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  • Finnlandi Úti Jegyzetek – 1. füzet: Laukas (Albacka)

  • MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-001

    Finnlandi Uti Jegyzetek

    1 füzet

    Laukas (Albacka)

    MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-002

    Helsingfors. Sitten lebensart etz: 12 Maj

    In Helsingfors zu wohnen, könnte ich es ein jeden anempfehlen; die leute sind sehr gut, herzlich und gastfreundschaft und geselligkeit über maasen – Sie haben wohl unter sich formaliteten und manche steife züge die nicht angenehm  sind, aber es ist nur mangel an selbstvertrauen – wer es besser thun kann der macht es auch jetz nicht, und er darf keine aprehension fürchten. – Reiche leute giebt es nicht, doch desto besser; es sind darum nicht so viele abgesonderte gesellschaften, und standes gradationen wie z:b: bei uns – nur bildung, macht einen unterschiedt und theilet die leute nach echtem werth – wahre bildung gielt vor einem jedem seiner thüre und klopft nicht umsonst. – Ich fand solche gleichheit, so wirkliche egalite nirgends, wie hier – auch Graf und Baron ist bekannt mit professor und kaufman, und schickt ihm seine visitenkarten, wie umgekehrt dieses jenem – und so ist auch hauscirkeln, im familien ton – wer auch mit grösern pomp leben könnte, zieht das stille, häuslichere leben vor. – Man lebt mit eigener haushaltung sehr billig wodurch die mode eine unterhaltung zu geben nicht drückend ist, und so, hat man auch öffentliche unterhaltungen noch sehr wenig, fehlt es doch an zerstreungen nicht, man hat sie nur zuweilen zu viel. – – Sie sind nicht so lebhaft wie wir – sie werden bekannt, quasi nach takt, und sie können dabei sehr gleichgültig aussehen während sie doch sehen viel wohlwollen gegen dem Menschen haben, doch sind sie immer vor reisende ein bischen scheu, und haben zur zweiten dritten wisite nichts als ja und nein zu antworten – weil sie nicht so frei und aufgeschlossen sein können. Auch sind die Männer in ihrem Geist so kleinlich, und in mangel an Ideen die sie zur theilnahme reitzen könnten, politik etz. – die Regierung, scheint es, will sie zu kinder machen in dem sie ihnen bei dergleichen den ganzen einfluss nimmt, alles nach willkühr macht, und nichts um diesen zu denken giebt – Unsre Männern sehen aus diesem grund wie männer gegen knaben – in verhältniss der helsingforser [MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-003]

    Dazu haben sie solch ein Krehwinklerischen accent, alles zu bewundern und kleinigkeiten so wichtig zu machen – wobei ihnen die Swedische sprache auch viel hülft – –Wegen mangel angelegenheit etwass zu sehen, und in gesellschaften manchmal wegen genieren – sehen sie alles mit wirklich ganz kindischer denkungsweise, und wozu noch ihr ernst sehr lächerlich wird. – Zuweilen findet man solche, die sehr viel poetischen Sinn haben, doch in seiner kindheit noch ist – dieser wirkt dann mit jedem wort in ihren geberden – und sieht so comisch heroisch aus, wie möchte man Don Quixote vor sich sehen – Es ist nur, weil sie wegen mangel an erfahrung alles dass glauben müssen, wass sie von andere hören – so sehen sie sich immer in hintergrund und sie gewöhnen für so nidrieg und schwächer zu halten als anderwe sind – – auch scheint der Norden seine wirkung haben. –

    Ist man die erste zeit da – so weiss man nicht wass vor staunen zu thun, es ist bei sie im ihren wohnen und conversation sehr viel auf das äussere gerechnet – – doch bleibt man länger so fallt der schleier, man sicht dass doch nur Armuth da ist – die sich doch unter dem luxus verzog, und die conversationen werden einförmig – dass erste bezieht besonders auf reinlichkeit, und kleidungart – doch sieth man sie a propos zu hause wo sie niemanden erwarten, so ist ihr gebaude gefallen – man hat so viel geschmaklosigkeit in diesen sachen, und unreinigkeit in ihren betten wie man sich nur denken kann. –

