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Reguly Antal levele a szüleinek (Szentpétervár, 1841. július 24.)
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St Petersburg den 24 Juli 1841
Gute Ältern!
Bereits seit 5 Tagen habe ich dies Papier vor meiner und konnte nicht dazu kommen mit Aufzeichnen etlicher Zeilen es Ihnen zum abschiecken fertig zu machen. Nun hat mich die Zeit wieder in der Klemme, Eile jagt mich, und der Brief muss bald geboren sein. – – Wenn Mama nun vielleicht im kleinen zimmer vor Ihrem Tischlein sitzen, die Hand auf das Kin gestüzt, gemüthlich in den aufgeschlagenen Karten hin und herlesen, und als eine Neuigkeit an Juli sagen: dem Toni steht eine Reise nach Finnland vor. So ist es ganz wahr profitzeiet, wenn Sie auch ausrufen mag: nach Finnland! wo er so lange ohnedies schon weilte, dass es schien er lasse sich da schon begraben! das kann kaum sein. – – Solche fälle fallen zuweilen unter der Sonne vor – – Mit einem Bekannten der morgen nach Wiborg reist, folge ich mit wir theilen die kosten und ich besuche den in der Nähe wohnenden General Gouverneur Thesleff, und nebstbei General Ätter, ich bleibe bei jeden war einen Tag, fahre weiter zu dem berühmten Wasserfall Imatra (8 Deutsch meilen davon) und komme so nach Schlüsselburg, von wo ich längs der Neva auf den ersten bessten Holtzschiff die Fluthen herab reite. – Schlüsselburg gehört noch zu den Umgebungen von Petersburg. – Hinsicht der Gegenden die schön sind, und hinsicht ihrer historischen Merkwürdigkeit verdient es jeden fall einen besuch; jeden Sonntag geht ein Dampfschiff nach Schlüsselburg – ich wollte ihn machen verbunden mit einer Fahrt zu Imatra, nun steht mir eine gute, angenehme gelegenheit vor. – In 6 Tagen bin ich wieder hier auf Ort und Stelle. Wetter haben wir seit 2 tagen auch sehr gutes es scheint dauerhaft zu sein und der häufige Regen uns zu plagen ermüdet sein. – Wie steht es in Ihrem garten Liebe Mama! (das wetter führt auf diese erinnerungen) lett é sok violája, szegfűje, vannak é szagos TubaRozsái, bekommen Sie viel Obst sie schreiben mir gar nichts von Ihren Hoffnungen (vielleicht das sie mir kein zu grossen Apetit darauf machen. denn ich werde sie vielleicht noch lange nicht geniessen) Ich esse hier die deliciösten Erdbeeren, Himbeeren und Ribiseln, – die Russischen Bauern geben sich sehr viel mühe sie in Garten zu ziehen, und haben eine merkwürdige geschicklichkeit darin, ich ass sie nie in solcher grösse und Geschmäckfülle, und werde auch
mehrkaum anderswo gelegenheit haben – das pfund kostet ungefähr 7 bis 8 groschen, doch war es in beginn auch 1 fl münze – pfirsichen haben sie auch schon in ihren Buden, kostet aber das stück ein gulden etz: Nun, ich fahre also, und ich werde Finnland zum letzten mahle sehen – der Akademie habe ich wohl noch nicht geschrieben – es kann unterdessen noch mehr reifen in mir auch hoffe unterdessen eine antwort auf meine Briefe von 2 und 25 Juni von Sie zu haben.Wie ich Ihnen den 10en schrieb, so fuhr ich denselben nach Cronstadt es entstand ein Gewitter, die See wurd stürmisch, doch wir kamen glücklich zu orte. Der Kaiser hätte sollen den andern Tag dahin kommen um die Statue Peters des Grossen einzuweihen, man erwartete Ihn bis nachmittag 2 doch er kam nicht – die Statue stand unterdessen schon entschleiert und offen ein gelungenes werk da. Auf einem dreieckigen piedestal das steht der grosse Monarch mit gesenktem Degen, sein blick über den Hafen auf die See gerichtet. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_135_2
Der Ort war mir übrigens der ennujanteste den es unter dem Himmel geben kann Die ganze stadt ist wie ausgelehrt, die bevölkerung die den Winter durch bis auf 33,000 geht ist nun auf den schiffen in der See hat da ihre gebaute wohnungen. Nun ist eben die ganze flotte von 18 linienschiffen, fregatz etz: da auf der Rhede aufgestellt in einer Linie und dies gab ein schönen mahlerischen Anblick. Ich besuchte den Catholischen Priester (er ist aus Pohlen, hat ein Premonstratenser kleidung, und eine Gemeinde von ungefähr 8000 Seelen, meistens Pohlen) bekam zeitungen von Ihm und las sie in sommer garten, in dem etliche mir bekannte officiere eben nicht da waren – Die neuen schönen Kasernen, das Arsenal und die Dogge besonders der Hafen sind doch allenfalls sehenswerth es ist der grösste Hafen den ich gesehen habe, ein sehr eigenthümliches Leben und Treiben dem ich 3 volle stunden mit grössten Genuss zu sehen konnte. – und doch langweilte ich mich die übriege zeit so sehr.
