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Finnlandi Úti Jegyzetek – 9. füzet: Laukas (Albacka)
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MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-102
Finnlandi Uti Jegyzetek
9 füzet
18 Maj
Laukas (Albacka)
MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-103
Maj 18.
Finnische bauern hochzeit
Selten geht der Man selbst sich eine braut zu verlangen – gewöhnlich hat er einem tallmann mit sich, der ein angesehener, und immer verheiratheter Mann muss sein – sonst könnte er auch für sich die braut verlangen wie der fall in leppälä war, wo er für sich sprach – dieser nach dem er in voraus schon bei den Ältern der braut war, und sie fragte wegen ihren übereinstimmen – kommt dann mit dem brätigam in dem hof der braut lähetän kosiman, in winter mit vielen klingeln, und Verzierungen etz. – sie geben sich gewöhnlich für reisende aus, die sich hier nur ausruhn wollen und sprechen da von gleichgültige Sachen z.b. wass der hausherr für gute felder hat, oder hübsche grosse tupa etz. – wenn sie kommen so führt mann sie in die fremdenstube, wenn diese erwärmt ist – sonst bleiben sie in der Asutupa und werden gewöhnlich mit dem wort Mitäs kullu oder zuweilen auch mistä vierat on kotosin gefragt – als kännte man sie gar nicht – Nachdem bringt man Ihnen speisen, immer dass besste wass sie haben. – Zuletzt nach dem speisen meint der tallman, bevor sie abreisen hätten sie noch eine sache: wegen der schon eher besprochenen Sache, – diess ist nun der Mann, der ihre tochter verlangt – – die Ältern meinen dann, es kann nicht so gesagt werden, ist eine sache über die man denken muss etz. doch – sieht der tallman dass sie geneigt sind, so nimmt er dann von der tasche die kihlat etliche Seidene tücher, ein silberring mit breiten kopf, ein halsschmuck und etliche silberrubel, und giebt es an die braut, an der dann nach dem sie es angenommen hat auch der bräutigam spricht – und nach diesem fahren sie ab – geben die Ältern eine quasi abschlagende antwort, dass der tallman glaubt, es kann keine alliance werden, so reicht er diese geschenke gar nicht an das Mädchen, um ihr das korb geben zu ersparen. – Doch ist die annahme der geschenke nur immer ein zeichen dass sie sich erst bedenken will. – Nach einer zeit kommt dann der bräutigam selbst, und so in gegenseitigen sehen, geben sie ihre übereinstimmung zu verstehen, biss nach etlichen MonaMTA KIK Történelem Földl. 4r-25-104 ten oder halben Jahr, der Vater des freiers kommt auf Liitolle – wo die zeit der Verlobung bestimmt wird. – Auf diesem tag werden verwandte von seiten der braut geladent, von seite des freiers kommt nur der tallman und ein laulava renki mit – sie kommen nachmittag und unterhalten sich bis abends zum nachtmahl auf verschiedene weise – bei dem abendmahl sitzt der freier neben der braut oder zuweilen auch nicht – des tallmans aufgabe ist die braut, die sich eher auch vor dem soupe sehr wenig zeigte, zu bewachen damit sie nicht entflieht – – wenn sie nicht fort kann, so wird sie abends in dem Aita, wo für ihm und dem freier schon ein bett bereitet ist, mit dem freier eingespert – entflieht sie, so kommt sie zum andern morgen vieder zum frühstück zurück – wobei der tallman, vor den gästen ihr die naitajaiset giebt, ein paita solki etliche silber rubel, ringe etz. und dadurch zu erkennen giebt die erkorene für dem freiter – auch an Vater Mutter und geschwister werden an einzelnen etliche silberrubel gegeben – wofür der bräutigam von der braut ein hemd, ein paar wolle strümpfe, und handschuhe bekomt auch zuweile ein vÿö, und für sein pferd ein leitsäil (zügel) – der tallman bekommt ein paar strumpfe sie sind oben in rolle getrieben mit, rothen