    Für Conversation und besuche hat man die Visite Kasten, sind die darauf, so empfängt die frau niemanden – doch kann man zum Manne immer kommen. – Die in der früh von 10 an macht man in surtout, die von nachmittag 6 bis 8 immer in frack. Bei diesem wird immer thee servirt – denn gewöhnlich die tochter des hauses bereitet – ist man auf längere Zeit mit mehreren da, so hat man sylt eingemachte früchte.

    Die Abend unterhaltung sind: soirèe, Caffe, auf Thee und soupèe  oder auf gross ball. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-004

    Bei Soireen geschehen keine bereitungen, nur etliche bekannte kommen und man spricht tanzt etz. bis zehn, und nach dem soupèe geht man nach hause. –

    Caffée sind gesellschaften von Damen, sie kommen um 5 gewöhnlich zusam und haben jede ihre arbeit – doch spielen die Ältern damen lieber – So wird kaffee getrunken, gegen sieben kommen dann etliche geladene Männer auch, und so wird es nebst thee dann lebhafter, man tanzt zuweilen, oder hat andere spielen bis man um 9 sich empfählt.

    Auf Thee und Souppe wird man gebeten, wenn es ein ball soll sein, wo man doch keine gemiethete Musik hat. – Mann kommt zwischen sieben und 8 – es ist sehr steif und der Ernst der Männer ganz feierlich, – worte sind selten – damen sitzen immer den anfang – – in 1 oder 2 zimmern, wie sie platz haben längst den Wänden – die Männer machen ihr Compliment bei der hausfrau und stehen auf der contrairen seite vis a vis – nach Thee fangt man Francaise 2 oder 3 nach einander, und so wird die gesellschaft ein bischen gemengter – besonders wenn dass lokal eng ist, dass sie gezwungen dazu sind, – doch wird der ernst selten weggelegt – dass gespräch ist langsam und leise und sieht man auch ein lächeln, so ist nicht das hertzliche – mann ist nicht stande sich so zu benehmen, als würde es ganz vom innern kommen – und verbergen die scheue vor andere. – Nach dem tanz sitzen die damen wieder und gewöhnlich nur abgesondert. – Es werden weiter Swedische Quadrille, auch Russische getanzt, dann Mazur oder Potpourri und dann Soupèe nach welchem die Gesellschaft, wie fortlauft. – Manche sind wahre Soupèes, dass man eine stunde dabei sitzt, andere mehr legere wo nur etliche speisen herumgetragen werden.

    Nach diesem kann eine unterhaltung nicht angenehm für andern sein, als die das tanzen für eine mechanische MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-005 bewegung, für eine gesunde Commotion des körpers ansehn – geistiges, herzliches vergnügen kann es nicht geben – besonders noch für einem Jungen Mann von scheuen, wenig gebildetem Character – er freut sich auf die stunde wo er weg kann gehn, und ist ein andermal glücklich wenn er nicht geladent ist – Sie kommen lieber unter sich zusammen, und meinen in ihrem Ernst, der immer den Manne  affectirt, – es ist uns viel besser hier ungeniert, nebst ein glas Toddi sein, wie mit solchen dummen Ceremonien, die nur für leere köpfe oder für kindischen gemüthem taugen, sich abzugeben – das sind nur kindereien, und trinken ihren punisch oder toddi wieder. – Eher besonders in Åbo war es sehr sitte zu trinken, andere rohe sitten und gewöhnlich ein leerer köpf waren auch immer damit verbunden. – Nun nimmt es in sofern ein gebildeteres aufsehn in dem diess nicht so stürmisch wie eher thun – doch ist es nur trauriger wenn es so zur gewohnheit scheint geworden zu sein, dass man mit so ruhigen blut dabei sitzen kann. – Die demm noch ein gebildeterem Zug wollen geben, laden etliche auf Boston parthie und Thee ein, und junge leute können so einen ganzen zubringen, wobei später, immer Toddi und punsch servirt ist. – Dass temperament zeigt es, sie wollen immer Männer ernste Männer sein – so sind sie von ein extremen in dass andere gefallen – doch ist es ein schritt vorwärts – das in etlichen Jahren schon viel anderst wird sein. –