Mit einem Engländer, dem ich in Hafen getroffen, mietheten wir ein kleinen kahn (in dem kein gröserer zu haben war) und fuhren gegen abend nach Oranienbaum. (½ deutsche meile) eine gefahrvolle sehr critische fahrt, die ich nichtmehr thun will, unsere mäntel und alles legten wir zur seite mit dem wir uns nur erleichtern konnten, um in fall dass Boot die wellen umschlagen leichter zu Rettung sind – der himmel war nähmlich sehr wolkenreich die zuweilen sehr häftige windstösse mit sich führten, wass in hafen doch nicht so zu bemerken war – der einzige Mann dem wir mit uns hatten war doch ein sehr rascher Bursche, der uns nach dem wir in die See aus dem Hafen kamen muth einflösste, dass wir nicht wieder zurückkehrten es verschlimmerte sich aber mit jedem Schritt als wir bei Oranienbaum an strand kamen, war ich fast durch und durch nass, und einer eruption von Seekrankheit auf etliche Secunden nahe, die landsteigung rettete mich aber – und der Englander zog auch wieder pflegmatisch seinen rock an.
Oranienbaum ist ein Kaiserliches Lustschloss, die Sommerwohnung des Grosfürsten Michael des Bruder des Kaisers – in dessen nähe wohnte des Engländers schwiegervater und er ladnete mich dahin auf ein glas portwein um alle spuren der krankheit zu vertilgen
Den andern tag machte ich einen spaziergang durch etliche finnische Dörfer und kam abends nach Peterhof. Es rührt noch von Zeiten Peters des grossen her von dem auch selbst in grosser theile des gartens gepflanzt ist nun in neuern zeiten besonders unter Nikolai, da der Hof den grössten theil des sommers hier zubringt und Ihnen eine grosse Menge theils hofleute theils anderer die sich nur glücklich stützen in der nähe des Hofes zu sein folgen – hat sich da eine ganze stadt gebildet, so dass das schloss mit dem ungeheuren Garten
ihndie mitte bildet und die zwei flügel der stadt gegen Petersburg und gegen Oranienbaum sich ausbreiten. – Ich habe einen Brief an Baron v Meisendorff der eine sehr bedeutende Charge bei der Kaiserin soll haben, auch hätte ich den jungen Balugyansky der hier ein Haus hat aufsuchen können MTA_KIK_Kt_Ms_4754_135_3 doch in solchen Aufruhr und bei solchen gelegenheiten kommt man nicht immer gelegen unbekannten, ich zog vor alleine unter dem Volke herum zu wandern und beobachten zu geniesen. Der garten in seiner Anlage hat wenig geschmack verdient aber gesehen zu werden wegen seiner ungeheuren wasserkunst. die jene zu Versailles übertreffen soll. – Hundert und hundert fontainen den ganzen Garten durch mit grösster verschwendung zerstreut waren in gang und schickten ihre belebten lustigen wasser zur feier dem Himmel empor während ungeheure gerüste sie umgaben, die zum folgenden Tag als vorkehrungen zur Ilumination aufgestellt waren. – Vor dem schloss war doppelte musik, auf der Gallerie (oder besser Balkon) eine menge Generalitaten, und hie und da erschien der Grossfürscht, der Thronfolger oder auch selbst der Kaiser, während das volk in seligen gassen versunken durch ganze 3 stunden unermüdet da stand, und mit unabgewandten Auge den gang dieser Russischen Weltsystems mit ihren Planeten und Cometen auf demselben beobachtete und observirte. Ein merkwürdigen Contrast gaben die Tschirkessen und Perser (es gibt hier von beiden eine Garde) Sie sind schwartz, meistens kleine Leute mit langen Leib und kurzen Beinen – in national kleidung – – wie ein malum omen schleihen sie durch die menge her, nicht mit dem Ausdrucke frommer hingebung der menge, – eine verschlossenheit, ein wildes feuer blitzt in ihren Augen, als möchten sie mit jedem augenblick den dolch tzucken; sehr auffallend einem Fremden. – Doch sah ich manchen den andern Tag der Damen an Arm führte – ich blieb stehen und wunderte mich über den Muth eines weibes – doch sie herschte, das sanfte mildere licht dämpfte den wilden Ausdruck und vermochte dem paare ein