mehrer sind noch, sind theils waldloss theils mit kurzen fichten bewahsen – ihr grund besteht losa äfja eller gyttja, och äro dessä kärr jå sanka ath fåtgångare sommaren icke kunda fördas öfverdem. In winter kommt starke kälte ohne schnee so frieren sie sonst nicht und man kann nur mit schneeschuche übergehn.
Gran och tall skogar äro de mets rodande – sie sind wegen Svedje viel aufgehauen, doch wachsen in 15-25 Jahre neuer wald – solange ackerbau in mangel hinreichender wiesen, noch nicht in grössern masstab erweitert werden kann, muss man Svedje haben, denn sie geben. die bessten wiesen, wenn die kleinen waldungen nach wachsen, und sind mittel um so viel vieh halten zu können – De med fura tall och gran bewaxte skogarna welche wegen steinigen boden zu Svedje untauglich sind, geben bauholz und säge stöcke, brenn und zäume holz – wass überall nur in Libelits kirchdorf nicht – gefunden wird – mann musste aus Kärimähi socken herschaffen. – Björk Ahl und Asso sind weitere hölzer.
Die wiesen sind meistens aus ausgetrockneten sümpfen – auch niedrigen neulich gebrauchten Svedje plätze geben heu durch stromregirung können viel mehr wiesen errungen werden
Jord män meistens sand wenig lehm, noch weniger vegetabilische erde nach dem durch Svedje die wälder getilgt – – Acker wurden nach dem Storkift wekte die litt zum acker brauch viel erweitert und durch artificielle mitteln und dünger bestehend in torf, kärrmylla, und granress, viel verbessert unterden letzten 10 Jahren – doch sind sie unbedeutend nach ihrem areal gegen die in unterfinnland, mehr ungleich steingebunden und schif ins thal gehende, weil das ganze land aus hügeln, berge MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-169 und sand åsar besteht warum die dörfer auch alle auf hügeln gebaut.
Die felder sind in 2-3 theile shifte getheilt, und während 1/3 in ruhe liegt bebaut man 1/3 med rog, 1/3 med korn, erbsen bonen lein etz. och permedium erntet man roggen 6 7 bis 8 von Sommersat 5-6 korn. – Hafer wird nur in Leppävirta und in Nieder Karelen härad gebaut – lein hampf und erbsen sind nicht allgemein denn froste schaden viel – und ist nach nicht recht bekannt mit bereitung des leins und hamfs – Industrie ist akerbau, und viehprodukte – aus butter bezahlt er seine kronabgaben – pferde zucht ist in Kuopio die besste von Finnland, besonders Kuopio und Idensalmi socken – Russen geben zuweilen 7 bis 8 rubel – darum ist der Markt hier so viel besucht. – Stark und haben ganz ungewöhnlichen trabb – voriges Jahr verkaufte ein bauer ein hengst für 1500 rubel.
Spanische und Dentsche schafe sind nur bei possessionate der bauer hat die finnischen, schert sie 2 mahl, geben 2-3 sklopund grobe wolle – welche zu kleidern verarbeitet wird.
Bienen hat man gar nicht, fische exportirt man nicht – dagegen ist die Jagd macht nicht ein unbeduetenden Nahrungsartikel – ausser vogel hat man bär, wolf, linx, fuchs, marder hasen und eichhorn felle – – Auch der verkauf von Sägestocke in der nähe von seen, wenn sie es mit berechnung, und nicht zu viel thun – giebt ein sehr hoffnungs reichen einnahme artickel, auch potasche.
Garten Cultur haben nur standes personen kohl, rüben und toba? und manchen theilen hammel wird von bauern auch gesäet. Potatis Cultur wurde in Sveden bekannt durch die zurückkehrenden trupfen aus dem siebenjährigen krieg – hier vor 30 Jahren waren sie sehr wenig bekannt, nur hat sie jeder bauer.