    Bei Wenerberg war ich auf ein Abend geladent es war Carolina (wein mit zucker und wenig orangen zubereitet.) punsch und Toddi da, und es war solide dass benehmen, man trank, sang verschiedenes bis zuletzt butterbrot mit bratten auflage gebracht wurde – sie waren doch bis ein Uhr nachts beisamm.

    Bei Linder war ich auch auf einem Kalas, er war Student geworden, und darum ladete er seine freunde ein. – Zuerst hatte man thee, und es war gebildet und still alles – dann war punsch und Carolina, und es wurden schon parthien auf Boston gebildet – MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-006 und nach 9 Uhr war ich der einzige der nich kartenspielte – ich ging darum nach hause – denn andern tag hörte ich, man war bis 4 Uhr da, und friedberg musste vor rausch nach hause getragen werden lille verlor auf Boston 20 rubel.

    Die Kalase die eine Jede Landsmanschaft jährlich einmahl giebt, haben einem andern Character, und sind darum ganz zu billigen – sie sind wie unsere bälle in Ungarn – nur dass hier lauter Männer sind. – Mit ende November gaben die Tavastländer ihres im Botanischen Garten, es war der Rektor, mehrere professoren und etliche andere geladent – und ich staunte über dass solide und schöne betragen aller, man Confersirte einer mit dem andern, bekam thee, und später Carolina und punsch, so wurden dann kleine reden gehalten für dem Rektor für dem Curator der Landsmanschaft, und anderen Gästen (auch fair mich) und nach jeder zu dem seine gesundheit getrunken, bis wir gegen 11 Uhr weggingen – wo nach es recht stürmisch soll geworden sein.

    Die Savolax Karelische landsmanschaft hielt ihr fest den 9 März im Badhaus salong – diese hatten auch Musik und nach jedem Gesundheits trinken wurde ein tusch gespielt – der rauch war ungeheuer von den vielen taback der aus kleinen gibspfeifen geraucht wird etz. francaise wurde auch getanzt etz. Und gesungen wird immer viel in Choren – wass hier sehr in Mode ist. – Auf dem ball bei Chrons, kamen auch der vollständige Chor unter pacius anleutung – sie überaschten dem hausherrn zu erst, und sangen später hin sehr viel. man soll die finnen ??ie, auf einem talon beurthheilen leur selette niest pa là.

    Die Grossen bälle sind nur in dem verschiedenen, dass man da 7 bis 10 spielmänner auch hat, und dass die ersten der Stadt immer geladent sind.

    Auch sind jetzt etliche privat theaters – bei Ramsay war es – bei Kjärne und Armfelt bereitete man sich schon – und es spielten etliche recht gut.

    Die finnische tafel ist ganz schwedisch: auch die vielen vorspeisen und das hartbrot (wass man freilich in ältfinnland nicht kennt) nicht ausgenommen; auch hat man wie in Sweden süsses weihbrot (limpbröd) welches seine süsigkeit dadurch erhält, dass man warmes wasser hinzugiesst und es stehen lässt, bevor es säuert. MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-007

