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Finnlandi Úti Jegyzetek – 3. füzet: Laukas (Albacka)
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MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-028
Finnlandi Uti Jegyzetek
3 füzet
Laukas (Albacka)
MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-029
Sveaborg 14 Maj
Den 26 December wurde ich in Societätshaus auf dem ball mit Lieutnant v Voit, adjutanten des Admirals Wallrond bekannt – den 29en fuhr ich mit Capit. Lohmen zu ihm nach Sweaborg – und wurde bei Wallrond aufgeführt. Wallrond ist ein kleines Mann mit weiter vorstehender brust und starken rücken – seine stellung wie zum Admiralen geboren – wir waren da mehrere – nach dem die andern abgeschieden wurden brachte er mich zu seiner frau. – Es war Baroness Kothen zur Visite da, ein zartes filigran gesicht wie man selten mit so viel anmuth gepaart sehen kann. – Die abgeschiedeten Gäste wurden nach diesem, von adjutanten der frau vorgeführt, und ich staunte von den Russen in Concersation gegen ihre vorgesetzten, verhälttnissmässig gar keine unterthänigkeit zu sehen. In Helsingfors konnte ich so freie Conversation noch nicht sehen. Den 7ten Januar war Voit bei mir, und ladete mich auf den 8ten Abends auf einem ball. – den 8ten fuhr ich mit Lohmen zu Capit. Brovzn und von da gingen wir zu Wallrond. Die Admirals Wohnung ist sehr schön und geräumig und in neuern zeiten erst, so mit commoditet zu bewohnen – 5 grosse zimmern waren für die gäste, während man in Salon alles zum privat theater noch ordnete, welches dem ball vor sollte kommen. Drei hundert personen waren geladent und alles militair (Marine oder Ingenieur und von Helsingfors Garde) ich sah noch keine dergleichen gesellschaft und es war mir sehr angenehm – bekannte hatte ich wenig, doch ist der lebhafte Russische Charakter sehr geneigen solche anzuknüpfen hätte ich nur ihre sprache gewusst. – Sie sind sehr gut gekleidet, doch ist der wuchs der Marine leute nicht viel zur schau werth – und wären sie ächte, ungemischte Russen gewesen hätten sie auch durch ihre schwartz, trocken verzogene phisiognomie, nicht viel eroberungen gewinnen können, wass doch die mischung mit vielen Estländern, eingewanderten Deutschen ziemlich ebnete. Nach ihren benehmen, wass in so grossen Gesellschaften nicht schwer ist, konnte ich nicht urtheilen – –Nur ihr freier blick und dass sie so ein gut geschnittenen frack anhatten, war mir auffallend.
Nach thee-service machten wir den zug zum theater. – Der salon ist lang und breit doch sehr nieder gegen solch eine superficielle ausdehnung. Die theater Decorationen waren von ein Arestanten gemacht – die ganze MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-030 anordnung ein werk dess sohnes v Admiralen. – Man gab Baron Trenk v Kozebue und 2 andere stücke –g in russischer sprache alle – doch waren mir die eingemischten gesänge, wo sich ihre sprache auch sehrweich machte, angenehm zu hören – auch dass spiel in der letzten Comedie war so frei und ungeniert dass es auch ohne zu verstehen unterhielt, und dass die Russen wirklich guten Acteuren müssen sein und viel anlage haben zu ein ein eleganten umgang. – Unterdessen wurde punsch, bischof, äpfel und Cadixer trauben servirt, bis nach geendigten spiel sich alles wieder in die zimmern zurückzog und der salon zum tanzen gerichtet wurde. – Ich kannte unter den Mädchen nur die Armfelt und tanzte darum nur etliche mahl mit dieser und beobachtete lieber. Gegen ende der unterhaltung kannte ich die Ramsai kennen – Ich könnte sie Nordens quecksilber nennen, wäre mir dieses name nicht zu unzart – Sie ist dass lebhafteste Mädchen, dass ich hier kernne, ein ovales blondes gesicht, adler nase, geworfene lachende lippen, und einen gang dem ich nur weiblich nennen kann, er scheint noch von der schwachen körper zu kommen, in dem sie erst 15 Jahre hat. – Sie scheint nur wegen ihren mund gebohren zu sein, nur in diesem zu leben, und ist am schönsten und anmuthigsten in diesem – ein geistreiches mädchen, der, würde sie bei uns wohnen, nichts zum herschen geröhiges fehlen würde, doch hier zum theil einfalt, und mangel an