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Finnlandi Úti Jegyzetek – 6. füzet: Laukas (Albacka)
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MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-066
Finnlandi Uti Jegyzetek
6 füzet
Laukas (Albacka)
MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-067
Bei Waldén 16 Maj
Kaum war ich von Albacka nach hause gekommen, sah ich vor mein fenster 3 schlitten fahren – ich erntete es, dass sie Wadenstjerna sind, blieb aber zu hause, weil ich badestube wollte gehen.
Den andern tag war Wadenstjerna zu mir gekommen – und ich begleitete ihm zurück nach Albacka. – Schilt war ausser sich, er hatte nicht augen nicht ohren, war nur gefühl – ich kann nicht begreifen wie in liebe manche so lange blind können sein, bei Ihm ist sie noch als hätte er sich gestern verliebt, so stark und gewaltig, ganz kindlich, und es wäre ihm in sein entzücken ost ein süsser Tod – ich studiere ihm zu Mein Ideal des wahren liebe. – – Sie waren 3 tage hier geblieben, Mutter und 2 schwester, und ich war viel hier unter der zeit – – Den zweiten tag hatten wir auch ein Werkel, ein Deutscher aus Riga kam mit diesem instrument, durch Pohlen über Odessa nach Moskau Petesburg und Finnland, durch diese Gegenden reiste er nach Åbo und so nach Rewal – hatte eine Tochter mit sich und befand sich sehr wohl – hatte nur ein Auge, doch konnte er mit diesem so appetitlich blinzeln, wenn er von Russland und den vielen geld da sprach, wie ich noch nie ein blick so ausdrucksvoll sah. – Schilt hatte ein silberbeschlagenes trink horn bekommen von der Savolax Karelischen Landsmannschaft zum Andenken – es ist ein Ungarisches oxen horn – diess wurde durch diese tage etliche maal gefühlt – immer mit punsch, und niemanden war pardon gegeben – es blieb doch noch viel von der vorigen sitte und es ist eine ganz eigenthümliche schwachheit sich krank zu trinken nur darum um andern zu gefallen – und einen wunsch, der gar keine bedeutung eigentlich hat zu erfüllen – Dass horn hatte über eine halbe und Wadenstjerna trank es der freundschaft zu lieb, bis zum letzten tropfen – und als er weg fuhr war er auch wirklich krank – wir begleiMTA KIK Történelem Földl. 4r-25-068teten sie bis Jyväskylä und nahmen abschied – Ihr reise anzug war ungeheuer viel – er hatte 2 pelze an und stiefeln von starken kalbleder bis über die knie – Die Mutter hatte gleichfalls 2 pelze und es ist ein desperater anblick, eine alte frau, in solchen Costume – eine gefutterte grosse haube, den thulupp dann an, und grosse mit pelz gefütterte topanken, oder besser stiefeln – die töchter hatten gleichfals einen pelz, und einen reisewikler darüber. Speise nahmen sie mit sich auf dem weg und in Jyväskylä wurden wir auch noch traktirt davon. – Der weg war schon sehr schlecht, wir mussten denn schnee schon suchen, die eine seite dess weges war meistens schon bloss – – Auch über eis war es übel, der schnee war zu wasser geschmolzen und dies hatte durch dass eis noch kein gang, es war alles über diesen und nur eine leichte eis rinde bedeckte sie – es brach überall unter uns und hatte viel furcht dass nicht auch dass unterbreche. – –