    Hübsche Gesichter unter den Damen findet man viele – doch schönen geraden wucks sehr selten – es ist die nachlässigkeit der Ältern – und die zimmer erziehung der kinder die auch die wangen röthe verwischt – sie sind an rücken sehr gebogen – es sieht sehr schlecht aus. – Naturlichkeit in ihren häuslichen kreisen haben sie sehr viel – sie kennen koketterie fast nicht – und ihre daraus kommende freiheit, anspruchlosigkeit, ist ihre Anmuth und Jugend. – Ihr gang hat gar keine musik und die Grazien sind dem Norden grausame stiefmütter Gesmack dessen correlatum ist es eben so, – sie haben wohl belesenheit und geistige bildung doch fehlt es ihnen in der lebens anvendung in dessen feinheit und geselligkeit – der ganze jezige ton scheint noch neu zu sein, darum hat noch keinem schmeltz. – Bescheidenheit haben sie viel – und Treue ist noch in wirklichen biblischen sinn gehalten. –Doch würde ihre grosse naturlichkeit und unerfahrenheit eine verführung nicht schwierig machen.

    Nach Ihren wuchs hat ihr anzug auch wenig geschmack – doch führen ihre tücher auf kopf, – die sie wegen den wenigen gebrauch der hüte noch tragen – zuweilen recht hübsche natur mädchen und angenehme täuschungen herbei. – Ihr grösster luxus ist in ihren pelzen wozu sie zur äussern decke die reichsten stoffe haben – während der vorne, wenig aufgeschlagene fuchspelz electrisirend ist –

    Des Mannes gewalt ist noch so, dass sein wort ihr heiliges gebot bleibt, und uneigennützig ihr leben nur ihm geweiht ist – wie er auch sonst roh mag sein – Unsern alten Ehelustigen könnte ich hiesige partien mit grösster garanthie ihrer zufriedenheit anempfehlen. Die leute wegetieren nur – kalte, empfindungslose leidenschaftlose gesichter wie man sie nirgends finden kann – vielleicht in Hamburg.

    Der Männer Ton ist ernster, zuweilen mit wildem aufdruck gemengtes, Blick – weil ihre wenige geselligkeit ein fröhlichern noch nicht erlaubt. Doch wenn wo die Gewalt des Weines zu bewundern, und ihm eine göttliche kraft anzuerkennen ist – so ist es bei dem Finnen wo sie einem aus dem tiefsten pflegma – aus der Nacht des Gedankens zum licht des Wortes und rauschender Freude führt. – Mann kann es nicht schlaffeit quasi aus dem zu gewohnten gebrauch des weines MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-008 der sie anders nicht zur laune kommen leste – – sondern die in sich zurückgewiesene Natur, dass eingeschlossene verborgen virkende Gemüth – wozu die langen wintern, die fesseln des schnees, die getäuschten hoffnungen des landsmannes durch frosste und die ganze klagende Geschichte Finnlands, wohl genügend aufschluss können geben, – er lebt viel in schmertz – und dieser mit sein Temperament gepaart – verschliesst dass innere leben der äussern wahrwahrnehmung – er lebt dadurch mehr, weil er nur für sich lebt, wie wir – hat seiner mehr gewustsein – und ist in seinen sachen so fest, dass er sein entschluss schon immer früher in busen trägt als er ihm zur offenbarung bringt. – So ist es nicht zu wundern wenn bei ihm keine unterhaltung zu denken ist, ohne zu trinken – denn die ist dass amalgam wass seine innere welt mit der äussern verbindet, wass ihm sein inneres schliesst, und zur zunge führt, wass sonst im schatten seines ernstes bleiben würde – und sind diese ausbrüche der freude die wohl nicht so sanft sind, wie bei uns, nich für rohe freude zu nennen, sie haben nur dass gepräge dess nordens – der die ganze natur verhärtet – – auch wegen seltenheit solches zustandes kann so viel rundung nicht gefordert werden. –