civilisirtes sociales aussehen zu geben.Abends verlangte man im Gasthause 25 Rubel für ein Bett, ich hatte nicht Lust diesen Tag sosehr in mein Tagebuch zu verherrlichen – und fuhr auf das Land zu dem Schwieger Papa des Engländers, und brachte in folge noch 2 nächte da zu. Eine grosse menge volkes strömte schon den 12 nach Peterhoff, den 13 oder den Russischen 1 Juli hatten wagen und Dampfschiffe kein ende – 20 Dampfschiffe gingen von morgen 4 bis abends 10 zwischen Petersburg und Peterhof etz: – Vormittag war in dem hofe parade wo ausser der Chevalier Garde zu fusse, etliche von jedem Regimente waren – Der Kaiser war in Chevalier Garde Uniform und kommendirte – Er ist ein schöner Mann, das schönste was Russland hat, ein bild wirklicher Majestät. – Darnach war in der Hof Capelle Gottesdienst – bald folgte das Diner: auch ist für 600 personen ein tisch gedekt, wo jeder der sich ein platz findet theil kann haben – Und abends um 10 begann die Ilumination – das wetter war den ganzen Tag durch sehr veränderlich. bald regnete es bald stürmte es. doch der Abend war sehr stille und ruhig, und in dem der himmel bewölkt war, hatte die beleuchtung vollen effekt – Dies ist nicht zu beschreiben – Bei Hofe war auch ball wohin jeder, der wollte eintritt konnte haben – doch geht der Hof nur einmahl durch, in dem er sich hinabbegiebt zu den Linien (lange freie wagen) in denen er den garten durchfahrt um die illumination zu besehen – unter dem gefolge sah ich auch 2 ungarische kleidungen, doch weiss ich nicht wer sie sind. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_135_4 So endigte das Petersburger hofer fest. – Es findet schon seit Peter des grossen zeit monat Juli in Peterhof ein fest statt – doch die ursache der feier war verschieden, – unter Nikolai ist es das Fest zum Geburtstage der Kaiserin. doch ist dies kein Volksfest wie es den Nahmen hat,
sondernes ist ein Hoffest wo das volk sehen kann was der Hof macht – Auch kann ein Fremder nicht so viel entzücken in Peterhof finden, wie es gewöhnlich beschrieben wird, alles ist gross in den Anlagen, aber wenig geschmack. Die Terrasse vor dem Schlosse, die Anlage der Fontainen, der eingang im Garten machen den menschen auf die ersten augenblick mehr böse wie freudig – wenn man sieht, dass leute die mitteln und lust hatten auf der dergleichen so viel zu verwenden und verschwenden, mit so wenig geschmack geboren sind – auch die illumination hätte mit solchen aufwand etwass anderes werden können.den 2en Juli ist Alexandria, eine neue und sehr liebe Gartenanlage der Kaiserin offen, da giebt es allerliebste Parthien. – ich miethete mir nachmittag einen Finnen und fuhr nach dem Lager und von da weiter nach Duderhoff, wo ein finnischer Pastor – den andern Tag (den 15) besuchten wir die finnische Garde im Lager besahen die schönen Gegenden in der Umgebung, und kam abends über Zarskoje Zelo nach hause. – – Die Hofdamen in Petershoff hatte ich gesehen, sind in gold und perlen gekleidet und hässlich, wie die Nacht, ich dankte nicht dem Herren der die güte hatte mir ein platz zu weisen, wo man sie von angesicht zu angesicht sehen konnte. Unter den Kammer Herren und Kammerjunker giebt es genug starke knochen, doch nichts nobles im Gesichte, keine selbstständigkeit im ausdrucke, bedienten sind es, mit ganz charakteristischer gebeugter stellung – sie sind