Kaum waren wir zu hause, kamm aus Wiitasaari ein besonderes Patient. – Es war ein, vor ein halben Jahr, verheurathetes Weib – Sie bat um rath wie sie von ihrem Mann geschieden werden könnte – Ihr Mann sei ein Junger hübscher reicher Mann sagte sie, doch hat sie solch ein abscheu gegen ihm, dass wenn er sie anrührt, schauder ihen körper und Seele durchläuft, er hat nie gegen ihr etwass gethan, sie könnte immer dass contraire sagen davon – doch ist es ihr unmöglich mit Ihm zu leben. – – Als er ihr den heiraths antrag machte, hatte sie ihm keine antwort gegeben, doch hatte sie nichts gegen ihm – – als die veröffentlichung in der Kirche geschah, da fühlte sie, dass es ihr nicht möglich sein wird mit ihm zu leben – doch wurde sie überredet – Nach einem Monat nach der trauung, war sie von ihm entlaufen zu den Ältern – – Schilt fragte sie ob sie nicht eine andre liebe hätte, sie sagte, nein. – ich wunderte mich über ein MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-069 solch von flegmatischen, abweichenden Gemüth, noch dazu in Wiitasaari (doch ist sie ganz an der Gränze v Laukas) – Ihr aussehn war sehr männlich, ein mehr rundes blasses trockenes gesicht scharfen blick und kurze und bestimmte Antworten die schlagend und ihr Gemüth prüfend waren. – Der Doktor konnte ihr weiter nichts sagen – als, wenn es möglich ist so zu entfliechen oder sich zu verbergen, dass es ihr mann nicht erfahren kann, wo sie ist, und so ihr name in zeitung gesetzt wird als einer entflochener frau, die wenn in einem Jahr nicht zurück kehrt, von Manne so geschieden ist dass er zur neuen heirath übergehen kann – so thue sie es – in anderthalb jahren wenn sie zurück komt ist sie frei von ihm – – doch wie ohne pass so etwass zu unternehmen. – Als sie hörte dass auch mittelst Adulteriumo ein ehepaar geschieden wird – wr sie viel erregt, erkundigte sich mehr danach, doch viel ihr geist als sie hörte, dass der sündigende theil zur strafe unverheurathet bleibt.
Schilt erzählte mir noch einen andern fall – In Nyland war ein Junges hübsches Mädchen – ihre ältern waren arm und um ihre hand freiete ein Alter sehr reicher und angesehener Lautamies – (nur doch 40 Jahre) – Sie wollte nicht, doch zwangen sie die Ältern – – Sie wurde gertraut mit ihm – ihr abscheu und hass wucks mit jeder stunde gegen ihm – von ihm zu laufen konnte sie doch nicht ihre Ältern hätten sie nicht aufgenommen – Sie musste bleiben – sie bekam ein kind, und ihr hass wendete sich gegen diesem – dass sie es in etlichen monathen darauf ermordete. – Nun ist sie geschieden von Ihm, doch lebt sie auf festung kärker.
Vor etlichen Wochen geschah in Luuhango auch ein Mord. Ein Mädchen wohnte mit ihrer Mutter in einer kleinen einzelnen törperhütte – Sie hatte einen geliebten, und bekam MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-070 ein kind von ihm – Die Mutter starb und es vergingen etliche Jahre, während sie immer in dieser hütte ganz alleine wohnte, nur zuweilen von geliebten besucht – Doch wurde er untreub und wollte sich mit einer andern verheirathen – er kam einmahl gegen Abend zu ihr – warum? weiss man nicht – sie war eben um höltz in die küche zu tragen auf dem hof, und blieb zum gespräch daarust stehn während ihr knabe um ihr spielte – – später hin eröfnete er ihr, sein vorhaben und wollte ihr etwass geben – doch Sie, in verzweiflung, packte ein stück holtz, und schlug ihm, dass er in augenblick tod war – sie betrachtete ihm gut, als sie kein leben hörrte lief sie geschwind in die Nachbarschaft, und jubelte über ihrem mord, doch sei sie noch nicht sicher ob er wirklich Tod sei, wenn jemand mit ihr käme und auch dieser die versicherung ihr geben würde. – Sie ging dann nach hause, pakte ihm auf ein Wagen und führte ihm selbst nach seiner wohnung. Sie ist auch auf festung.
In Jämsä war ein reicher Gästgifver ein sehr starker doch milder mann – – ein dienstmädchen zürnte ihm eines tages sehr, doch ohne vorhaben – dass er sie bei den haaren ergrief und sie etliche mahl erschütterte – als er sie aus den händen liess war sie tod zum boden gefallen.
