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Finnlandi Úti Jegyzetek – 10. füzet: Laukas (Albacka)
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MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-116
Finnlandi Uti Jegyzetek
10 füzet
Laukas (Albacka) 19 Maj.
MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-117
19 Maj
Fastlags Tisdag. Laskiainen (von mäkeä laskea)
Auf manchen orten hat man die frisch und Gesund (laskiais vihtoja) sind nicht geflochten, nur etliche loose ruthen – Diess ist in der früh dann lauft man den ganzen tag auf sukset – die Mädchen habe kleine schlitten (kelkka) auf denen sie, ihre mehrere auf einem den hügel hinab fahren – die ältern fahren wieder auf gewöhnlichen mit pferde. – Diess ist die unterhaltung den ganzen wobei man, weil man viel commotion hat – die fettesten speise die der finne sonst wenig geniesst, gut ertragen können – schinken und alles gutes fettes zeug. – Unter dem laufen schreit man auch pitkää pellavasta (langen lein) ein wunsch für dass folgende Jahr.
Påsk dag Pääsiäinen (v pääsén der heiland entschlüs)
Es ist die meinung, wass man an diesem tag für ein thier zum ersten mahle sieht, dessen gesinnung hat man dass ganze Jahr – darum hat man viel schertz – noch wenn andere schlafen so bringt man zu ihrem bette ein lam, oder hund, schwein oder Meliagris (heisst dummheit) etz. zuweilen giebt man ihnen ein glöcklein um den hals, dass sie den schlafenden noch eher aufwecken – doch scheint diess von den Standespersonen zu den bauern übergegangen sein. – – Übrigens hat man nichts besonderes man geht in die Kirche – und alles prosaisch – an dem påsk abend ist man bei den Standes personen in allgemeinem, immer harte eier – doch die sitte sie zu färben hat man in diesen gegenden gar nicht. – – In den Gegenden von Åbo hat man Memma – gersten mehl wird als malz versüsst und so ein brei daraus gemacht der mit dickem oberst gegessend wird – – man bacht ihm in einer birken-rindenen schüssel, und so kommt er auch bei standespersonen auf den tisch. (es ist gebachen) MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-118 MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-119
In der påsknacht werden excursionen gemacht – wielleicht als hexen gleichzusehen – eher zog man sich verschiedenartig, in schreckkleider an – (weisse lange anzüge etz.) mit glocken, eisen stücken zum zusammenschlagen, flinten und allen dergleichen wass recht viel geräusch macht, zieht man von ein talon zum andern, und weckt alle auf verweilen kann man doch nicht, denn die hausleute wachen auch zu weilen, und sie schütten diese gäste sehr gerne mit wasser über. Dem anzug lasst man jetzt weg – auch in dem talon, von wo die excursion geschieht, legt sich alles zu erscht nieder – und nur später hin wird mit den glocken zeichen gegeben – ein allgemeiner allarm – es ist eine bravour wer die glocke zu erst leitet – von den andern talon schliessen dann auch noch mehrere an.
Pingst Heluntaina
hier hat man keine festlichkeiten – in Satakunda brennt man auf hügeln grosse haufen holtz, am abend.
Johanni tag Juhannus.
Der abend von diesem ist gefeiert – man bringt kleine birken – ziert damit den hof – setzt sie an den pforten bis in die stube – die auch rings mit diesem decorirt ist – die bäume werden auf die penki gesetzt und so reichen sie biss unter dass tach – diess bleibt den ganzen Johanni tag. Abends wenn es dunkel wird legt man viel holtz um einen hohen alten baum, auf hügeln oder am Meerestrand, und diese werden schwischen flinten donner angezündet – es soll wunderschön sein, die flamme steigt hoh, und der ganze baum zerfallt in Asche – dazu wird alles gut anzündendes gebraucht – auch nimt man alte theer tannen und lasst sie auf dass wasser – da rudert man dann längst dem strand, und singt und spielt im bot – (Nyland). – Sie sammeln sich in der nähe des feiers tanzen und singen, während etliche Mädchen in wald laufen und MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-120 das huhuilen eine art hirtinn-sang singen. – In allen gegenden hat man diese feuern, und es ist ein wetteifer welcher eine höhere flamme (das feuer oder der haufe wird kokko genannt) –
Bei Standes personen hat man zur sitte – wenn aus einer gersten wurzel 5 stängel getrieben sind – so schneidet man diese stängel in gewisser höhe bei den knä ab, dass über diese doch noch eine kleine erhöhung bleibt – darauf bindet man dann vor sonnen niedergang weissen, rothen, blauen etz. zwirn – vor sonnen aufgang sieth man es wieder an, und manche stängel sind etwass länger gewachsen – woraus man wahrsagen kann.