strumpfbändern an denen die socken eingekehrt, zum schimpf, wenn sie ihm entflohen war. – an die Ältern des freiers werden auch strümpfe und handschuhe geschickt wie manchmal auch hemde, auch an die schwestern oder nur simple leinvand auch – diess alles um zu zeigen, was sie alles schönes arbeiten kann. – Zuweilen fährt die braut gleich mit zu talon kahtojaisia, zuweilen kommt sie nach etrlichen tagen mit ihrem bruder – doch kommt sie auch gleich mit, so giebt nicht sie die geschenke – sie ist mehr fremd da, und wird mit speisen und allen guten überhäuft, zuletzt bekommt sie dann mehrere lispfunde wolle, garne, lein, kapioita genannt und dergleichen, um dass sie zur traung wieder dergleichen schöne sachen verfertigt. – Weiter geht sie noch unter ihren bekannten mit einem älteren weib herum (fahrt) kapioita kärreämään – wo sie nichts spricht, nur eine schön gekleidete bescheidene spielt – mann giebt ihr zuweilen ausser
kapioita anwolle und lein auch strümpfe bänder, vorn männern MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-105 auch geld – – obwohl diess käreämään nun verboten ist, so geschieht es doch. – – die Kuulutus kirja werden durch den bräutigam, puhe mies und Vater der braut, mit dem Oberpfarrer verfertigt – und diess muss dann publicirt werden – – Der Vater des brätigams kommt nun zur zweiten liitoolle, wo der tag der traung nach ein oder 2 wochen abfluss bestimmt wird. – – An diesem tag kommt der bräutigam mit puhe mies und laulu renki in der früh, der braut ihre führerin (Kaso) ist gewöhnlich des puhemies weib – nebst welcher noch 3 braut Jungfern (Säjä genannt) sind – – nach diesem sind sie reichere leute so lassen sie den pfarrer zusich beten, wenn nicht so fahren sie hin – nach der trauung, isst mann und trinkt und tanzt man zuerst bei der braut, die schon alle ihr vermögen eingepakt und zur abreise fertig hat – Diess ganze fest bei dieser wird läxiäis genannt noch den nämlichen tag fahrt man zum häitä paikka in talon des bräutigams, mit langen zug – tanzend kommt man auf den hof und hebt die braut in den wagen – Spielmänner hat man immer. – Wenn sie am häitä paikka ankommen eilt alle Jugend vor, und will die braut von Wagen heben, der dann zur belohnung bänder bekommt, die auf den pferden, oder wenn sie mit schiff fahren, hinter bei dem steuer aufgehangen waren – In Joldcas sind die alten sitten noch in gebrauch sie sind viel interessanter – der tallman geht dem ganzen gefolge vor – sie kommen in die stube er hat hut auf dem kopf, handschuhe an und die peitse in der hand, so sagt er, wi önksar att fä hvila här öfver natten, svar hva är ni för slags folk? Tallman – wi ärö fran Ilomantz vi hade jagat en märd, och derunder räkat pä björnspär hvilka vi förföljd hit nära byn, och önskar i morgon fortsätta jagten husbonde jag har mycke trångt sjelf, jag har mycke folk, men om ni är hederligt folk, so kann det läta göra se tallman niu det kann vi bevisa, bara ni kann läsa, so har vi vär pass – (då tar han sin brännvinsflaska husbonden tar den i handen, betraktar emot fönstret emot dagen, jå nu kann den vara bra vi skall se hva den innehaller – dricker sjelf och ger att försöka åt de andra ochså – jag ser ni äro välfräjdat folk och stieg fram (så stiger de till bordet – äter vid skilda border och gör länge två skilda sälsklap, intill tallman häller ett tal att de skulle knyta en närmare vänskap etz. Auf die treppe wird gegangen, dass der puhemies vorne geht, dann sulhanen, dann Kaso, Morsia, dann Saajaat, und die übrigen – in der vorstube steht die hausfrau mit einer schale bier, aus der die Morsia trinkt, für wass sie als gegen-geschenk ein tuch giebt – in der ordnung wird auch in die stube gegangen, wo die braut die schale auf den