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Finnlandi Úti Jegyzetek – 5. füzet: Laukas (Albacka)
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MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-054
Finnlandi Uti Jegyzetek
5 füzet
Laukas (Albacka)
MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-055
Wohnung in Lammasacho 15 Maj
Seit 24en März bis 1 Mai wohnte ich in Lammasacho, bei einem Finnischen bauern namens Jundunen – es ist mir eine sehr gute erfahrung. Ihre scheuheit wohl zu erst und später hin meine vielen studien erlaubten
wohlnicht viel mit ihnen zu sein – doch konnte ich ihr tägliches wirken und handeln unter sich und gegen meiher beobachten – und es war mir genug. – Ich hatte in ein separirtes haus, eine ganz eigene stube, mit etlichen reinen meubeln – und wohnte wie ich bei einem Ungarischen bauern nie hätte können – es war still und friedlich, mein Aussicht nach Osten, und vor meinem fenster eine herrlich schöne birke – bedienung war auch auf jedem wink – Nur die kost hätte ich zu hause bessere gehabt, weil diese lebensart des bauern von unserer sehr verschiedenartig ist – Sie haben meistens kalte gesalzene speisen die mir nicht behagen konnten – Doch hatte ich milch und butter in Überfluss, dazu manchmal hafergritze oder erdäpfel brei – kalbsbraten und zuweilen auch frische, neu gefangene fische – brot backten sie mir separirtes, und ich lavierte gut durch und freue mich immer es gethan zu haben – In Helsingfors lachten viele Finnen über diesem entschluss, und meinten durch erfahrung wird mir diese lust wohl vergehen, doch ich kann es nicht sagen.Die frau des hauses ist die wahre eigenthümerin des hofes, als tutrix ihrer kinder von ihrem ersten Mann – sie kann 40 Jahr haben, während ihr Mann 24 ist – sie leben doch vergnügt – Er ist ein pflegmaticher, und ist wie die meisten bauern von Laukas – von mittlerer grösse, ein gebeugten Wucks, von sanften stillen und arbeitsamen Charakter, und sehr unterthäniger gesinnung und anspruchlosigkeit – hat viel scheuheit vor unbekannte, dass man nur auf 2te dritte frage erst eine antwort bekommt.
Die frau ist launisch und histerisch – hat eben so ein stillen noch stillern zuweilen und unterthänigen Ton wie der Mann doch ist es, wenn es nicht aus laune kommt – eine schminke MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-056 ihrer begriffe von bildung – es ist hier der Ton, dass, darum affectirt sie es – dergleiche Menschen giebt es unter den finnen sehr viele, ihr temperament führt sie dazu, dass sie alle so sind, die nicht ein mehr conversastionelles leben führen – – – und es ist mi ein sehr unangenehmer Charakter – sie sehen aus wie in busse begriffene sünder, mitt finstern doch unterthänigen blick, mann ist gerührt von ihren anblick, von ihrer gezeigten schwermuth – man glaubt sie sind viel bedrück oder bedauert man zuweilen ihre einfalt, die sie als könnten sie nicht 2 zählen, zeigt – und ihre anspruchlosigkeit, dass sie doch gar kein gefühl ihrer Männer würde haben – – – und machen sie dann zuweilen ihren Mund auf, so sicht man sich abscheulig getäuscht – – er ist roh, macht mehr pretensionen wie jeder andere gebildeter, und ist so in mangel alles gefühls wie es nur die grösste stumpheit haben kann – – es kann nur von dem geschlagenen kopf kommen – – doch fühlt man sich ganz erbittert wegen solchen betrug, es ist spiel und hohn des eigenen gefühls – – doch ist es die gewohnte eingeschlossenheit, wass sein innerstes zwingt, und nicht anderst handeln lasst, nebst allen willen dafür – – es ist schauheit und schwachheit des kopfes, dass er nichts gerade sich traut zu äussern und ist er noch so erposst über jemandem – – Ich hatte diess öfters gelegenheit bei meiner hausfrau zu erfahren, in gesicht mit andern war sie, dass ich glaubte, sie ist vor hochschätzung derer geniert, und fühlt sich viel beehrt durch ihren besuch und gespräch – und waren sie fort, so hörte ich ihre meinungen und Kritik über sie.