Auch sucht man so ganz kleine vertiefungen in der erde, die mit ein stück holtz bedeckt werden, ist in der früh dann unter dem holtz eine ameise, so hat es gute bedeutung, ist ein scarabeus stercorarius so ist es sehr schlecht, und sie lauft wass sie kann.
Das essen und trinken ist da eine beisache – es ist ein Naturfest die freude über die Sonne.
Der Jacob, Bartholomei, Michael dag sind nicht gefeiert man hat kein gottesdienst etz. nur als ein traum aus den Catholischen zeiten sind die Namen doch erhalten und gekannt, man arbeitet da weniger – besonders am Michael dag da man eher an diesem die dienstboten wechselte.
Allhelgondagen kekri eller köyry (vielleicht – eher ein gott des Ackerbaues, des getreides.)
In Nyland kennt man diesen tag kaum, nur dass dienstboten da gewechselt werden. In Laukas hat man schon mehr – man speisst und trinkt gut – auch grössere gutsbesitzer die mehrere törper haben, ladnen diese dazu ein auf ein mittag, und denn abend wird dann getanzt. – – In ober Savolax, besonders in Karelen ist dieser tag ihr högstes fest, noch eine quasi reminiscens aus den heidnischen MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-121 zeiten, mit vereinigung der Catholischen – Da wird gegessen getrunken und das lied heisst: Ei aina kekriä kestä Ei aina tupia pestä Ei aina höyky Ei aina möyky Ei aina vina laskussa löyky.
Ettliche Sitten und Aberglauben
Wenn die küche zum ersten mahle ins grüne sollen getrieben werden so nehmt die paimen tyttö in die glocke, saltz und geth um den stall herum, geth dann hinein und eine jede buhe bekomt daraus etwass zu kosten, und so wird die glocke der ältesten kuche um den hals gegeben. – – Diess ist dass sie lieber nach hause kommen. – Wenn sie schon in gehen in wald sind, so wird die erde in welche der erste schritt einer kuche ausser hof gedruckt ist, weggenommen und gegen denn Stall geworfen auch damit sie lieber nach hause kommen. – Abends wenn sie zurückkehren werden die paimen Mädchen mit wasser gejagt und überschüttet, damit die küche mehr milch geben. – Sie trauen sich darum, nicht immer nach hause zu kommen, oder warten sie bis abends, wo sie dann geschwind in die stube schlupfen – sie sie einmahl darin so werden sie verschont.
Påsk troll. man geth in den städten am Oster Donnerstag abend um 9 oder 10 Uhr aus, spatzieren, um die hexen zu sehen, die da auf den hausdächer reiten etz. – treffen da Mädchen Männer an, so fragen sie ihren Namen, und die Antwort ist der name ihres künftigen Bräutigams – und umgekehrt thun diess Männer mit frauenzimmer. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-122
Bleigissen hat man hier den Neujahrabend – in Nyland hat man es auch zu Allerheiligen und Oster Donnerstag – man schüttet es in Wasser oder schnee und während man es schüttet sagt man den Namen dessen schiksal man wissen will – darauf sieth man dann viel geld. –
Am Johanni dag abend, nehmen Mädchen ein kranz aus 9 verschiedenen blumen gewunden, auf den kopf, von den augen dann ein sieb und in dem sie gegen die Kirche gehen sehen sie ihren künftigen beglücker.