ofenrand stellt – und so auch auf die rahi in der nämlichen ordnung gesessen – der laulaja hebt dann ein virsi an, während dem, die braut ein kleines kind, von einem der gäste in dass Schoos gegeben bekomt, mit ein wunsch für dergleichen (das kind kann gewöhnlich schon gehen) – Der puhemies fragt nachdem ob sie nachtquartier bekommen könnten worauf der alte antwortet , wir haben ja doch eine warme stube – nachdem setzt man sich zum tisch, singen sie wieder ein wirsi, und nachdem essen wird bis mitternacht getanzt – unter dem tanz wird die braut unbemerkt von den Saajat in das schlafzimmer geführt nach dem auch der puhemies und laulaja mit Bräutigam dass nämliche thun, man wetteifert auch wer von beiden eher entkleidet ist. – (Die braut hat gewöhnlich schwarzes kleid (tibet artig) in Rautalambi keine krone)MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-106
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In der früh kommt puhemies und Kaso zu wacken, und eine Saajat bringt pesä vettä, in dem die braut zur belohnung eine silbermünze wirft. – Die braut wird angekleidet und bekommt eine Myssy – Dass frühstück ist gewöhnlich aus mitgebrachten gerichten von der braut – nach dem der laulu die Gäste einen nach dem andern einladet vor ihm sind 2 leere schaalen, und jeder eingeladete giebt eher in beide schaalen (eine für verheirathete, die andere für die armen des kirchspieles) geld, dann bekommt er zu trinken, und nach dem er viel oder wenig geld giebt, so bekommt er von der braut ein hemd oder strümpfe oder dergleichen, von den bei ihrer seite, schon zu geschenken aufgehäuften sachen. – Der laulaja giebt immer obacht wie viel ein jeder giebt und sagt es laut – – es werden zuweilen auch ein pferd oder eine kuh gegeben. – Als alle getrunken haben entsteht eine pause – bis der puhemies wieder fragt ob nicht jemand noch willens ist ein geschenk der braut zu geben – es ensteht manchmal ein wetteifer zwischen den angehörigen der braut und dass bräutigams. – Nach diesem gehn manche nach hause, andere bleiben bis zum dritten tag.
In der früh bekomt die hausmutter oder schwiegermutter eine ganze kleidung von der braut – auch den ersten abend giebt sie ihr mehrere bett zeug. – – Zuweilen sind 50 personen da.
Selitetty Maja Savolasilta.
Auch der puhemies, laulaja, Kaso etz. alle geben geld in die schaale – ist diess frühstück von der Kaso, so bekommt sie den 1/3 theil von dem geld in der schaale. – (ai huomen kuppi – morgen schale trinken sagt man) – doch nicht von den spätem geschenken. – auch ein theil des talon wird manchmal huomen kuppiin geschenkt – Nach diesem wird dass meisste getanzt, den ganzen tag fort. – darunter werden das paar auf der rahi erhoben dass auf einer seite MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-109 die burschen auf andererer die Mädchen heben – nach dem sagen sie mit verdruss und unzufriedenheit: geht ihr – ihr gehört nicht mehr unter uns – nachdem sie von den verheuratheten aufgehoben werden, und tanzen quasi mit sie.
Diesen zweiten tag, kleidet sich die braut dreimal um – zuerst zum frühstück, dann zum huomen kuppi, zum dritten zu mittag. Zwischen dem huomen kuppi und frühstück wird auch getanzt. – Nach dem huomenkuppi wird auf manchen orten polska getanzt wo die Mädchen mit den Weibern um die braut streiten und so auch die Männer – es entstäht manchmal glieder reissen. – Die heurathen geschehen meistens Winter, bis in dass frühjahr – dass sprichwort ist: keväällä köyhä nai, syksyllä heänsä pitää.
Heirath bei finnischen Standes personen.
Die Veröffentlichung der verlobung geschieht bei einem Mittag, wo die meisten angehörigen des Mädchens geladen sind – mittelst gesundheit trinken für beide verlobte auf einmahl.