Mineralien in Kuopio socken 2 kalkbrücke und ein tellsten brott dicht an der stadt – – – der mann der erfinder bekam kleine pension, nicht lange ist er gestorben. Bei herrajoki forss hat man ein kupfer wer 1810 machte der Grosshandler Nabokoff anfang – den 1821 liess man es wüsste, nun 1838 fing man wieder die arbeit mit guter hoffnung. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-170
Privilegirte eisen werke sind, warkaus, strömsdal, und Jyrkäkoski in Idensalmi socken, alte drei haben auch massungen (fourneau de fer)
Ausserdem Masugn mef blästersmide i Gustaffors uti Kaavi socken, samt Mönkökoski i Ilomants Socken. – Bläster werk äro – Salahmi i Idensalmi, Urimalaks i Nilsiä Kortas i Kaavi, Pangankoski i Pialisjärvi, och Koinkoski samt Ilaja uti Ilomants, von welchen allen, eisen aus sjömalm gemacht wird, und wird theils bei den werken verkauft, theils auser dem Gouvernement geführt
In vorkalls hat man ein kleider feh tuch fabrick, doch grob.
Säge mühlen hat man 17 auf welchen ihnen von der Regierung 99,440 stöcke zu sägen erlaubt ist – keine Controll hat man aber nicht dagegen – blanken sind 4 zoll brätter 1½ zoll dick – – von jedem stock werden gewöhnlich 6 gemacht – und jedes 15es brätt ist an die krone gezahlt, welchen man immer in Markegång bezahlt. – Sie werden sortirt gewöhnlich kostet das duzend 7-8 rubel.
Die eisen werke sind priviliegirt auf 30,000 lispund, oder 1500 skeppfund (1 skepfund hat 20 lispund) von welchen sie an die Krone procent bezahlen – 5 eisenwerke die maligen bezahlen für jeden Tag sind noch in freiheit die bläster werke 1 procent die sie auf 20 Jahre von ihrer anlegung bekommen.
Wassermühlen sind bei jedem fors 139 – Windmühlen 499 – es können auch mehr sein
Man säet 23000 tonnen roggen, 28,000 korn, 13000 hafer – erntet 190,000 rogen, 150,000 korn, 36,000 hafen pferde 23,000 – 75000 küche, schafe 71000 – – Von Spanmål werden 6000 tonnen brant[...] gebrannt – Potatis wenigstens 60,000 tonnen –
In den Kirchspiel magasinen sind 12,700 tonnen getraide (korn und roggen) – nur libelits und Idensalmi haben noch keine. De bergktade Marknader aftager, fordem af landsmän vider ifrän och fremlingar besökt alltjedan Landhandeln frän Sadolax och Karelen begynnt draga sig till Petersburg dit allmogen särt att fjels föra fina vöror och derifrän der äfven tager sima förnojdenheter derför finner oster bottnesk handlanden ingen uträknis till sin resa. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-171
Communication zu lande. – Es sind 2 grosse Landstrassen die eine geht von S. Michael über Kuopio nach Uleaborg die andere von Vasa nach Kuopio und weiter nach Wiborgs Gouvernement. übrigens sist das ganze land durchkräutzt mit Kirchspiel wegen welche 6 [..]en breit sind – die landstrassen sind 10 ellen – 181 Sommer und Wintergestgifverien zusammen sind in Län.
Militair sind 50 kosaken in ganzen Län.
Stadt ist – eine – Kuopio mit 2100 einwohner – die andere wird jetz angelegt, in Conjolaks kapell von Libelits Socken wo der fluss Pielisjoki in Saimen sich ergiesst, in Orives See – in Poensuu dorf. – Kuopio hat 271 gårdar.
Kronen einkünfte sind über 100,000 rubelsilber Kirchen sind von stein 1, von holtz 27 – bönehus 8 von diesen 29 lutherisch – 7 Russisch (2 kirchen, 5 bönehus) 4000 einwohner sind griechischer religion.