grazie sichtbar werden. – Wir waren unter Mazur, 3 an ihrer seite gewesen, und sie sprach zum wundern, mit uns alle dreien ganz genügeng russisch, Swedisch, und deutsch auf jeder sprache so geleifig wie darin geboren. – – Baronesse Kothen war sehr einfach, und hatte ein schmerzlichen trauernden ausdruck ganz wie aus kokettiere – sie hat das princip: schwarze ziert melancholie, blonde sollen mit jedem athen springen und hupfen. – – Man war nur lebhaft in tanz, als dieses aufhörte schieden sich auch mehr. Männer und Damen, doch nicht so weit wie in Helsingfors. Es ist ein auffallender contrast in dem Ton, zwischen diesen 2 so nahe liegenden Orten. Auf beiden fählt wahre bildung – In Sveaborg hat man die fehler eines sanguinisch cholerischen temperamentes – in Helsingfors die des pflegmatischen, wobei dieses in allgemeinem MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-031 viel sanfter und wenig roher wie jenes ist. Hat dieser im öffentlichen einen freien, stolzen hohgetragenen, doch mehr zum gespräch geneigtem blick. dem doch der adel fehlt – so ist jener mehr düster in sich gekehrt und vom gespräch mit unbekannte ganz abgeneigt – es sind ganze antipoden – Ein Reisender der wohl selten geneigt ist um einem seine freundschaft zu betteln – neigt sich prima vista mit apprehension von Helsingforser zum Russen, und ist mit diesem gut zufrieden so lange es nur rapsodisches zerstreutes gespräch gielt – doch will er einen näheren bestimteren aufschluss über eine sache, so muss er doch seine wahl wieder andern – in dem der Russe in seiner Natur neugung zum lügen, ein unerschöplicher und dadurch unertraglicher schwätzer in seiner erklärung kann werden – während der finne wohl noch ernst, doch mir dessto scrupulöser ist, in seiner rede, wass er für gewiss sagen kann, oder nur als ungekanntes ohne antwort lassen soll. – Doch hat man schon mehrere mischungen und schatirungen dieser zwei grundfarben.
Ist man in privaten, mit Russen, so sind sie sehr natürlich, ungeniert und in dem sie einen zum essen und trinken nicht so persvadieren viel gescheiter als wir Ungarn; doch andrerseits können sie unausstehliche schwätzer werden – und wollen sie ein bischen gebildeter sein, sehr aufgeblasene beurtheiler einer sache – und haben sie ein bischen noch getrunken dass mit unter ihre eisen hand auch in bewegung, nur aus begeisterung im sprechen meine ich, kommt, so hat man bald genug mit sie. Die Damen sind in ihrer nähe wirklich zu bedauern wie sie nur ein bischen feineres gemüth haben – wass viel die ungeheuer schmuzigen und wahrlich groben Anekdoten bewirken, die unter Officiere gebräuchlich sind. – Doch findet man zuweilen unter sie, so in sich kehrende sanfte gemüther – unter
Ein Helsingforser e contraire ist wegen seines zu grossen gutmüthigkeit beschwörungen für eine oder andere sache, überspanten aufmerksamkeit dass er nicht mit ein wort etwass unangenehmes sagen möcht, und aus diesem folgenden betheurungen, verzeihung, MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-032 bitten, und introductions reden: sie werden erlauben etz. (diese sachen wenn er getrunken hat ein bischen, denn sonst kann er nicht so lebhaft sein.) bald sättigend. – er ist in gewöhnlichen zu flegmatisch, darum; ist er durch wein ein bischen in bewegung gebracht, – so überströmt sein gemüth, in dem es aus dein erfrierenden eisigen zustand, zur wärme gebra wird – und in der ungewohnten stimmung weiss er nicht wass zu thun. – Es ist ganz merkwürdig in diesem menschen die gewalt des weines zu sehen: Er kommt z.b. in gesellschaft ist steif, verbeugt sich etliche mahl vor den Damen und eilt zu den Männern; auch da weiss er sich nicht zu finden, und man sieth er ist gepeinigt durch dass hier sein (einer von dem anderen) – nun bringt auf einmahl puntsch, bischof und dergleichen, er trinkt etliche gläser, und – – der Schleier fallt von seinen Augen – wie ein eher betrunkener kommt er nun zur besinnung – und in der empfindung eines so freien heitern kopfes ist er der fröhlichste angenehmste mensch den ganzen Abend. – Das er zuweulen in seiner zuveil treulichkeit ausartet ist leicht zu verzeihen.