Zur traung wählt sich die braut 3,4 bis 8 brutthärnor der Mann 2 Marschalle – – An den tag der traung ist die braut mit ihren thärnor in brautzimmer, – unter sich die gäste versammeln – – Sie bekommt eine brautkrone die dass als ihr immer von der Mutter aufgesetzt ist. – Nach diesem kommen die thärnor heraus breiten die brutmatten auf und stellen die 4 brutstohla darauf.
Als alles versammelt ist bringt dr Vater die Tochter zur thüre des brutzimmers, von wo sie durch den brätigam weggeführt ist nach dem sie ihren Vater die handgeküsst hat. – Unter der traung stehen die Marschalle, hinter der braut und brätigam, und nach dem, nach der traung, der priester, sie zur seite dess brätigams führt und ihr gratuliert hat – gratulirt der eine Marschall im Namen der ganzen gesellschaft. – Dann wird getanzt und soupirt.
Bevor die gäste abfahren, werden der braut die Augen verbunden – und in dem die andern Mädchen um ihr in ein rondeau tanzen nimt sie ihre krone von kopf – und setz sie einer auf – diejenige wird zuerst braut – so geht es auch weiter. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-110
Zuweilen hat man nach diesem noch ein polska, wo die Mädchen streiten mit den frauen um die braut – auch die Männer. – Ehedem bekam der Marschall ein strumpfband, für dass, dass er die braut zu bette führte.
Begräbniss
bei finnischen standespersonen auf dem Lande.
Der Tode soll 3 tage zu hause gehalten werden – nachdem wird er in der kirche beigesetzt – die wahre begräbniss kann dann in 2 wochen oder 2, 3 Monaten geschehen. – Dazu wird ein Sorgenzimmer bereitet: es ist ganz weiss – die Wände mit plafond und diele sind mit leinwand, die möbeln und fenstern mit batist bedeckt – oben hat man arabesken verzierungen, und andere verschiedene nach dem genie der angehörigen z. b. die thür pfosten etz. – Während der zeit der begräbniss sind die sorge tragenden Damen in diesem zimmer, sind schwarz angezogen, mit weisser schürze und eissen kragen – und sitzen gewöhnlich in einem halbzirkel. – Eine bekannte des hauses führt unterdessen die Oeconomie – und 2 Marschalle nehmen die Gäste entgegen, denen Wein gewöhnlich servirt wird – Zur führung des Leichenzuges hat man 2 prestafver, die it den verstorbenen gleichen Alters und Ranges sein sollen – zu ihrem zeichen haben sie ein schwartzen mit flor angethanewn stab – Bei Walden hielten sie eine kleine rede an die sorgetragenden, in dem sie von Denen im namen des toden abschied nahmen, und gingen so, dem zug voran zur kirche – – In Ahlbacka bei der gross Mutter tod war es dass sie zu Walden führen da alle abstiegen und so dann in Zug zur kirche gingen – In der Kirche halt man eine predig – nach dem die andern Ceremonien folgen – und so gehen alle zurück im hause des verstorbenen – Bei Mittag oder Soupèe wird zum letzten Gedächtniss dess toden getrunken – und loppu – alles fahrt nach hause – doch bleiben manche zhum pountschierren noch bis abend. Die sorge tragenden herrn haben ihren frack kragen weiss überzogen, weisses halsband – und an Arm und hut schwarzen flor. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-111
bei Bauern. hautaiset peiäiset.