Lehr Anstalter, ein trivial schule – Fähren sind 6 im Läne
Mit Stor skist fing man 1784 an Jahr 1839 fukkändade storskiften 4939 hemman under skattlägning och storskift 2281 hem Icke handlagde (frälfe hemman) 155
5000 sind vollendete – die übrigen under 7375 arbeit –
Ich speisste heute bei dem Gouverneuren, nach dem essen diktirte er mir diesem aufzug – aus der Beschreibung des Kuopio Läns, die er dem Fürst Menschikoff 1839 übergab. – Wir tranken unter dem schreiben Med – es war in bouteillen und mousirte – hatte sehr lichte farbe und war sehr gut – dass alte ist sonst stark – thee hatten wir in ungeheuer grossen gläsern. – Bei Mittag war Svedische küche – seine frau ist eine geborne von Essen – eine junge dame von 22 Jahre – sie ist lebhaft – erröthete zuweilen – die Baroness Kothen eine ältere Jungfer schon, scheint weniger gebildet zu sein – sie schwieg viel – Zur promotion fahren sie alle nach Hellsingfors. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-172
Reise nach Strömsdahl 4 Junius
Ich fuhr Abends Neun Uhr den 2ten Juni von Kuopio, war um 5 gestern in Kaavi – es war wie eine traum, doch fühle ich seine folgen noch – schwerer dichter nebel lag durch die ganze nacht auf erde, meine augen sind ganz ruinirt davon, mein körper so matt wie geschlagen. Rautalambi ist vielleicht der lichtpunkt Finnlands – mit den leuten auf dieser reise bin ich sehr unzufrieden. – 5 werst von Kuopio bei Kelloniemi sass ich auf boot, kam 5 werst nach Toivola – die leute gefielen mir biss her, und dieser kytimies war auch sehr gesprächig – ich bedauere, dass ich vergass den Savolainen hier zu besehen, er ist Folks poet, kann 45 Jahr haben, und seine Muse ist sehr fleissig – von dem obengesagte vatermord habe ich die Runo von ihm geschrieben in Originall. – Junge Waldungen waren von Kuopio hieher, so von hier nach Jännovirta – es war ein kleiner strom überzufahren, und die leute hörrten es nicht ich hätte müssen hier nachten, hätte sich in den nebenliegenden hof dass Mädchen meiner nicht erbarmet. – Die gegend ist wie ein Englischer Park gegen Nord und süden strecken sich Seen in die ferne, nur ein enger strom verbindet sie hier bei der überfuhr, leichte hügeln begränzen überall dass hohe Ufer und dass Echo lauft weit in die ferne, und verliert sich in langen trillern – er dauerte eine minute fast, es hörte sich zu ende, wie ein sänger, dessen athem schon aufgeht – – wie dass wort des schöpfers über ein Chaos, drang es in mir, es weckte die Welt meiner empfindungen – und kurz wie nach einem bliz war die Natur wieder stumm, in traum versunken – ich sollte nun von ein Mädchen über den strom geführt werden – ich setzte mich an steuer, sie arbeitete an Ruder – – ich weiss nicht wie ich mir vorkamm, – ich glaubte mich allmächtig in dem ich ihre kräfte, so für mich geopfert, leitete – – still und unbesorgt arbeitete sie ohne ziel fort, mein gedanke war ihr gesetz, ihre kraft nur meine hülfe – – es ist dass Ehepaar durch dass ganze leben – – – Der Mond, kein stern zeigte sich, doch war lichte auch in Nebel, wie ein Nordpol kam MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-173 kam mir mein steuer-sitz vor – ich leutete Europa. – Gegen Risstavesi sind die gegenden mehr waldentblöst, hügeln sind klein, dass ganze land ist mehr