Wenn zwei getraut werden, so muss braut und bräutigam sehr nahe bei einander stehn – ihre seiten nämlich schliessen ganz – damit sie in ihren weitern leben recht glücklich und übereinstimmig sollen sein. Auch will die braut über ihren Mann herschen und gewalt haben, so muss sie ihren fuss, über dem dess Mannes stellen, so dass die zehenspitze über seinem fuss sei. – Weiter hat sie ein kleines flaschen brantwein in der tasche – Nach der traung gehen sie noch ganz so dicht neben ein ander über 3 thürswellen, darnach nimmt den brantvein und giebt dem Mann davon. – Ist diess auch geschehen so ist ist es die glücklichste Ehe. – Diese Mitteln sind in Laukas viel bekannt.
9 gesalzene fische am Neujahrsabend zu essen ist in Laukas und Kuopio viel gebräuchlich – man ist sie abends und legt sich darauf nieder, und im Traum komt dann dess Mädchens künftiger und reicht ihr zum trinken, weil sie nach den fischen, viel durscht hat. – Doch manche Mädchen können von durst nicht einschlafen und müssen sich so, noch selbst dem trunk geben und zerstören der fische wirkung. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-123
Vetää väki-karttua.
Setzen sich 2 Männer auf den boden, die Füsse gegen einander dass nur eine perte zwischen den sohlen ist – dann nehmen sie ein stock in das zwer, und ziehen einer den andern – der aus seinem sitz gezogen wird hat gewonnen.
Lyödä kiekoista
eine aus holtz geschnittenen scheibe platt und rund – 4 bis 5 zoll höchstens in diameter wird geworfen (in sommer oder herbst auf dem platten eiss) andere stehen in gewisser entfernung mit stöcke, und slagen es aus ihrem lauf – können sie es nicht aufhalten, so müssen sie retiriren bis platz wo die scheibe stehn blieb – und die entgegen stehenden spieler rücken auf weite entfernung nach. – so ist es wie eine bataille man attakirt, rükt vor, und retirirt.
Fria will Simon sälle.
Mädchen hand in hand stehen den Männern entgegen diese letztern gehen gegen die Damen mit diesen worten: Fria will Simon sälle Fria will redeliga herrar Fria will södermänner alla
Darauf machen die Damen gleichen gang (approche) zu den Herrn hvad bjuder Simon sälle repet. ~ ~ redeliga herrar södermänner alla
Hern Approche. En leutenant bjuder Simon sälle ~ ~ redeliga herrar etz.
Damen Antwort: Ja får Simon sälle oder Nej fär Simon sälle ~ redeliga herrar etz. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-124
Herrn rondeau: Så gladelig så gladelig, så dansa Simon sälle ~ ~ redeliga etz.
oder auf Nej: Så sorgelig så sorgelig så dansa Simon sälle
hat ein jeder Mann seine gefreiete – so tanzt das erste paar vals und stellt sich der Colonne zu ende – und nehmen von jedem paar gratulation – Jag får den Äran all gratulera till nådig herskapets förbindelse – Das letzte paar fängt immer an. – Nach allen gratulationen tanzt jedes paar durch die Colonne wie einfache polska – zwei und zwei: Här dansar leutnanten med sin fru rep. Och efter kommer biskopen med sin fru låt se om de kan dansa som vi vi –
Dann kommt dass zweite paar: Här dansar biskopen med sin fru etz.
dass letzter paar sagt Och efter kommer munschöringen med sin fru. (monsieur ingen)
Kissan häntää
ein stück rundes holtz (stock) wird von zweien genommen und gezogen, wer es dem andern aus der hand reisst – ist sieger.
Simma
bei Academischen Maj Kalasen besonders eher in Abo, viel in Mode: Mehrere paar studenten stellen sich in Colonne, und zwei und zwei geben sich die hand, darauf legt sich dann einer, in die mitte darauf, und die schupfen ihm, über ihre hemde durch die Colonne. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-125
Geburtstage besonders bei den Alten werden wenig gefeiert – es ist meht eine reflexion auf ihr vorrükendes Alter, aber zu Namenstage ist alles fröhlich in einer familie – die Ältern werden auf ihrem schlaf immer aufgesungen – und auf ein kleinen, mit tuch bedeckten tischen reicht man ihnen praesente, aus blumen sind dabei ihre Namens buchstaben geschrieben, und verschiedene des Jahres seltene produkte dazu gelegt – beren z.b. wenn sie zu der Jahreszeit noch eine seltenheit sind – verschiedene hand arbeiten etz.