    Es ist ein schweres studium dieser Character, man muss ihm aus den zwei extremen finden – und so dass medium und wahre verstehen. – Aus dem gepaarten Finnischen Svedischen Character kann man wohl die schönsten züge nennen – wenn sie mit finnischen grundsatz die swedische lebhaftigkeit und schmiegsamkeit aneignen – darum ist der finne in Sveden immer viel geehrt und geschätz. – Mit solcher gelegenheit eignen sie sich auch mehr vielseitigkeit an, die dem finnen sonst, weil er nur immer zu grund, zur tiefe, durch sich selbst (nicht durch andrer mittheilung) strebt – viel abgeht. – –

    Aus diesem grunde kommt auch ihre geschmacklose ankleidung, es ist die anhänglichkeit zum alten, die ihm fest halt MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-009

    finnische Sprüchwörter und Gnomen v Sederholm

    Dieses schäzbare werk (Ofava) enthält ausser einer grossen Menge von Sprüchwörtern eine übersicht der litteratur und Mythologie der finnen, eine Charakteristik des finnischen Volkes, aus jenen sprüchwörtern entwikelt, eigene finnische Gedichte Gottlunds eine übersetzung des 6en Rhapsodie der Iliade, hirten, schlacht und trinklieder; Biographien berühmter finnen übersetzungen aus den Lappländischen, untersuchungen über die Sprache des finnischen Stammes der in Russland lebenden Karelier etz.

    Die finnen halten zwar seit der Reformation den Gottesdienst in ihrer sprache, und auch ihre Gerichtsverhandlungen werden mündlich in der landessprache geführt, indessen wurden ihnen bis jetz Gerichtsprotokoll und Urtheil nur in Svedischer Sprache communiziert. Auch auf den schulen wurde die finnische Sprache ganz vernachlässigt.

    Die mongolische abstammung und Gesichtsbildung der finnen muss ich für eine fabel erklären. Die Ureinwohner ein schöner kräftiger menschenschlag unterscheiden sich nach dem äussern nach wenig von dern Schweden, nur dass die blühende Gesichtsfarbe bei jenen nicht. so allgemein ist wie bei diesen. – Auch die geistiegen fähigkeiten sind dieselben, nur is tein grösserer ernst und ein meer verschlossenes wesen der Ureinwohnern eigen . . . . .

    Nirgends ist vielleicht so augenscheinlich wie hier dass ein Volk nur der Christlichen religion und einer vernünftiegen verfassung bedarf, um sich aus dem zustande der wildheit zur wirklicher humanität empor zu arbeiten und vielleicht batet der finne ein weit anziehenderes bild unverdorbener und wirklicher humanität das, als der bewohner manches hohcultivierten landes. Laster die anderswo an der tagesordnung sind, bleiben ihm unbekannt. – er is tein musterhafter unterthan untadelig in seinen häuslichen verhältnissen und fühlt sich in seiner lage zufrieden und glücklich.

    MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-010 [üres lap]

    MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-011

    – er ist sehr rein in gesellschaften, doch obwohl er sieht dass ein anderer von eben dem schneider als er, ein viel bessergeschnittenen schönen frack hat, so denkt er nicht darauf ein dergleichen sich machen zu lassen, biss er über die sache gut gegrübelt hat, wobei Jahre kann vergehn – doch hat er über die sache einmahl git gedacht, so lasst er auch davon nicht, weik er gedeckt hat. Bei der gleichen sachen erlaubt auch sein ernst nicht, gleich etwass anzunehmen, bis er nicht eine menge beispiele auch von seines gleichen leute hat.