Sie leben ganz für ihr inneres – auch liebe für einem, und wohlwollen können sie nicht zeigen und sichbar machen – ich weiss nicht ist diess ein ganz verwünscht schlechter zustand – oder ist es wahres glück, wass im verborgen lebt – – Doch bei einem ungebildetem Menschen, kann man auf solche art doch kein adel suchen, – es ist mangel an gefühl, sie kennen MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-057 weiter nichts als Egoismus – – – könnte ich nur diesen Charakter gut begreifen! – – mein streben wird doch in die länge nicht umsonst sein. – Ich war schon in Helsingfors mit solchen in berührung, und wusste nicht wass von sie zu denken – nun gab mir wieder diese hausfrau genug zu denken – es war ein ungeheurer abstand von dem Ungarischen benehmen und es ärgerte mich manchmal – – doch ist es an bessten, an solchen menschen gar kein Antheil nehmen – nur in sofern man sie eben ein bischen kennen lernen will. – –
Die ersten tage hatte ich sehr viel besuche – überall von den umliegenden höfen kamen sie, den fremden aus süden, der wie man da erzählte, erst in Åbo zuerst in seinem leben ein pelz sah – zu sehen – sie kamen in die stube zuweilen etliche ohne führer, ohne zu klopfen, und blieben da stehen, sprach ich sie an, so gab sie mir zur dritten vierten frage antwort dass sie hier wären mich zu sehen – es ärgerte mich und als ich etliche hinaus jagte – nahmen ihre besuche bald ab – – – viele meinten als sie weggingen – er ist ja doch ganz so von aussehn, wie wir. – – – Als ich mit Doctor Schilt kam, sprach man ich sei ein Artz aus Deutschland und viele wurden noch mehr im glauben befestigt, als ich der augenkranken tochter des hauses, Eau de Colonne gab und ihre augen bald heilten. – – Nun spricht man die vermuthungen des Sysmäer bauern, von Gustav Adolf sohn. Sie sind überhaupt viel neugierig – auch wiss begierig, meine finnischen bücher verlangten schon etliche diener, und an sonntagen lesen sie davon. – – eine menge kleine wirtschaftsgebäude umgeben dass Wohnhaus
Die finnische Architecteur ist ganz Charakterisctisch – sie haben keine grössern gebäude, eine jede stube ist für sie ein haus ob jetz gross oder klein – denn sie bauen alles aus holtz, wobei die zusammen fügung der balken schwer würde sein. – Darum ist die zahl ihrer gebäude in einem hof, 20 bis 30 hauser. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-058 Ihre eigentliche wohnung, wo dann die ganze bewohnung des hofes schlaft und lebt – heisst pirtti – hier Asutupa – sie ist immer Quadrat und hat gewöhnlich 5-6 klafter – und zuweilen 3 in der höhe, weil sie bis zum dach geht – – ihre haupt möbel ist der Ofen gewöhnlich anderthalbklafter in quadrat, mit ungeheuren dicken wänden aus stein – wo in der früh dann ganze stämme holzes hinein geworfen werden, dass man Oxen könnte dabei braten – – eher hatte man keine schornsteine darauf und der rauch verbreitete sich in der stube, und könnte durch ein kleines tach loch (laki oder lakeinen) oder durch thür oder fenster hinaus ziehen – – Nun hat man gewöhnlich schon überall schornsteine – – die hize die solch ein ofen giebt ist ungeheuer – die der finne auch über alles schätzt – er hat zuweilen bis 20 grad wärme, darinn – – die mit rauch gepaart für ein fremden nicht engenehm sein kann dieser rauch komt meistens von den perta die man brennt – er hat in gewöhnlichen kein anderes licht, wie dünn gespaltetes tannen holz von 3 finger breite und 3 fuss länge ungefähr, in ihren wänden haben sie eisenzangen quasi geschlagen und in diesem wird solch holtz