Die festtage die ich in Helsingfors erlebte waren meistens sehr einfach – Civile feste sind äuserts selten, und die andern beruhen meistens auf Religion, wobei der Protestantismus zu grosser Philosof war. – Am Nicolai tag war es meistens nur für Militair ein feuertag – die officiere waren in der Kirche, dass übrige militair hatte auf dem Senats torg ein kurzes exercitium – wegen der kälte geschieht sehr selten etwass. – Abends war bei Thesleff ball – Der Senatstorg und ein theil der Esplanade illuminirt – man brennt vor den öffentlichen gebäuden mare schallen, schaalen mit talg gefüllt wovon eine 1½ ricksdaler soll kosten – – vor Thesleff, und hinab bis über Etholén sein Eck brennten dergleichen lichter – Weiter in der Stadt war keine illumination zu sehen. – Es war diess der erste wirklich kalte tag des Jahres, gantz windstill und der himmel klar und blau, wie aetherisch, darum war Abend herrlich zu sehen. – die breite hohe flamme der schaalenlichter strahlten in die beleuchtung des schnees, wie über silber ein gold überzug – es war wirklich feierlich, in einer so kalten alles lahmenden erfrierenden Nacht.
Auf dem Julabend war ich schon vor 3 wochen zu Eckman geladent – ich kam um 7 Uhr dahin und waren schon mehrere versammelt die profess. Avelan etz. lichter brannten sehr viele und wir conversierten den ganzen Abend, gegen 10 Uhr hatten wir Soupèe – zuerst gritze wozu immer separirt auch milch servirt wird, dann lutfisk (hecht auf die Art wie stockfisch bereitet) dann schinke dann vogelbraten und butterkrapfen die hier torten genannt werden – diese speisen werden in ganzen Stadt gegessen. – Nach diesem waren die Julgeschenke (Julklaps) nach reihe bei den thür hereingeworfen – Dass erste war ein buch mit finnischer Adresse an mir. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-126 Es war kultala. Darauf waren von den verlobten des hausfreuleins Keplerus viele geschenke gefolgt. zeuge zui kleidern, brassletten, brosch etz. Avelan bekam ein stricknadel behällter, etliche zuckeln etz. der kleine sohn hatte in vielen eingemachten papieren (wobei auf jedem papiere eine andere adresse war – dass es durch zehn hände musste eher gehen) ein stück rinder bein, und in diesem eine stecknadel – in einer rübe war auch dergleichen schmuck – biss zuletzt an mir wieder ein stammbuch kam mit der aufschrift: hundert Chinesische pulverlein, ein treffliches arzneimittel gegen den schädlichen. vielleicht tödtenden einfluss schöner augen – von einem freunde aus tiefster theilnahme an H. A. Reguly gesendet. Es dauerte eine stunde fort, bis alle kleinigkeiten angesehen etz. wurden, und es war ein Uhr als wir nach hause gingen. Castren bekam eine hängende Wanduhr von bonsdorf, und sagte dass Bonsdorf über 1000 rubel einer familie schenkte – sehr theure kleider, luxus waaren und noch in geld 50-100 rubel einer einen. Collan bekam etliche Gilet zeuge – eine prächtige Tegner medaille etz. alles wass man zu dieser zeit schönes findet wird gekauft und geschenkt, warum auf diesem abend wohl genug neugierig ist. – Auf dem Lande hat man diesen Abend noch ein spiel: nappa stek es setzt sich einer, mit verbundenen Augen, einen plumpsack in der hand auf ein stuhl – die andern um ihm herum schlagen ihm mit den händen, von allen seiten, dem er treffen kann muss sich statt seiner setzen. – Die geschenke werden auch gewöhnlich unter dem soupèe so herein geworfen.
Den Andern tag abends war ich bei Martin – ich traf sie, um ihren Kamin herum friedlich sitzend, ganz alleine, – nur Pacius war da. Dieser tag ist sehr still und häuslich gefeiert, jede familie nur unter sich – auch den vorigen abend beobachtet man diess, nur angehörige und verwandte kommen zusammen. – – Den gesterigen abend bekam noch die Schwester Lisette, von Collan, ein geschenk mit der aufschrift: Ungarische Nationall Lieder, und darinn waren Noten, mit einen Visitekarte von mir. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-127
Am Stephan Tag hatt man auf dem lande viel tanz – in der Stadt hörte ich nichts davon. Es war in Societätshaus ball obwohl es Donnerstag war. – Man hat eigene tanze Jultanz genannt, geschehen alle in ein rondeau.