Der Tode wird gewaschen und angezogen (umistetaan) in weisse wäsche, worauf dass venÿkë waateet eine leinvand decke und das silmi riepu das ist eine dergleiche kopf decke kommt – auf den kopf bekommen sie eine art nachtmüze, die Männer – die weiber ein stirntuch (ochtikko) und myssy. – So wird er aus der stube in einen aita gebracht (der kopf muss immer vorne getragen werden) unter gesang. – Am folgenden Sonnabend werden dann die Gäste geladent auf Abend – nach dem speisen bringt man den toden aus dem Aita wieder in die Tupa, und setzt den geöffneten Sarg auf die rahi – so wird dann die ganze nacht gewacht und gesungen – am morgen macht man das silmi riepu wieder auf den kopf, während des 374 liedes 7ter Wers gesungen wird: Silmän nyt kiini painan etz. und under dem: Levit nyt siipes etz. wird der deckel auf den sarg gegeben. – Darauf fahrt man zur kirche, den sarg führt man gerne mit einem schwarzen pferde, auf dass vempele wird ein stückhen weisse leinwand oder ein schnupftuch gebunden – und neben den sarg sitzen 1 oder 2 laulaja die immer wenn man neben häuser vorüber fahrt singen müssen – bei der kirche wird man mit Glocken geläute empfangen, und so geschieht die beärdigung – dass tuch von wempele wird einem Armen geschenkt. – Wohnen die leute weiter von der Kirche so fahren sie schon Sonabends von hause. – – – – Nach beärdigung fahrt der ganze joukko wieder nach hause und wird gegessen und getrunken. – Diess ist sitte in Rautalambi – in Laukas hat man dass ganze Nacht singen nicht. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-112
Varpajaiset
trinken die per ungefähr nach der geburt eines kindes angekommenes Gäste – es ist mehr schertz und aus freude auch bei standespersonen gebräuchlich – – Zur taufe hat man bei knaben, 2 kummit mies und ein vaimo – bei Mädchen sind die vaimo kummit 2 – die immer ein kleines Geschenk auch geben – bei taufe wird auch ein buch in die kleider des kindes gegeben dass es leichter lesen lernt. – Von den kummit ist ein Mann und ein Weib immer verheirathet, der dritte ist noch frei.
Morsian Sauna
ist eine sehr schöne sitte – Vor dem Tag der Trauung – kommen die bessten bekannten Mädchen der braut zum bade – sie gehen da alle, wie dienerinnen einer Dianna – Die da ganz herrin über sie ist. – Man entkleidet sie zu erst, führt sie dann zur lauteille (auf das ober bredt) (auch lava genannt) und nach dem sich die andern Mädchen auch entkleidet haben, kommen sie mit ihren wasta (auch wihta – birken ruthen) um ihre sie zu kylvetän (mit den ruthen sie sanft zu schlagen) – – Die Mädchen baden sie quasi weg – aus ihrer Gesellschaft – und es ist der braut ihre letzter Jungferforderung. – Zuweilen sind sie sehr fröhlich bei dieser bedienung – doch ist sehr oft dass entgegengesetzte. – Auch sind viele schon in besseren umständen.
Dass Dansa bort brutkrona ist hier in Laukas schon viel gebräuchlich bei den bauern. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-113
Weinachtsfest. Joulu Juhla
Nach tavastischer Sitte die bis Jämsä herseht, wird am Aatto stroh gesträut – damit die knaben besser darin spielen können, es scheint quasi ein knaben fest zu sein – auch der Weiland lag da auf stroh – wenn dass stroh unter dem spiel auf dem orret hangen bleibt, ist zur bedeutung eines guten Jahres – und diese bleiben lange darauf noch – Die wände werden alle mit pärreitä tapaziert – sie sind sehr lange und werden eins in dass andere geflochten, wie eine korbwand – auch oben wird von diesem ein tach gemacht quasi himmel mit contraire gelegten pärreitä. – So wird zuweilen die grosse tupa eingetheilt auf eine art – dass darin noch ein separirtes zimmer eingerichtet wird – z.b. ein schlafzimmer wozu eine ganz schöne thür öffnung gelassen ist. – –
Hier in Laukas ist es nur zuweilen sitte ein solch dach aus pärneitä zu machen – sonst wie auch in den obern gegenden, schabt man nur, und wäscht die wände bis 4 ellen höhe recht rein, weiss – dass es ein contrast wird mit dem obern schwarzen. – –