Weiss man von einem plötzlichen Tod keine Ursache, so schreibt der Ländsmann an Gouverneuren, und dieser giebt die sache dem Provincial Doctor zur Untersuchung – So war Schilt neulich in Jämsä – der Tode war ein Man v 30 Jahren – man fand ihm todter – – und er war erstickt – er ass sehr viel, und in sehr grossen stücken, der Magen war schlecht, und stosste die speisen auf in die kehle, – die grossen stücke blieben da stecken und er wurde todt – – sein mund war noch voll mit speisen, darum konnte er sich nicht helfen – MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-071
Bevor wir nach Wiitasaari fuhren war in Laukas auch ein solcher Toder, – ich fuhr mit Schilt zur Obduction – wie man dessen aufmachen und untersuchung nennt – – er war ein junge v 20 Jahren, und diente in Ahlbacka – An den Weinachtsfeiertagen trank er und ass er viel – in der erhitzung, betrunken führte man ihm auf dem hof, und legte ihm auf einem schlitten – in einer Weile als man nach ihm sah war er tod. – Alle blutadern an kopf waren und rücken wie auch in ihrer nähe der übrige körper waren ganz schwartz – es war ein hübscher und sehr lebhafter bursche. – – In der kälte sterben hier sehr viele, und besonders leicht die, die eher etwas getrunken haben – sie sind erhitzt, legen sich in schlitten – da schlafen sie ein, und können so ihre entblössten theile nicht gut bedecken – der körper wird erkühlt und in der schlaffheit die dem trinken nachfolgt sind sie bald, dass sie toder erwachen.
Nach Wadenstjernas Abgang hatte ich goldne tage in Lammasacho, ich fühlte mich sehr gesund, und studierte die ganzen tage – zum spazieren war es Abends noch nicht, und ich versuchte noch etliche mahl meine alte unterhaltung dass schneeschuhe laufen – es war mir schwer zu lehrnen, auch bin ich jetz noch nicht Meister darauf – doch so weit, dass es mir sehr viel vergnügen macht – – ist einer wirklich stark darauf, so lauft er mit den bessten schlittenpferd wette. Man rutscht auch leiht davon ab, nur aus birken sohle ist es ganz gut. – – – Nicht umsonst sind diese birken so viel in den Runen in ihren Poesien erwähnt, und gelobt, sie ihr weisser schöner gürtel etz. und wie es vorkommt – man benutzt auch diese rinde zu allen möglichen, die haus dächer sind aus diesem – schuche (virsu) – trag körbe, andere gefäse alles mögliche bereitet man davon.
Wenn ich zuweilen auf den hügel stand, und die Sonne, die jugendliche frühlings Sonne auf dem schwarzen horst sich erhob, mit ihren heitern freundlichen blick Licht und freude über die Gegend giessend – die reine frische kalte luft, der blaue himmel – dass schwelte die brust, und gab ersatz, reichlichen ersatz, dem einsamen verlassenen in der wildniss. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-072
Den 18ten fuhr Schilt nach Hovila – ich studierte zu hause, als Kiliander (Curam gerens in Laukaser Kirche) kam – er ladete mich zu den Walden, weil ich mich hier alleine langweilen würde – in Schilt seiner abwesenheit. – Wir fuhren noch auf schlitten – die meisten strecken waren schon frei von schnee, doch fuhren wir auf eis, wovon jetz dass wasser schon abgeflossen war – sehr gut. – Ich bekam ein separirtes zimmer zur wohnung und war wirklich sehr angenehm da. – Es sind 3 töchter wovon die mittlere Rosina von Namen, sehr naiv und liebenswürdig ist – – Sie meinte sie fürcht sich schon auf ihr Alter wenn man sie da Rosina wird nennen – – es ist ihr ein ungeheurer zwischenraum Rosina und Alt. – Die jüngste ist Josephine – als vor 5 Jahren die kirche abbrannte war sie eben in der periode den rothen König zubekommen, der schrecken wirkte so auf ihr, dass er die Natur hemmte sie wurde dadurch krank, doch wie eine scherin soll sie gewesen sein – Schilt kann sich nicht besser als durch Seraph ausdrücken, sie war bewundert von alle – durch bad in Tammerfors wurde sie doch Curirt, doch ist sie auch nun von sehr zarten Wesen. – Sie war verheurethet, konnte aber nebst dem Mann nicht bleiben, sie ist jetzt geschieden gerichtlich. – – Die älteste Schwester ist 28 Jahr alt und ist weiter nichts, als Mannes lustig. – Sie sind gebildete Mädchen wie man hier wenige hat – Ihr Vater ist tod, doch lebt die Mutter noch 3 Jahre hier auf dem priesterhof, nach dem recht der priesterwittween, die 3 Jahre beneficium haben, die revenien eines plazes zu ziehen.