mit geneigtem haupt eines nach dem andern den ganzen abend gefest und gebrannt während sie daneben nähen oder andere arbeit verrichten – spinnen, männer verschiedenes schleifen etz. – Die wände sind ganz schwartz und fenster haben die törper keine andern, als ausgeschnittene löcher, über die, andere tad bretter geschoben sind. – um die wände unten hat man rings bänke – dann etliche Weber stühle, ein langen tisch und betten und dass ganze zimmer ist voll. – Sehr häufig haben sie eine vorstube und immer eine fremden stube oder auch zwei, wo dann kleine Ofen und fenstern sind und alles ganz rein ist – – im winter haben sie ihn gewöhnlich auch hier. Der finne hat auf seiner wohnstube kein schloss, tag und nacht steht sie jeden frei, kommt man bei der nacht, so brauche ich mich um mewin pferd nicht bekümmern der dräng steht auf, geht aus der heissen stube blossfüssig in leichten linnenkleider hinaus – spannt dass pferd aus, giebt zu fressen und besorgt alles. auch dörrhäuser (rihi) in welches das getraide getrocknet wird, damit die körner beim dreschen mit handflageln desto leichter ausfallen. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-059 Bei jeder wohnung ist ganz notwendig auch eine Sauna badstube – – es ist des finnischen bauern einziger Genuss er badet im Winter 3-4 mal die Woche, im frühjahr und Sommer täglich – – – es ist ein niederer ofen der mit runde steine belastet ist, der ofen wird geheitzt, und sind die steine durchgeglücht so wird wasser darauf geschüttet wass dann in dampf aufsteigt – unter dessen ist die ganze familie, oder die geschlechter abgetheilt schon versammelt, ein jeder hat belaubte birkenzweige in der hand, mit die er unterdess seine scham bedeckt – – und so steigen sie auf die durch brätter abgetheilte höhere hälfte der stube – wo wärme bis 30 grade zuweilen ist. und schlagen sich den körper. – – Gewöhnlich ziehen sie sich dann daraust an, und werfen sich in schnee oder im Sommer in dem nahen See. – – – Es tragt wohl viel zur gesundheit des bauern bei, diese art zu baden – doch wird es übertrieben – – und magert nur den körper und schocht ihm ab. – – Nur für dem Alten kann es wohl anzuempfehlen sein – die steifen unbiegsamen glieder werden so angenehm berührt davon quasi erweicht und ihnen bischen leben und wirkung gegeben – – es muss sehr erholend, ganz magisch darauf wirken.
Als ich zu erst in lammasacho badete, gab man mir ein sehr hübsches dienstmädchen zur hülfe – ihre grosse natürlichkeit war mir auffallend – sie schlug mich mit den ruthen, seifte, rieb mich und reinigte und wischte mich ab, mit viel zartheit und flegma, und kein pünktchen blieb ungerührt auf mein körper – ich kam mir wie ein Sultan vor. Doch machten diess meine weitern spätern gehülfen nicht so pünktlich und scrupulös. –
Ihre Kost ist meistens kalt – Milch und fische ist dass haupt – – Sie essen täglich 3 mahl – der Pieksämäkier bauer Ripinen der nun in Ahlbacka wohnt thut es mit seinem MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-060 hausvolk 4 mahl. – Saltz ist ihre würze ohne der sie nicht leben konnten. – Knäcke bröd hat man hier selten, nur mehr auf feiertage – sondern dickes roggen brod, wie dass unserige – aus gersten mehl (rieska) hat man eine art dickes knäcke bröd, doch ist diess nicht ihr gewöhnliches brod, es ist mehr delicatess und ist bischen süsslicht. – in schleichten zeiten und besonders eher als der Svedjebruck noch mehr war hatte man viel dass petäjä leipä aus tannen rinden bereitetes mehl. – Dazu hat man Milch und rohe gesaltzene