Am Neuen Jahrs tag war alles in bewegung, und viele tausend visite karten wurden da wechselseitig getauscht – in der früh werden diese honeurs an dem herrn gemacht, Nachmittag an den Damen – eine doppelte arbeit, die jetz doch schon, so vereint wird, dass zwei karten in der früh dalässt – auch ist es ein zeichen, wenn sie auf einem ecke eingebogen sind, dass sie nicht von bedienten, sondern von eigener person hingebracht sind. –Auch den 2ten tag tragt man noch diese karten herum. – Den ersten tag abends ist es sitte, statt der karte, eine kürze – sehr kürze visite zu machen – wo mann nach etlichen complimens sich wieder empfählt, bis man auf einem ort kommt, wo man ein kleines assamblèe hat, und da tanzt – man und spielt man auf alle mögliche weise. – Bei Martin war ich auf solch ein Assamblèe erwartet und ich bedauere es nicht da gewesen zu sein. – Die 2 Blieberg hatten unter andern ein fricandeau tanz getanzt, der in blossen bewegungen des kopfes bestand. – Weiter spielte man auch mit den vielen Wisite karten – sie wurden ausgetheilt wie andere karen – darauf gab die erst sitzende, an ihre nachbarin eine karte aus, war die antwortende karte auch das so sah man die geschriebenen Namen auf die karte an – und wessen karte von einer höheren person war, der hat die andere gewonnen – so war ein levèe für diese gewonnen. – Die zweite sitzende gab dann an die dritte solch karte aus etz. es ist sehr unterhaltend.
Ich fuhr in der früh auch auf eine stunde aus, und machte diese Schuldigkeit – Auf Mittag war ich bei Nordström und brachte den ganzen Nachmittag dazu – Abends sind wir dann zu seine Swiegerältern Staatsrath Sünerberg gegangen – und spielten karten, tanzten alles mögliche.
Den zweiten dag war ich bei probst Crohns auf ball. – Überhaupt hat man viel lustbarkeitenvon Stephans dag an, und besonders ist der dreitzente tag von Jul tag, auch in der kirche MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-128 gefeiert – bis der zwanzigste tag, das Jules ende macht, nach dem sprichwort: tjugu dag knut, kör Julen ut. – dieser tag ist des Knuts tag nach dem Kalender.
Vor und nach diesem hat man fast täglich bälle und unterhaltungen gehabt – und die sitte eben diese zeit so zu feiern, ist noch von Catholischen zeiten – in dem es auch sonst wegen witterung, da am gelegensten ist. – Doch kennt man den Namen Carneval oder Fasching nicht.
Am fastlags Sonntag war ball in Societetshaus – und fastlag Dienstag hat man beiwei manchen in der früh die frisch und gesund und zu Mittag die Mehlspeise hetwäg aus weissen brot mit mandelfülle – alleine ist sie trocken, doch mit warmer süsser Milch überschüttet sehr gut –zuweilen tanzt man abends – so a propos.
Nach diesem hat man wenige Unterhaltungen, bälle, mehr etliche Concerte werden gegeben – und man freut sich auf Moor seine Theatergesellschaft die zum 15en März aus Petersburg, dahin erwartet wird.
Zu påsk hat man gar nichts, grab Christhi oder dergleichen Ceremonien kennt man nicht, so hat auch keine Spaziergänge etz. Nur am Sonntag wird von der auferstehung gepredigt, und wie ich es hier in Laukas hörte zu letzt dass Alleluja gesungen. Mann ist Memma. Und auf manchen hat man die sitte aufmerksam zu sein wass man zuerst sieht.
Zu pingst hat man nichts, so auch zu Jul, zu welcher zeit die Meisten wohlhabendenen auch schon lange auf dem lande wohnen. Zu allerheiligen detto nichts.
Die hetwäg sind wie eine art Krapfen – doch werden sie nur so wie anderes brod gebacken.