erhabener und erlaubt grössere aussicht – von Ristavesi nach Olkola ist viel ehen, der Melawesi gibt eine prächtige aussicht nach Norden, auf der schmalen langen erdzunge, und die gegend bei Olkola führt ein viel leichteres clima wie die bisjetzigen gegenden – die einzelnen birken um den Olkola hof leuchteten mir schon von weiten, ihr lichtes grün, dass durchsichtige wegen dem kleinen laub, verklärte sie ganz neben ihren weissengürtel wie eine sühnung der Natur nach dem langen Winter stehen sie feierlich und rein da zum Jubel tag des Sommers – – felder hat man viele hier der boden hat wenig stein, ihre bearbeitung ist leicht – Waldungen sind fast verschwunden, nur leichter schwacher nachwuxs bedeckt die weiten gegenden die man gut darum übersehen kann, doch sind die leute, obwohl, nach sagen der andern, wohlhabend, doch von aussehn elend, klein gewachsen, wenn auch höher, so ausgezählt mager, und roh, dass sie allen appetit zum sprechen nehmen, auffallend kleine gesichter haben sie, und nicht ein ordentliches Mädchen bis hieher, könnte ich sehen, schmutz ist in ihren häusern, und um vieles änger, wie auf der Andernseite von Kuopio, – doch hatten sie gute pferde, und dass schönste wass ich sehen konnte an sie, die reinen schön gemachten kengät. Auch sind diese gegenden mehr bewohnt – es war schon gegen früh als ich von Olkola fuhr, leute sah ich schon auf den äckern, säen – auf die frage zum kytipoika ob er nicht Runen kenne oder kantele habe, war die antwort ein trocknes en tie – es war mir ganz neu solche reise durch nebel, ich hätte mir zuweilen einbilden können ich mache eine luft reise, zwischen wolken, hätte der karre nicht so unbarmherzig, mein popo gepocht – – die immer während lautenden kukuk und tetri waren wie besoldetet Natur Nachtwächter, sie correspondirten ohne aussätzen. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-174
Ich kam um 5 Uhr in Kaavi priesterhof, schlief bis elf, und besah darnach die gegend – der Kaavi see giebt eine Aussicht die mir besser gefällt als die von Kuopio, der see ist mehr geschlossen, nicht so weit wie Kalla gezogen, und die Gegend mehr markirt – dass dunkle tannen gebusch an dem Kirchen Thurm ist mahlerisch. – Nach dem essen fuhr ich nach Matiaramäki ist 5 Werst entfernt, die strasse nach libelitz führt über ihm – die durchgefahrne gegend ist sehr bevölkert, und felder sind viele, obwohl sie zuweilen sehr steinig sind, das ganze ist mehr hoch land, nicht wenig doch kupirt, der Makaramäki giebt eine weite aussicht in alle gegenden – nach Norden ist Saarijärvi See, mit schönen gruppirungen – ist die weitläufigste aussicht, die ich bis jetz hatte. – – Diess war nun eine kleine reise in Karelen, die gegenden nach Libelitz sollen sehr schön, und die schönsten von ganz Karelen sein, ich glaube es auch, weitere übersichten hatt man hier schon, nicht wie in dem Westlichen von Kuopio – Die gränze von Karelen fuhr ich wenig vor Priesterhof über. – Nach den Tabellen 1835 Kaavi Pastorats Folksmänge ist 5600 – ehen 909. lägrade quinnor 59 – bönder på egna hemman 517, på andras hemman 19, torpare 86, arbetsföre inhysesmän 181 Murare 2, skrädare 4, skomakare 3 smeder 2 – Oägta barn under 15 År 28 männlich 44 quinnor. – Fattige sorn underhållas af Rota eller i fattighus 16 Mann 33 Quinnor.