fische – die gewöhnliche art ist Muiku ein kleinerer fisch wie hwassbuck, sind sehr gut, und für dem finnen über alles gut. – – die kuore sind beiweitem nicht so – ausser diesem haben noch dann die verschiedensten die ihnen ihre Seen geben. – Doch geräucherten fisch kennen sie nicht. – Gretze und mehl oder potatis brei ist ihnen sehr lieb – Bohnen hat man mehr in Tavastland, hier essen sie Erbsen – von denen sie dies speise Rokka bereiten, nämlich erbsen mit bischen mehl gekocht, und milch dazu – Maku rokka heisst sie, wenn sie mit fleisch bereitet sind – hapan rokka wenn mit gesäuertem teig. – Talkkuna ist auch eine sehr beliebte National speise – rohe doch frische gerste wird gekocht, dann gebacken und zu mehl gemacht und so im Milch gemengt und gegessen – fleisch essen sie im gewöhnlichen immer kalt – oder gesaltzen oder geräuchert – das palvat kött ist den finnen national, sie saltzen zu erst dass fleisch recht und dann komt es im Bach ofen – und wird gebraten und auf etliche Jahre aufgehoben. – doch braucht diese kost, besonders rehe gesaltzene fische mit süsser milch, einen gewohnten Magen. – – Ihr getrank ist oder Sachtia (svag dricka) aus gersten Maltz, oder Kalja gertsen mehl wird nämlich in Wasser gekocht – und danach zum säuern stehngelassen, worauf nur noch wasser geschüttet wird. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-061 es ist wenn es besonders ein bischen länger steht zu sauer und für magen ungesundt. –
Ihre kleidungen bereiten sie sich alle selber, meine hausfrau hat nur etliche seidentücher und einem rock, der gekauft ist in ihrer ganzen, ziemlich grossen Quarderobe – Bei uns hebt man kleidungen in kassten, die finnen bauen ihnen häuser, Aita genannt – so hat meine frau einen eigenen, die dienstboten, mädchen separirt und Männer ihr eigenen – – – und haben zuweilen sehr hübsche hoble tessene. – – Ihre kleider tracht hat nichts besonderes – Männer haben zu hause zuweilen eine patalakki auf – eine ganz knap an kopf stehende müze, von form wie eine halbkugel, ohne schirm – doch haben in die kirche immer hut, und auch um den haus herum verschiedene andere mützen – – haben weiter kurze hemde, knappe lein beinkleider, und über diese lange beinkleider aus schafwolle gewebten kozen artigen zeug sarka genannt – an arbeitstagen weiter haben sie ein spencer von diesem, und feuertagen zuweilen auch lange röcke, in form der unserigen, – doch junge burschen haben diesen seltener – in Winter hat man viel die koftane – bis zu den knien gehende überröchende die hinten nicht gespalten sind und vorne keine knöpfe haben, nur mittelst binde an körper gehalten – auch ist über diese zuweilen ein langer kragen und sie sehen aus wie unsere mantel. – In der Sysmäer kirche sah ich gar keine pelze – hier hat man sie doch sind sie immer mit andern zeug überzogen – in Wiitasaari sind ganz blosser getragen, auch werden lange schwarze pelze immer mit den haaren ausswärts hier getragen. – Doch sah ich laukas auch mehrere in kurzen pelzen ohne überzug. – Mein hausherr, auch die diener haben ein jeder pelze bis zu den knien lang. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-062
Ihre stiefeln sind ganz national, heissen (kurpposet, Vuotas kengät) bestehen aus 2 stück gleich dicken leder, sohlen und ober läder durch ein engen saum auf dem rücken dess fusses zusammengesetzt, sie sind mit Zette und theer getränkt, und sind ungeheuer hat, auch geht kein wasser durch. – die röhren sind nicht hok und sing mittelst leder oder ander band (paula) zusamm gebunden.