Um 1 Uhr nachts ging ich mit Capit. Adams nach hause – und schlief bei ihm, und den andern tag besahen wir die festung Sveaborg. Sie ist auf sieben Inseln gebaut. Die Insel Gustafsvärd ist die stärkste befestigung an dem engen sund der zum Helsingforser hafen führt – die beherscht diese passage, die die einzige dahinein ist. Es war alles mit Schnee bedeckt, und wege waren nur so weit, als die wachen gestanden waren nur so weit, als die wachen gestanden waren – doch gingen wir auf die bastionen und wir hatten eine prachtvolle aussicht auf dass eis bedeckte meer. der schnee war ganz ein abdruck der wellen, die winde waren sculptores dabei. – hier ist auch die landungspforte die Gustaf sehr prachtvoll bauen liess – Der tiefe Schnee liess uns nicht ganz herum zu gehen und wir mussten den vorigen weg zurückkehren. Diese Insel ist sehr uneben und bergig – auf den obersten befestigungen wo die aussicht am weitesten ist, hat man etliche ruhe pläze und bellevues, – Manches thränen gebates auge begleitete MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-033 von hier aus, den scheidende geliebten in die ferne – und suchte sehnsuchtsvoll ein andermall befriedigung – die alles wüste machende schneedecke gab diesem platze so ein verwesendes ansehn dass er mir in die Seele grauete. – Die werke sind äusserst rein – und alle kasernen und gebäude bombenfest. – Eine jede insel ist eine festung für sich, und hatte auch eher seinen eigenen Commandanten, doch jetzt nicht mehr. – Als wir zurück kamen, sahen wir eine lange reihe von Arestanten, sie hatten birken reisen unter dem arm, und gingen unter der klagenden musik ihrer ketten in die badstube – es soll muss besonders im Sommer sehr unangenehm sein für die hier wohnenden, dies immerwährende geklirr der ketten – Es muss eine sehr traurige redflexion sein – wo eher der freie Mann dess Landes hoffnung zu dessen vertheidigung sein bereitetes schwert zog, und dass ruf von einer zur andern Insell hallte – nun – etz.
Nachmittag fuhr ich nach hause. –
Den 18 Januar. kamm Amelung abends zu mir und beredete mich auf Maskerade nach Sveaborg zu kommen. – Von Helsingfors waren die Arnfelt, Traverse Ramsay maskiert da, in weissen und rothen Dominos – die Ramsay war nie verführerischer – doch sie kannten die rolle einer maske nicht. – Capitain Smidt machte als eine kokette Dame dass meiste aufsehen. ein meilenzeiger war auch da, der die wege zur liebe zur heurath, etz. zeigte – Amelung nach dem er sein Domino ablegte, war in weisser tricko, schuh und strümpf, und ein weissen wall um den frack – es konnte manchen gefallen. – Ich unterhielt mich sehr und habe die Stier hier gut sprechen können. – Das local besteht in vielen abgetheilten zimmern, und ist sehr heiss – aber es muss ja bomben fest sein. Man nennt diese gelegenheit Cloub oder Societäts haus, wovon die meisten officiere mitglieder sind, die bälle ausser maskeraden sind immer frei. – Es ist ein hohes gebäude mit 5 etagen auf der Insel Vargön und war eher dass Commandantenhaus – auf den platz vor diesem liegt Ehrenswärd begraben. – Die nacht war herrlich als ich nach hause fuhr, – es war knirschend kalt, doch ganz windstill – und der MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-034 Mond nahe zu seiner completten fülle, schien alle sterne in sein licht vereinigt zu haben – ich habe kein gedanken dafür – wie es schön ist über die weite glatte silberstrekke mit diesen raschen pferden hinüber eilen, wobei die in gerader linie ausgestekten weg fahnen wie zur meta führen scheinen – es wäre doch eine prächtige wettrenn ebene! –