Öfver födde och döde År 1836. födde 214 – döde 115 – vigde 34 – oägta barn 10 – man kann die zahl dieser auf null setzen, es ist nur des vorigen pfarrers schuld, dass sie gezählt werden müssen – es gibt hier so viele die zusammen leben, ohne durch ehe gebunden zu sein sie konnten nicht lesen, und wollte sie nicht dispersieren – dass sie zum abendmahl wären gelassen worden – so konnten sie nicht heurathen – sie sind zuweilen 50 Jahr alt und hatten noch kein Abendmahl genommen. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-175
Das leben der einwochner ist friedlich, düster – sie besuchen sich wohl an feiertagen, doch sind sie immer ernst, tanz haben sie nie, ausser an hochzeiten, polska, dabei sind ihre spieler violin, die mehrere bauern kennen, kantele kann man kaum sehen – unterhaltungen sonst haben sie nicht. – In ganz Karelen hat man die sitte, wenn sie Copulirt sind leben sie nicht gleich beisammen, beide gehen nach ihrer arbeit als wäre nichts geschehen, sie bestimmen dann einem tag, wo sie am bessten ihre hochzeit feiern können, und von diesem tag wohnen sie beisamm. – Aberglauben hat man hie in Kaavi dem, dass man kein vieh oder dergleichen lebendes von der Oekonomie weggibt und verkauft von der zeit der küche austreibung bis Michaeli – man glaubt es bringt tod dem andern. Tigerstedt klagt, dass seine Arbeiter in Säynäs sehr schwer leben durch diese zeit, weil die bauern auch milch butter etz. so schwer weggeben – sie helfen nicht gerne dem andern und sind bei weitem nicht so dienstfertig wie die andern finnen. –
Bei dem hochzeiten haben die Mädchen viel aberglauben, doch ist diess in Savolax noch mehr, in Leppävirta geben die bekannten Mädchen der braut, ein stück seife, die sie unter der Copulation in busen verbergt, und mit dieser waschen sich die Mädchen und sie hoffen viel schönheit und glück davon. – Unter der trauung, stehen die braut mädchen immer auf dem nähmlichen laden, wo die braut, und sie nach der traung zum ersten umarmen ist viel glück – hier in Kaavi, auch in Nurmis, wenn man dem Mann unterthänig will haben so kniet sich die braut, auf die kleidung auf dem koftanspitz des mannes, und nach der traung, will sie ihm treu haben, so slagt sie ihm mit ihrem rock dem sie anhatt – – wenn die Mädchen in die Kirche gehen, und die korn ähren mit thau benetzt sind, so wischen sie ihr tuch darüber und waschen sich damit, es ist schönheits wasser für sie, wass nichts kostet. – Wittveen die Mann bekommen wollen nehmen am Johanni Abend von strand eines lampi wassa und sef kraut (ruoko ja kaisla) kochen es in einem gefäss MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-176 wass ein 3 in ihrem Maas hat, 3 stop voder 3 kannen wasser gehen in die Sauna, und lassen de wasta, oder kylpevihta in diess wasser tauchen, und so schlagen, während die schlagerin etwass lesst oder singt. (Diess auch in Savolax).
Der Pastor in Kaavi heisst Ottelin, seine frau ist eine Swester von Hannibal Schilt – haben mehrere kleine kinder. Er wass bischen krank, die karre als er fuhr war ungeworfen, seine eine seite war ganz wund.