Die Weiber tragen auf dem kopf eine mütze wie die unserigen – und haben ihm immer bedeckt – Mädchen haben ein hängenden zopf – zuweilen haben sie ihm nicht geflochten sondern mit bändern umwunden und ein kranz auf dem schedel gelegt, von wo die bänder herabhängen – sie haben ein langen rock, und die brust ist in ein leichten leib gezogen – über dass sie wenn sie aussgehen ein reckel wie die unserigen haben, nur der zurückgeschlagene kragen fehlt, ihre hemde gehen hoch bis unter dem hals, und sind mit einem solki zusammengehalten. Strümpfe sind meistens immer wolle. – In winter haben sie auch koftane – in sysma sah ich zwei Mädchen in die Kirche zu fuss gehen – sie wadeten bis zu den knien im schnee – und hatten weiter nichts, als die vorige leichte tracht. – Unrein sehen der Mädchen ihre wohl kleidungen aus – ich wartete sie schon etliche mahl vor der kirchen thür ab, und beobachte sie – doch sehen sie nicht so feierlich aus wie die Unserigen – auch ist es für eine schönheit genommen, wenn sie um den leib recht dick aussehn, als ein zeihen der stärke, darum schoppen sie sich da, auch sehr viel an. – Ihre haare sind mehr kurz und wenig, alle von blonder ins gelbe gehendes farbe – Sie schmieren sie äusserst selten, und die trocknen haare sehen reiner aus, obwohl sie nicht so gut stehen – sie werden vorne besonders leicht löse, doch giebt es einem gesicht viel reitz – zu hause haben sie auf haare sehr wenig sorge – kämmen sich mehrere tage nicht, doch gefällt mir solch ein loser, hoher haaren kopf. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-063
Die Männer sind ganz grau, ihr gesicht, wie ihre kleidung – und haben gar nicht angenehmes – auch sonst so still und verschlossen kann ich sie nicht vergleichen mit unsern von farbe blühenden bauern – blass kann man hier auch keinem nennen, sie sind von dunkler braunen Farbe. – Ihre haare sind geschnitten nach Art der Slaven bei uns – bart haben sie keiner nicht. – Ihre kleidungen wie sie selbst stinken sehr von Rauch, wie Unsre bauern von fett. – – Tabak rauchen sie wenig – ich sah noch kein einzigen. Kaffe ist unter den bauern allgemein – ihre tracht ist meistens eigengewebt – nur die weiber tragen hie und da Jacken von Kattun – Jacken sind auch die Männertracht – lange überröck sind nur in oberfinnland üblich. – Brantwein, obwohl sie weiter geistiges nicht trinken. wird sehr mässig getrunken, am sonntagen nur und wenn die gäste haben – für gewöhnlichen trinken sie nicht – Nur etliche lautamies sollen sich dem mehr hingegeben haben – sie werden auch durch dass viele traktiren von den bauern verdorben. – Doch machen von diesem die einsiedler eine Aufnahme, unter sie findet man sehr häufig recht tüchtige trinker – die armuth ist wohl die mutter des lasters.
In laukas sind die Männer mehr klein, zuweilen auch wie lappen doch eine knochige gestalt, blondes ins gelbe übergehendes haar, dass immer langgelegt getragen wird – eine gebeugte körperhaltung, die einsamkeit macht ihre wirkung auf die contraction des Körpers. – doch sind die Weiber kräftiger und man hat viele hübsche, wirklich vi ele hübsche gesichter – es ist nicht eine phisiognomie bei keinem geschlecht – meine hausfrau musste eher sehr schön sein, und hat ein länglichtes gesicht so hat auch der Mann ein hübsches gesicht – doch kann ich mich nun nur auf, eine schwarze erinnern, dass Stubenmädchen bei Waldén. – Die Weiber lachen sehr gerne und sind ziemlich fröhlich, besonders hier in Ahlbacka – doch sind männer von wenigem geist, doch nicht ga nz ernste finnen. – Pieksämäkier bauern konnte ich hier etliche sehen, sie gefallen mir sehr – –haben ein viel freieres wesen, sind lustige leute und sehr aufrichtig meinende leute arbeitsam und unternehmend. – Der finnische bauer ist zehnmal leichter biegsam als der Ungar, er ist nicht roh MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-064 hat wirkliche sanftheit, auch scheint die grösste ursache zu seiner erschlossenheit nur in der geschichte zu suchen zu sein. – Als ich in Pohjola zur Steuer einnahme war, fand ich sehr viele bauern da und sie gefielen mir, ein jeder der mir zukommen konnte suchte mit mir zu sprechen – sie streben sehr etwass zu hören, zu lernen, sie thuen es doch mit ernst, obwohl sie scherz auch annehmen – – auf hände druck halt er ungeheuer viel, und kann ein sehr tiefes compliment dafür machen.