Die Kirche steht auf einem hügel es ist ein schöner anblick und kirchen sollen immer auf höhen stehen der eine sehr weitläufige aussieht gewährt, ich stand öfters da und entzückte mich über die schon grossen schwarzen flecken, in denen die erde unter ihr schlafdecke hervorguckte – – der schnee war in seiner Ohnmath, und ein krebs schienen diese, auf seine Verwesung zu arbeiten. – Es war mir ein MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-073 seliger Anblick, der Winter obwohl so schön fühlte mich bis zum eckel – Die Natur ist nur negativ in ihm, verborgen und verhüllt darum kann er sich den andern Jahreszeiten nicht gleichstellen. In Helsingfors als ich nach Sveaborg oder nach Töllö zu Gottlund fuhr, jubelte ich über diese herrliche Jahreszeit – die Natur war mir so grossartig, so erhaben und ominöss in ihr tiefen melancholie – hinnreissend – mein busen bebte vor entzücken. – So war es als ich von Walden eher, von besuchen nach hause fuhr, es war gewöhnlich abends zu Sonnenniedergang – der strom unter der Wohnung des Walden war eine grosse strecke schon offen – als ich so auf dem hügel nebst der Kirche empor kam, sah ich mich in ein land, für dass ich keine Idee kein namen habe – ich sah dass silber Land, den vielgelobten land meinen Jugend erzählungen – – – die lichte alleine die da herseht, ist schon, weil es vollkommene lichte ist, zum anbeten und preissen – wass kann es erhabeneres, bedeutungsvolleres auf der Welt geben? – so der weisse linde milde schnee, der wie hinfloss über alle unebenheiten einer grobern Welt, sie ebnend zu einer wohnung der geister zu machen – auf dem See zur seite, die noch silbernd strahlende kruste – zur andern seite der erhabene Spiegel der Natur, eine zweite welt vorstellend – – der contrast von einigen kleinen schwarzen düstern holz gebäude, machte sich auch verherrlichend, es zeigte die kunst, in vergleich der Naturwerke. – – So verklärt so himmlisch die Natur zu sehen väre es ja zum sterben gewesen – doch zu viele anspannung folgt immer müdigkeit, schlaffheit – – ich war erquickt und labte mich an den loosen boden, wie man ess mit einem frischen trunk thut, nach der drückendsten hitze der Sonne.
Zuweilen zu boden stürzen, den blick verbergen, in anbetung versinken – wäre ganz naturgemäss – solche lichte ist kaum für unsere augen, und gut thut der schwache wenn er sie verbergt MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-074 meine augen sind blutig und krank seit dem ich hier weile – und der einwohner viele augenkrankheiten und blindheit, hat darinn ihren grund. – – Zu einer Idee einer volkommenern, überirdischen Welt, ist es nicht schwer nach diesen zu kommen. – Wohl sind wir auch nicht schwarze theile der Welt – wir können es begreifen, wir erkennen es, und der gedanke des unnbekannten komt erst in der erinnerung.