    Er ist auf sich stolz ohne es zu sehen lassen, und will nicht für minder gelten als ein anderer – darum liebt er dass viele danken nicht nur durch den swedischen lernte er es, so in überfluss zu thun – und man will auf diese weise gentil sein – die letzte kleinigkeit hat bis zum eckel sein dank, und in briefen ist es die gewöhnliche introduction. – es kommt auch viel von bescheidenheit –

    Viel unangenehm ist auch dass gesundheit trinken bei mittagen soupèen etz. man muss nach der reihe es mit jedem thun, es kann zu weilen 40 bis 50 mahl geschehen – mit Damen oder Männer ist immer gleich – wo bei dass bruderschaft trinken die höchste mode ist – die svedische sprache ist in dieserart so unbiegsam dass man ein Mann nicht anders nennen kann wie du oder durch seinem Charakter – diess ist sehr lästig und daher sind alle bekannte, bror und du oder ältere farbror oder morbror – Mit damen trinkt man auch um dass wort fröcken oder mamsell wegzulassen und sie Thilda oder Marie nennen zu können – vor etlichen jahren trank man mit sie noch auf dem Namen cousin, Gustav der 3te wollte dass wort Ni vous einbringem, doch ist es noch immer ein wenig beleidigend. – Eher hatte dass trinken keine gränzen, nur vor 25 Jahre war es auf dem Lande heroismus von einem Ort zum andern reisen, und überall alle niedertrinken – und im Zechen die ganzen Nächte zu bringen. Waren sie beisam den ganzen tag, so hatten sie die verschiedesten praeparate – MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-012 und jeder trunk des tages, hatte sein verschiedenen technischen namen – Schilt sein vater hatte ein verzeichniss, wo 40 schnaps alle verschieden, bezeichnet waren – ein schnaps wurde nur en genannt, und darnach die beinahmen. – So wenn nich die gäste in bett lagen kamm schon der hausherr mit einer flasche brantwein und verschiedene medicinische tropfen die hinein gegeben wurden – die gläser sind klein wie unsere desert gläser – auch jetz trink man wein und punsch aus solchen) – in einer halben stunde darauf wurde der glödgare eine art krampampuli gegeben, gebrannter brantwein oder Cognac mit Canel, zucker, carde mumma etz. – und wurde gewöhnlich in thee tassen getrunken – und auf diesem wieder ein bindare (simplex schnaps) dass sie manchmal vor frühstüch schon nicht nüchtern waren. – Bei frühstück dann wurde wieder zu erst schnaps und dann übrigens bier getrunken – nach dem frühstück brachte man todie (Rum mit warmen wasser gemengt) – um 11 Uhr, einen klockan elfa wie es genannt wurde – und vor Mittag wieder schnaps – und während dessen punsch. – Nach essen wurde ein bischen geschlafen dann Kaffe und weiter den ganzen tag Toddi nur um 6 Uhr ein schnaps Glockan sex etz. die Jüngern Söhne, oder dergleichen mussten fleissig fingen.

    Nun ist es sehr viel verändert. – Das erste getränk wird nun Thee – dass man eher nur bei Damen sah, und sehr schwach getrunken wurde. warum es nur theewasser genannt wurde – dann Caffe, Toddi (cognac mit zucker warm wasser) Egtoddi wo auch eier dazu gemengt sind, wie bei unserm punsch – Croque (cognac mit kaltwasser) pounsch (arac mit wasser, zucker, und zuweilen zitron säure) Savojang (französisch wein eier) Carolina (franzosisch wein mit zucker und orangen essenz) bischof – Deutsche, französische, aber meist MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-013 doch die spanischen süssen weine.

    Die alltägliche lebensweise ist nun so: während man noch im bette liegt, wird eine tasse Caffe mit ein stück zwiebach gebracht – um 8 oder 9 setzt man sich dann zum frühstück – man nimmt zu erst ein schnaps – die meisten frauen thun es auch und so hat man butter, kalten gesaltznen fisch, dann braten mit Gemüse und gewöhnlich ein glass milch (auf dem Lande ist fast kein unterschied zwischen frühstück und Mittag) auch gelèe sehr häufig. – Zu mittag hat man wieder den Appetitsschnaps und butter mit käse oder gesaltzten fisch – dann fisch, oder ander fleisch mit gemüse – dann soupe dann braten, und gelèe mit farinage. – Doch ass ich bei Armfelt, Gylden Ätter die bouillon zuerst. – Nachmittag ist immer käse um 6 oder 7 Uhr Thee, und um 9 oder 10 Soupèe – Am liebsten hat man dabei, lutfisk mit sauce – Grütze aus reiss etz. auch aus erdäpfel mehr (wie unsre stärk) mit milch aufguss, und vogel braten mit beeren. Im gewöhnlichen werden die meisten speisen auf dem tisch schon in vorausgesetzt.