In Tikkanen bei Larich – waren die Männer am lebhaftesten unter allen gesehenen, doch bischen klein – während die Weiber merkwürdig stark und fest sind, wie Grenadiere und sprechen so gerne dass ich mich kaum scheiden konnte von sie – es sind da noch tiefe waldungen, und viele sumpfe, Nachtfroste schaden darum da sehr häufig.
Er muss wirklich gegen fremde ein bischen scheu sein wenn er so gewohnt weiter nichts zu sehen als die seinigen – dass leben eines finnischen bauern ist sehr einfach und eingeschlossen – von früh bis abends arbeitet er die ganze woche, sonntag fahrt er oder geht in der früh zur kirche, komt bis 12 oder 2 zurück – so ruht er und spricht diesen kurzen nachmittag und so fangt er mit montag wieder an – Nur seine badstube ist seine erquickung – – In der früh um sicherer aufzuwachen hat er einen hahn immer in der stube der ihm schreit – dieser muss in jedem hof sein – und will auch hühner nicht halten, so hat man zu seiner gesellschaft doch immer 1 bis zwei. – –
Auf den 7 April waren wir auf eine hochzeit des Ländsman Lönblad nach Solisniemi in Wiitasaari geladent –Wir fahren den 6ten bis Koivisto zu Kronvogde Grönnlund – Den andern tag auf frühstück nach Muhluniemi zu den Postmeister Essbjörn, trafen da die Mutter des Schilt. – und fuhren bis 5 Uhr·zu Solisniemi. – Bis zum Wiitasaari Kirchspiel MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-065 trafen wir wieder sehr gute leute und wir spassten viel – doch in Wiitasaari war ehtes pflegma – sie sind hohe starke leute in rohen ernst machte er langsam seine sache, besinnte sich eher als er eine frage beantwortete und jedes wort hatte auch da seine pause – dass wir froh waren als er ende kam und weiter hin fort schwieg. Auch sind sie mit pferde wenig gewohnt umzugehen weil man so viele Seen da hat, – wir wurden abscheulich zusammengebeutelt in dem er nicht auf der bahn das pferd leiten konnten – der schnee war schon bischen geschmolzen, und so war über dem eis, der weg höher als die übrige fläche, und wir fielen von einer seite des weges zur andern. – Unser weg war meistens auf Eis. – Die trauung war schon vorüber wir kamen nur zum tanz. die braut hatte eine remarquable ungarische phisiognomie – war schwarz, rundes interessantes gesicht und hübsche farbe. – In der Wasa län probstei ist jetz nur ein einziger wirklicher pfarrer, der auch probst ist – er war der Onkel der braut – Cederwaller Curam Gerens in Wiitasaari der erste wahre Priester dem ich bis jetz hier kenne – gefiel mir viel – er ist ein denkender Mensch – Wir übernachteten bei ihm – und fuhren nach mittag von ihm. – Es regnete diese Nacht ein bischen, und es war thaue wetter – wir fuhren langsam, und das pferd fiel auf dem gewöhnlichen weg bis zum bauch zuweilen in schnee – unsre kutsers waren Stockfische alle, ich ärgerte mich sehr viel – auch thaten meine beine weh in schlitten, der keinen sitz hatte. – Die Kirche steht auf einer Insel, neben welcher wir vorbei fuhren – wir übernachteten bei einem bauer – wir lagen auf stroh auf den boden und hatten gar keine decke, doch war die hitze kaum zum aushalten – ich schlief nicht eine stunde die ganze Nacht – – Den 9ten gegen 4 Uhr·kamen wir nach Albacka.