Schilt erzählte mir von einem Mordvin, der eher in Russischen diensten soldat war, und nun seit 25 Jahren in der nähe von Jyväskylä wohnt – – Ich schrieb dahin an Curam gerens der Capelle und er schickte ihm den 22ten hie her zu Waldén – Ich freuete mich, ihm da zu sehen und hoffte interessantes zu erfahren – doch hat der arme seine eigene sprache schon vergessen, und spricht dass finische auch so schlecht, dass er beide sprachen mischt – – er heisst Tuomas bladigin, ist an Vatha fluss geboren – vonn mittlerer grösse mit sehr starken knochigen körper und fessten gang – hat schwarzes haar runden grossen kopf, dass gesicht mehr viereckigt mit starken backenknochen und breiten kinn, von brauner farbe, wenig bartwucks – langsame rede, und eine merkwürdige naturliche einfachheit – ich bat ihm zu sitzen, und er gehnte und streckte sich (nyujtodzott) ohne augfenthalt, als hätte er weiter nichts als instinkt – ich musste zuweilen zweimal dreimal ihm um eine sache fragen wenn er im gähnen seine worte hinmurmelte – Doch hatte er wissbegierde – und zählte mir alle hauptstädte von Europa vor, wo die Kaisers wohnen, nur die dess preusischen Kaisers wohnung blieb er stecken, ich half ihm doch und er kannte dass perlini nie. – Ich gab ihm 1 rubel 20 kopek – doch er meinte es ist nicht genug, ich gab ihm noch 30 darauf – seine meinung war mit grösster gutmüthigkeit doch – hätte ich ihm im summa nur 50 kopek gegeben, und zum zweitenmahl auch gesagt, es ist genug – sein resignirender Wille, wäre zufrieden gestellt gewesen. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-075 Seine Muttersprache ist der finnischen verwandt, doch ist der Russische accent so ihm angeboren, dass es ihm unmöglich ist, dass finnische wort rein auszusprechen – – diess ist auch der Ungarischen sprache ihr analyse – er sagte z.b. stadt dem reinen finnischen jos liene – josch lienye – ein Ungar hatte es auch gleich ausgesprochen – dass ly und ny war überall gemengt – ein merkwürdigen übergang fand ich in dem vort hyvä – der Mordvin sagte es ȗvȃ oder jüvä – – Der Archngelische bauer sagt es jova und der Ungar hat sein jó. – – Diese Archangelischen bauern haben eine merkwürdige neigung zum handel, wie unsere slaven in Ober Ungarn – Sie streichen ganz finnland durch, mit ihren | kasten auf dein rücken, mit einem werth von 200 rubel. – ihr handel ist verboten, als ich in Sysmä war, conficirte der Ländsman einem seine waaren – sie wurden licitirt, – die einnahme waren 100 rubel. – – –
Zigeuner giebt es auch hier, man nennt sie Mustalaiset – (schwarzen) und haltet sie für ein Tatarischen stamm – diese schöne, edle gesichtsbildung für ein tatarischen stamm. – eine jede familie hat gewöhnlich einen Kreiss landes, wo sie durch dass ganze Jahr wandern, ihr leben ist eht nomadisch – sie bleiben höchtens einen tag in einem hof, dann eilen sie wieder weiter, sie betteln sich speise – zuweilen auch ein pferd zur wintern reise, und machen so ihren Zodiacus vitae. – Dem 4 april waren solche in Lammasacho, und Ahlbacka – die familie stand aus 11 seelen – – der vater war klein von wucks, ein sehr edles gesicht – er sprach auch Svedisch, zum zeichen dass sie da lange wanderten (es konnte um Åbo sein, doch auch über Kemi) – sie mussten um ihr essen viel betteln und bitten – – und so wanderten sie in schnee weiter – ein pferd war in ihrem eigenthum – – gekleidet waren sie alle gut, der vater hatte einen langen schwarzen rock, die zwei söhne kurze blaue spensers Korkonen sein Zigeuner lied hier übersetzen. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-076 Sie sind ganze herrn im vergleich mit den bauern – – ein langes Mädchen war unter sie, mit schrecklichen aussehen – ihr haar und auge hatte die glänzende farbe der hölle – dass haar war geschnitten, über die obren biss in Nacken – und war über dass gelbe gesicht einen furchtbaren schatten – über die schultern hang ihr ein langes wolle tuch bis zu der knien. – Diese tanzte auch, es bestand in brutale horiziontale bewegungen dess körpers, mit den fingern schmaltze sie und sang dazu.