Wallrond ist er an Sonntagen zu hause, so empfängt er immer auf abends gäste, und es wird getänzt. Ich war schon so lange nicht da so fuhr ich zum letzten tag der bei Ihm vor fasten war hinüber – es war den 1 März. – – Die Ramsai war meine unterhaltung. – Ich tanzte mit der Admiral Bournaschof, eine francaise, und sie ladete mich auf morgen zu sich auf einem ball. – Es waren doch ein bischen zu wenige und es hatte nicht den reitz wie dar vorigemal, ich hatte keinen Mann treffen können mit dem etwass zum sprechen wäre gewesen – sie wusten weiter nichts als dass sie zerstreut waren – ein kleinlicher zu solchen ungewohnter Geist wodurch sie sich nicht finden können, und alles eher thun als sich unterhalten. – Mit der kleinen Armfelt tanzte ich auch – die Traverse waren auch hier. Zu potpourri entschloss ich mich spät, und ich nahm freulen Latinovits. – Die Ramsay war zu erhitzt, unter dass dass sie sich abkülhte gingen wir in die wohnzimmer der Admiralin – im rechten eck im jeden Zimmer sahen wir ein Muttergottes bild, vor dem in schlafzimmer 2 lampen brannten. – die Latinovits brachte später in der rede eine anvendung des namens Vallenius – sie wurde roth, die arme Ramsay und als dass lachen ein bischen länger dauerte, bekam sie verlegene trozige züge – ich brachte die rede geschwind zur andern gegenstand. – Ich nannte sie eher Nordens Qucksilber, weil sie so lebhaft ist, doch zuweilen auch erfrieren kann – es ist der frost des neides von andern der ihr gemuth so kalt und dürre macht zuweilen. – Weil ihr benehmen so viel Männer als nur in ihre nähe kommen, auch fesselt, so wird sie aus ärger von den andern ältern, die kleine Ramsay, das kind genannt und dergleichen weiter auch behandelt. – sie hat wohl energie dem zu begegnen und dass man es vor ihr nicht mehr sagt, – doch wird sie dadurch ofters in sich gekehrt – besonders zur zeit der versammlung in einem assamblèe[MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-035 und zu anfang des tanzes ist es Ton in Helsingfors, dass die Mädchen kalt, bescheiden da sitzen, den Männern ganz kurz antworten, und nicht vielleicht einem lebhaftem blick, wass koketterie wäre, zeigen – diess ist von kindheit gepredigt, und durch solch engherzigen reden werden sie selbst so, und geniert wie sie einer anspricht und sie von mehreren beobachtet werden kann – darum sitzen sie ganz abgeschieden von Männern längts der wände des zimmers wie ausgesetzte waren zum kaufe des tanzes. – Solcher mode folgt sie auch, denn sie ist noch zu jung um darüber gedacht zu haben – und wer weiss würde es ihr zu rathen sein anderst zu thun.
Ich schlief bei Lieutnant Amelung und ging dem Morgen um 11 zu Capitain Klemm auf Blinii – wir sahen von fenster auf die eisberge – und sich – darauf war die Ramsay – Sie waren von Helsingfors wieder gekommen und bei Admiralen abgestiegen – ich ging auch hin und wurde da auf mittag geladent. – Diess war die letzte Faschingswoche bei den Russen Masslenitze genannt (butterwoche) und darum war es lebhaft wie es sonst im Jahre nie ist – Die Eisberge waren wohl schon eher fertig den 24 februar – doch waren sie für diese woche geweiht – sie sind von architecktur so wie unsre Rutsberge nur dass man statt holtz hier auf eis fahrt – es sind eis stücke wie parallelapipeda von 2 fuss dicke gesägt die neben einander gelegt werden, und dann mit wasser übergossen sind, dass es wie eine schöne klare eismasse ist, auf einem ende sind dann immer hohe tribunen, von denen man sich auf kleine schlitten dann hinablässt – es geht mit blizes schnelle, und zum ruder hat man zwei kleine kurze hölzer in der hand, oder thut man es auch mit den füssen. – Die tribunen sind mit vielen fahren geziert und die ganze bahn auf beiden seiten mit tannen zweigen gesaumt – ein schnöner Contrast, dass grüne längst dem weissen. – Von 11 bis 1 Uhr hat man diese tage immer militair musik – und eine Menge Menschen strömt täglich zur schau v Helsdingfors herüber. – Ich fuhr MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-036 mit Schelting öfters und obvolhl es zuerst den freien athem hemmt, ist es sehr angenehm – einmahl fielen wir auch, doch ist es selten gefährlich – Um 3 oder 4 wird wieder gefahren, doch sind da wenig leute mehr – gewöhnlich nur Matrosen – sie nehmen ihre schönen über kreutz in ihr schoos und