Die Gegend nach Strömsdahl ist wie gewöhnlich, etliche höfe und kaski fand ich – – Die bei Strömsdahl (Juuvan rüki) ist die schönste die ich sah in Finnland, der strom von Vaotjärvi schlingt sich und bricht sich durch hügeln und felsen und führt die wässer des Obern Sees in Melavesi See – es hat viel fälle (forss) wovon der dritte 12 fuss hoch ist – eine brücke führt über dem fall – dass wasser is rotlich und giebt licht gelben schaum – die wasser masse ist nun sehr gross – wie eine riesen schlange wölbt es sich und macht durch drei bögen ihren leichten sprung – eine steile hügel-wand hemmt hier den fluss und wendet ihm gegen süden, zur linker seite dess stromes ist eine sehr gut eingerichtete säge mühle, sie schneidet 10,000 stöcke, doch kann sie es bis 20,000 thun – die balken sind 3 zoll die brätter 1½ dick – gewöhnlich 11 ellen lang ein jeder stock wird 2 mahl gesägt, zu erst nähmlich werden ihm die zwei seiten genommen und so kommt zur andern seite, wo ihn zwei oder drei sägen, in 3-4 stück theilen. – Zur rechten des flusses ist der hochofen 24-26 fuss hoch, mit holz cilindern und neben der hammer eben mit holzgebläse – Gruben hat man nicht, man arbeitet von eisen malm dem, die meisten Seen hingeben – die meisten arbeiter sind svedische Coloniens aus Nyland, doch hat man auch Finnen, etliche sind auch aus Laukas und Tigerstedt liebt sie mehr, wie die hiesigen, sie arbeiten viel fleissiger. – – Tigerstedt ist der besitzer von diesem, er wohnt auf dem hügel, vis a vis dem fall, voraus ich gerade aussicht von mein zimmer habe – seine frau lernte ich in Hellsingfors auf einer Concertprobe kennen, sie sind beide die besten und fröhligsten leute – haben eine wohnung mit grossen und vielen zimmer, die sie alleine ihre zwei bewohnen. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-177 MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-178 MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-179
Die Aussicht gegen westen zeigt hochland – etliche blaue hügel züge und silber seen geben ihr abweckslung – wenn wir speisen, so seh durch die offenen thüren, einen grossen theil diesen gegenden – – feldbau haben sie schönen, steine sind hier nicht so viel plage –und in dem garten sind ausser sibirischen Apfelbäumen auch Kirschenbäume, die doch nicht alle Jahre früchte bringen – die sehr klein und wenig süss sind. – Ribes blühen schon, melonen sind auch und die trauben unter glass fangen in etlichen tagen auch an – gurken hat man auch unter glass, sonst wachsen sie nicht alle Jahre. – Bei mittag hatten wir sehr schönen rettig – Auch Donischen Champagnier, denn der Alte wäre sehr schlechter laune gewesen hätte ich nicht etwas trinken können mit ihm – es ist eine zu starke gewohnheit bei ihm, als ich gestern ankam, wollte er mir gleich wein und Toddi servirn – und sein gesichts ausdruck war so eigens darauf als ich ihm abschlug – es war ein kleiner frost für seine bewillkommenungs freude, es wirkte unangenehm, wie über ein kleinen unglücksfall denkte und sinnte es, wie dem abzuhelfen wäre. – Er gleicht sehr viel dem Obrist Lieutnant Tigerstedt in Hellsingfors, und ein blick auf ihm zeigt dem bessten Menschen der Welt – er ist klein, hat kleine bauch erhöhung, rundes fröhliches lächelndes Gesicht, – sein taback farben sammt-rock zeigt sein ganzes herz. Seine frau ist auch klein und schwartz und freundlich wie Er – sie liebt die französische sprache, dass sie nur da wirklich glücklich ist, wenn sie diese spricht. – Wir spazierten durch ein kleinen hain, zu dem stromdahl, dem lieblings aufenthalt von Ihr – es ist von allen seiten mit hügeln umgeben – dem strom der durch seine windungen wie ein kleiner see aussicht, kann nie der wind trüben – es hat ewige ruhe, ist spiegel durch die ewigkeit. – Bei Mittag hatten wir bouillon die ich seit Hellsingfors nicht ass – Nachmittag kam ihr sohn von säynäs – sein äusseres ist abschräckend, hat sehr kurzen hals, und gebogenen rücken und sein benehmn zeigte einen dummen, – doch ist er sehr unterrichtet – und beschämt dass zu frühe urtheil.