Von ihrer sprache lernte ich etliche:
jek = 1; tui = 2; tri = 3; tzar = 4; pansch = 5; schou = 6; efta = 7; ochto = 8; djef = 9; djesz = 10;
Me sam, du sas, joi san = ich, du, er ist
Me dzsa nikki = ich gehe fort.
grangli tzai = schönes mädchen
so ckhuni nya = was giebt es neues.
rankanitsei de ma buie = anna tyttö nussia.
udzseino, rani den makchabe = mann weib gebe essen.
oraklo, pierro, grai = kind, fuss, pferd
Ihre aspirirte und gaumen laute sind einzig zu hören.
Meine freien stunden brachte ich oder bei den Mädchen zu oder bei Kiliander – er ist ein Mann von 30 Jahren, und hat sehr viel willen für dass gute – doch war er immer einzeln, und sah wenig in seinem leben – – – – bauern waren an Sonntagen immer eine Menge – sie kamen, sprachen doch von sich selbst sehr wenig, fragen mussten immer voran gehen – dass geschnittene lange haar hängt es nicht ganz ins gesicht, und ist diess rein, sieht sehr gut aus, frei, republikanisch – – gleichfals der gürtel über ihre koftane. – – Den oster sonntag wurde ein törper da getraut, er war lang und schlank, seine künftige kurz und breit – sie standen unbeweglich neben einander, wie in erde gewachsen – solange der priester laas – als es zum Gesang kam fing der Mann laut und bitterlich zu weinen MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-077 während dass weib in flegma verharrte. – Dem andern tag war eine trauung von ein 55 Jährigen Mann und weib von 50 Jahren – sie empfingen dass Sacrament mit vollster andacht – es war schön zu sehen als ihre ringe gewäckselt wurden. – Dieser ist hier der Charakter der Ehen im allgemeinen – gegenseitige hülfe durch dass leben, ist der entschluss dazu – – liebe kennt man nicht – einem flegmatischen temperament ist es ja nicht schwer, mit wem der will in harmonie zu leben. – Ehen wo der man 20 dass Weib 40 Jahre alt ist scheinen naturgemäss darum zu sein – wie auch dass contrair – obwohl priester zuweilen solches vorhaben durch gute reden vernichten – –
Eine kirche an Sonntagen zu sehen ist sehr angenehm – sie stehen immer einsichtig, gewöhnlich auf hügel, oder Seestrände – sind ganz verlassen – doch kommt der Sonntag so strömen leute von allen seiten – in pelze eingemumt setzen sich manche schon Sonnabend in Schlitten, nehmen ihr bettbuch ins schoos und fahren um den andern tag zur stunde da zu sein. – – Es sieht dann aus wie auf einem Markt oder lager, eine legion von schlitten und pferde. – – In Sysmä sah ich krände (valu) um die kirche gemacht, dass die pferde von da ihr heu fressen. – Auch der priester muss zuweilen so thun, wenn er ein oder zwei meilen von der Kirche entfernt wohnt. Der Küster wohnt in dem hause der gemeinde, wo eine stube auch ist für die kirchen besucher um sich zu wärmen.
Die Laukaser kirche ist ganz neu, ist in ein kreutz gebaut und hat eine kupel – ist ganz aus holtz und hat ihre rohe natur farbe – sie sieht erhaben aus – sie würde sehr viel verlieren würde man sie mahlen. – Die alte Kirche wurde von einen tollen angezündet, weil sie sich ärgerte, dass ihre leute sie nicht hinein liessen.
Die finnischen Kirchen sind alle thurmlos – der glokenthurm steht immer separirt, und mit grossen luxus gewöhnlich gebaut – in niedern finnland findet man kirchen aus stein, in obern theilen nur holtz.