werden von dessen umarmungen so vermumt im gesicht, dass sie kaum etwass sehen, warum jeder zweiter schlitten fallt, und sie rutschen mehr·auf dem hintern wie auf schlitten, es ist sehr lustig zu sehen – auch ist die bahn gewöhnlich schon so ausgefahren dass sie sich öfters selbst schieben müssen. – Abends wird dann die bahn immer mit wasser überschüttet. – – Auf einem schlitten setzten sich ihre 3 – wovon der forderste ein knabe v 8 Jahren war – je schwerer der schlitten ist dessto schneller geht er – so fielen diese und der knabe fiel mit der stirn an einem stock die, da zur grenze stehn, dass er ganz bewusstloss da liegen blieb. – Diess war in der früh wo die bahn noch besser war. – Auch die Ramsay fiel einmahl. – Diese berge waren vor der Admirals wonung aufgerichtet – die Russen können diese woche ohne diesem nicht feiern – und wo sie keine so künstlichen haben so gehen sie auf hügeln und lassen sich da hinab wie man es auch in Helsingfors kam, sehen, wo sich die kinder in den höfen selbst dergleichen fertigen. – Auch zu Ostern hat man sie zum weilen – Auf Mittag waren die Ramsay, Friedberg, Bournaschof, Papacristh etz. da – zuerst hatten wir pfankuchen Russ: blinii genannt (eine dünnere art davon, sind ganz wie unsere palatsinten) Sie waren gross so von sieben finger in diameter und ziemlich dick – hatten oben oder eier oder sardellen klein gehakter hinein gebacken, und dazu wurde schwarzer Cavear servirt – es ist die besste speise die ich kenne, und ich möchte gern immer mit diese leben, würden sie nur nicht so sätt.igen, ich könnte nicht über 2 essen – Doch brachte adm. Papacrist 5 hinab. – Es ist eine quasi heilige speise, die der Russe nie sonst isst, als diese woche, aber mit der er sich jetz wohl auf dass ganze Jahr sättiget – Nach diesen wurde schinke, dann bouillon servirt, auch fisch, dann faum – zuletz eis – Nalivka ein Russisches getränk hatten wir ganz zuletzt – es ist auf beeren geschütteter cognac – im trinken fühlt man keine stärke – doch in magen wärmt er ungeheuer. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-037
Admiral Bournaschof ist in Koursk geboren, und leitet sich v Mütterlicher seite von den Ungarischen familien Csorba und Tököly ab, die mit Rakotzi oder später unter Catharina 2 dahin gekommen sein sollen.– – den 2 März war ich bei Ihm auf ball – Er wohnt in dem nähmlichen haus, wo Amelung,– durch ein langen finstern Corridor, musste ich zu seinen Zimmern kommen, die woll viele doch sehr klein sind. – Die freulein Gizi, Verenius verlobte v Alexandrovsky waren die schönen – die freulein [...] jetz schon frau des [...] er hat goldminen in Sibirien – hatte sehr verführerische hände – ich hatte diess zum ersten mahle erfahren – Russischer Quadrill wurde am meistens getanzt und Bournaschof war vor. Bei dem Soupèe war Champagnier und alles in fülle – auf wass er sehr sieht – der schwache Mensch fragte mich, wass ich meine: wo war es besser bei Ihm oder Wallrond –wo hat es mir besser gefallen – die bestecke war so schweres silber wie ich noch nie gesehen habe. Seine frau ist auch aus dem Gouvernement Koursk und ist sehr reich –sie hat ein leberfleck auf der Wange und sie mus sich sehr schminken um ihm zu verbergen – hat schwarze zähne und einen sehr·kleinen wucks – doch die schönste und reichste toilette – In Helsingfors machte ihre mahlerei viel aufsehen – sie konnten es an ihren damen noch nicht bemerken – und darum als noch nie gesehenes verabscheueten sie sie – als sie in Societätshaus soll gekommen sein, sagte ihr der Diener an der thüre – ich bitte es ist heute keine maskarade. (anekdote) – Es war 4 Uhr, als wir weg gingen.
Den dritten Tag war ball in Cloub – ich war müde und wir fuhren bald mit Lohmen nach hause. – Man hatte noch täglich hier bälle. Den 7ten kam ich zu Okulof auf blini frühstück – es ist schrecklich wie die st treppen stuben etz. alles eng sind. – schlief dann bei Klem bis 5 und wir fuhren zu Ramsays privat theater.