    Und diese art zu speisen ist viel besser und zweckmässiger wie die unserige – man ist öfters aber weniger, dass man sich nicht hinstrecken muss gleich einer slange und 2 bis 3 stunden nach dem essen nicht arbeiten kann. – Dabei ist die mengung der speisen, dass man nicht so nahrhaft und erhitzende speisen hat, wie bei uns immer diese menge von fleisch und fleisch – auch ist es besser die suppe nach dem zu nehmen wenn schon etwas in Magen ist – Ich befinde mich nebst dieser kost viel besser wie zu hause. Nur ist die Sitte speisen so oft aufzuwärmen nicht gut, man bereitet einen braten denn man dann theils kalter, theils aufgewärmter die ganze woche geniesst so wird eine eierspeise 2 bis 3 mal sevirt, und gemüse so lange, bis sie nicht ganz aufgezährt sind. Doch ist meht kalte auch am ende der mahlzeit gerechnet werden müssen. – Bei warmen braten MTA KIK Történelem Földl. 4r-25-014 wird die warme sauce, die immer sehr gut bereitet ist separirt serwirt, dass man einen saftigen braten hat. – Bouillon ist besonders auf den Lande seltenheit – man hat statt dem blaubeersuppe, getroknete balubeeren werden gekoht und der saft durchgesieben, und so mit etlichen pflaumen angerichtet – Njupon suppe wilde rosenbeeren saft mit rosinen, meistens kalt – milch suppe, warm mit zucker, auch Reiss suppe in milch, oder auch in wein – Auch dicke milch mit Raum gemengt, zucker und Canell. – Abends hat man gewöhnlich statt suppe, Chocolade in tassen servirt, oder Öhlost dass ist milch mit bier gemengt und gesotten und dergleichen – hat man grütze, so braucht man gar keine suppe.

    Lutfisk ist jeder so bereitetes fisch wie unser stockfisch – die fische werden aufgeschnitten; mit hölzern ausgespreitzt, und getrocknet. – Wenn man sie dann bereiten will, legt man sie au fein tag in warmes, darauf werden sie in sehr starke, kalte, mit wenig kalk gemengte lauge gegeben, bis sie weich sind, und so weiter noch etliche tage in andern wasser, dass die lauge wieder herausgezogen soll werden. – Die sauce dazu ist butter, milch und saltz. – Zu gechten fisch hat man sehr gern meerrettig in milch und raum. – –

    Kalbsbratten esse ich hier in Laukas, wie nie so gut ehemals – er wird zuerst stark geklopft, dannach in die rein gegeben und etwas wasser daraus geschüttet, diess geth in dämpfe auf, und durchdringt dann braten dass er sehr mürbe wird – ist der bratten dann mager so giebt man bischen butter darauf. – Die beeren werden auf 2 arten aufgehoben – oder werden sie gekocht und in ein gefäss gegeben wo sehr wenig wasser darauf geschüttet wird, und so verhältnissmässig sirop darauf – oder in kaltes wasser gegeben wo sie den ganzen winter ohne bedeckung, frisch bleiben.

    Gemüse hatt man in Hellsingfors sehr wenig – in Abo mehr weil die bauern, sie zu pflanzen verstehn, und zum verkauf in die Stadt bringen. Hier in Laukas bei Schilt hatt man zuckererbsen spinat und alles mögliche wie bei uns.

    Heute haben wir suppe gehabt aus ribes nigra, und himbeern sie werden in herbst getroknet, um solche zeit gekocht und ihr saft gemengt.