Wie es dunkel wird so geth man in Sauna um an abend rein zu sein. – Zwischen 4-5 zündet man die Joulukyntylä an ein dicke kerze von stam, die eben in 4 bis 5 zweige ausgeth – neben dieser dann mehrere einfache. – So kommt dass Abendmal – dass Weinathbrod ist dick wie das Ungarische brod, und hat oben verzierungen aus teig wie sculptur sachen verschiedene vögel etz. neben diesen haben sie die bessten speisen – grütze, verschiedenes fleisch bier und brantwein. – nach diesem wird gesungen und conversieren feierlich – sind in ihren bessten kleidern – – Sie gehen doch früh zu schlafen um den andern morgen um halb fünf schon bei dem Gottesdienst sein zu können – Nachdem sie dann nach hause kehren, und denn tag wie einen andern Sonntag zubringen. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-114
Der Tapani päivä ist viel fröhlicher in der früh gehen die Jungen burschen zu den Nachbarn und fragen: Onko Tapani kotona. Sagt der hausherr nicht gleich on – so fallen diese über den ofen her, und stellen sich als möchte sie ihm zerstören, worauf der hausherr zur antwort geschwind bier, brantwein etz. bringt. – Dem Abend dann sammeln sie sich bei einen oder andern bauern, und tanzen bis spät. –
Den dritten und vierten tag arbeiten sie auch noch nichts – sie belustigen sich nur, bald bei einem bald bei anderm. – – Der tisch muss bei jedem bauern von Joulabend bis Neuen Jahr immer gedeckt sein, tag und nacht, und die reichern suchen sich aus zu zeigen. – Tanzverschiedenheit hat man nicht viel – gewöhnlich Polska, wobei nur die Jungen sich in ring stellen, die alten sind ganz ohne zwang, sie hupfen nach dem tackt wo sie platz finden, und trinken dabei ihr olutta – doch ist die zahl der tänze immer auch ein maastab der bildung und fröhlichkeit und geselligkeit der leute in einem Kirchspiel. – In Tavastland ist es am meisten – hier im Laukas schon viel weniger, in Viitasaari ist eine grosse seltenheit wo ein tanz, so auch in Kangasniemi – auch in Karelen soll man sehr wenig tanzen.
Die übrigen tage arbeitet man auch sehr wenig – gehaktes holtz etz. muss schon in voraus bereitet sein.
Mädchen die den Julabend gar nichts essen und nach diesem abend ein zimmer dass 3 thüren hat kehren, können ihren künftigen bräutigam sehen. – Diess war eine ältere sitte jetzt lacht man darüber.
Doch sind die ersten tage mehr heilig gehalten, man singt und betet – tanz sie kann man nicht sehen – es sind wie mehr gefeierte Sontage wo man in stiller häuslichkeit sich der ruhe und geselligkeit hingiebt – wie es auch bei Standespersonen auf Lande und Städte ist.
Das Joulu leipä wird aufbewahrt bis zum tag, wo man zum ersten mahle akert – ist es geschimpelt so wird ein schlechtes Jahr. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-115
Der neue Jahrs tag hat gar keine besondernheiten – das gratulieren kennt der bauer unter sich nicht, so geht er auch zu seinem forgesetzten nicht.
Diese Joulu Juhla ist der firmen vornehmstes fest, und wird überall mit grössten aufvand gefeiert. Ein Sprichwort sagt: Juoda Jouluna pitääpi – syödä lihaa laskiaissa.
Den Weinachts abend wie die andern tage hat man auch verschiedene spiele: härän kengittäminen – es wird ein rundes 3 ellen langes stock auf 2 stühle gelegt und daneben auf beiden enden 2 stück pärettä gelegt – so muss sich der man der ein stock in der hand hat auf den horizontalen stock sich setzen, und diese hölzer herabschlagen.
Stötta ögat ur skumakaren man macht aus gewundenem stoh eine dreifuss – dann wird eine stange von 3 klafter auf beiden enden von 2 personen gehalten, dass diese sich mit rücken stehn – der fordere soll so stossen auf den dreifuss in dem er ihm nicht sieht – der hintere steht im angesicht dess dreifusses und parirt dass der fuss nicht getroffen soll werden – Ein sehr närrisches Spiel – In Nyland