Am 8te den Sonntag hatten die Russen ihren letzten tag – Die officiere gaben ein jeder 10 rubel, – so kamm die ganze bewohnung von Sveaborg in Cloub zusammen – dahin waren schon schlitten bestellt MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-038 und alles fuhr, auch machte man aus holtz ein grosses haus, im innen verschieden verziert – so wurden etliche pferde vorgespant, und fahrten gemacht, dass immer andere und andere hinein stiegen. – Um 2 Uhr war dass Mitag – wo dass haupt blinii waren – und Abends wurde ein ball gegeben. – (den Donnerstag gab friedberg ein frühstück, die Kothen sass auf des glücklichem bette – die Melins Ramsay und mehrere waren noch da)
Den 10te feuerten noch die von Lutherischen glauben auf der festung und mit Ihnen die andern auch. – Auf Mittag war ich zu Wallrond geladent – Es war General Ätter Wulfert, der Marquis Traverse – Bournaschoff, der Commandant etz und Adjutant Schipoff von Thronfolger da. – Wir hatten fasten und andere kost – ich nahm die fasten speisen die mit Öhl gemacht waren konnte aber nichts davon riechen – wir fingen mit bouillon an, und endeten mit gelèe. – Ich fuhr nach dem nach hause, kam aber auf abend wieder – es war sehr kalt und die liebe Ramsay bekam krämpfe in ihren wangen –es war doch sehr lieb zusehen diese bewegung – die ganze eisbahn war beleuchtet, und man fuhr noch – Dieser abend war ihr Tod, denn andern tag wurde sie zerstört. – Ich nahm mit diesem Abend auch Abschied von allen bekannten, ich war noch eine zeit bei Klemm und tranken thee, dem die Russen zum frühstück und Abends trinken – ohne milch und in grossen trinkglässern. – Um 11 kam ich mit Lohmen nach hause. – ein jeder hat seine grosse theemaschine.
Dass Quass getränk versuchte ich auch, und es muss im Sommer sehr durst löschend sein.
Man hat unter den Russischen Militair, gar kein geschmack für dass lesen – – es war darum gut ehedem, als sie die vielen Seereisen machten in der ganzen Welt, sie brachten schöne erfahrungen zurück – Nicolai schickt sie nirgends hin, damit sie nicht zu freie principien nach hause bringen.
Den 1 März bei Wallrond hat man meine kalotsen gestohlen, diess ist eine starke neigung bei den Russen – wie sie überhaupt von Ehre einen ganz besonderen begriff können haben. – Vor kurzen zeit als ich von MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-039 Helsingfors fuhr war ein unterofficier bei einem Uhrmacher – er kaufte nichts und ging bald weg – als der Uhrmacher ihm nach lief, so fand er in seinem frackärmel eine gestohtlene Uhr. – Ein anderer officier kam in das Societäts haus auf mittag in halb zerrissener vice Uniform und halbbetrunken, trank da noch 2 bouteillen Champagner und wollte ohne zu bezahlen fortgehen, als ihm der Kellner packen wollte, schnitt er ihm mit einem messer über die hand und der mann hatte viel geblutet und brauchte Arzes Cuhr. –
Das finnische militair, hat es wohl auch nicht sehr viel bildung so hat doch vahre militair Ehre, und gravitas, sie sind darum von den Russen ordentlich gefürchtet. – Auch ist der finne ein aufdauernder, tapferer unerschrockener soldat. ist er einmahl in feuer so kommt ihm an entschlossenheit niemand vor. – – Und können darum ohne viel mühe immer die helden unter dem Russischen Militair sein – wie es in dem pohlnischen Krieg auch war – – Und es ist meistens, weil sie nationalitet haben. – und die Russische Regierung thut sehr unpolitisch wenn sie dies Sacrament diese wirklich heilige Weihe eines volkes vermindern sucht –ist ein Körper zu gross so verliert er sich in der allgemeinheit und wird schlaff in seinem willen wie es mit dem Deutschen ist, und wie es mit dem Russen ist – je kleiner ein politischer körper, dessto grösser ist die Anhänglichkeit ihrer Seelen – und die kraft dess Willens – Mann suche nicht aus allen Russen zu machen, sondern theile sie lieber ab – und lerne man, dass der eine den andern, als einen gemeinschaftlichen kämpfer für einem zweck, nur schätzen lerne. –
Handle man nur immer nach dem rechte eines volkes, und mann solle sich nicht fürchten von nationellen Geist – wie ein Regent durch seine handlungen, seinem volke lernt nach rechte zu thun – so und in dem Maas kann er sie auch nur fordern, – publicitet in den gründen einer handlung kann in solcher aufgeklärter zeit nur gutes wirken – ein jeder Regent erzieht sein Volk nur für sich selbst – wie ein Vater seinem knaben.