indoppelt zu beschuldigen in dem sie solch ein schönes exemplar von Anstand und nobless in Ihrem Kaiser haben – Die haltung des gemeinen militairs ist exemplarisch ich habe es bei keinem andern gleich gesehen.Den 16 war ich bei Balugyansky auf Mittag und abends im Concerte der Pyräneischen Sängern aus Bagnères – entrée war 2 rubel silfver (8 floren) hinaus und zurückzufahren in dem es in der Trink Anstalt war kostete auch ein gulden Müntze – Ein Concert oder Theater sind hier sehr theure früchte – in Theather war ich noch nicht; im Zurückkommen besuchte ich den Procureur bei Senat Herrn Kapper ein Schwiegersohn der Balugyánsky. – Montag war ich im Museum der Academie nebst bei ist das Cabinet Peter des Grossen – sind 3 zimmer mit seinen werkzeugen arbeiten modellen etz. geziert, im dritten zimmer sitzt er in Thrön ganz wie Natur, eher stand er auf, kamen fremde und ging ihnen 3 schritte entgegen, nun erlaubt das vielleicht altersschwäche nicht mehr. er ist hoch und slank, bei weitem nicht so corpulent wie er gewöhnlich gemählen ist. – Die Bilder Gallerie in der Eremitage hat eben nicht viel schätze – ein nebenzimmer mit den antiquitäten aus Kertsch ist sehr sehenswerth. Seit Mittwoch ist Balugyansky ihre Tochter gemahlin des obristen Stolpakof – und Balugyanski Ihr sohn, ein Dragon offitzier mit seiner frau (seit 3 monathen verheurathet) hier in der stadt, er ist von mittler grösse, hat eine ganz kurze, tief mit haaren bevaksene Stirn, die Mutter nennt ihm den Bären, seine frau e contraire, sehr blond auserst zart und leiht, ein Zephir; beide fast excentrisch in ihrer Art – sie spricht wunderschön sprachen, sie nahm sich meiner an Hinsicht der Russischen Sprache, ich hatte schon 2 lectionen von Ihr – sie können sich gute Ältern hoffnung machen, dass ich ein sehr schönes Russisches werde sprechen. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_135_5
Das ist ein verkehrtes Leben den Sommer durch hier in Norden – man hat kaum nacht. – Kommt auf dem Lande nicht vor Mitternacht zu bette – wie sollte es hier in der Stadt der fall sein ich kam um 12 Uhr erscht von Balugyansky und schreib bis halb 4 heute früh 7) nun will ich auf die Post. – Über meine Reise durch Estland will ich in den künftigen Brief den ich in 2 wochen Ihnen zu schiecke Berichten – Ich hoffe meinen briefe aus Dorpat haben Sie bekommen. – – dem Russischen konnte ich bis jetz nur kleine zwei Tage noch geben, diese impertinent langen Distanzen geben mir
auchdie ersten wochen noch, wenig hoffnung dazu. – Eine Syrjänische Gramatik kaufte ich mir vor 3 tagen – die sah ich durch erfreuend waren manche übergange in das ungarische durch sie – der Urkern unsrer sprache ist unstreitig finnisch – schade das Sjogren nicht viel, mehr geben kann für die Comparative sprachforschung der finnischen Stämme hat er doch sehr gethan – ich fragte Ihn wegen erlernung Tatarischen sprache, ein gedanke den ich in Helsingfors schon hatte, doch in den kränklichen prosaischen zeiten fallen liess er empfiehl es mir sehr – dessen wichtigkeit wird wohl ein jeder einsehen der in diesen sache nur bischen kenntnisse besitzt – hier scheint es mir sehr gute Aussichten vor hande zu sein – Aus vasa schrieb schrieb ich, nach Constantinopel soll ich fahren um Türkisch (wass dasselbe als Tatarisch ist) zu lehrnen – nun hätte ich schöne Gelegenheit es in Kasan zu thun – ein dritter theil der Einwohner der stadt sind Tataren, es giebt sehr reiche kaufleute unter sie, und in dem sie Mohamedaner sind, leben sie sehr reinlich – eine zeit bei einem zu wohnen würde recht schön sein – Tatarisch mit sie zu sprechen und nach dem Coran zu leben – dass sollte eine schnelle gute schule sein – dann nehme ich bestimmt auch Monatlichs dazu – wir sollen doch nach Ungarn auch einen Orientalisten haben unsere Sprache fordert Ihn, vor allen andern Europäischen sprachen zu haben – Feuer und Lust habe ich zum studieren – man wird mir es wohl nicht versagen. bei Kasan habe ich auch alle Russisch Finnischen Stämme zur Hand, zu meinem Haupt studium zur essentielsten wichtigkeit, ohne sie kann ich mit Finnischer Sprache nichts schlagendes thun, manche Grammatikalische arbeiten könnten das ihre Geburt haben, und sammeln sollte ich alles wass nur zu sammeln und haben ist – ihre Gesänge und Poesien interessieren mich besonders, diese haben auch bei den finnen eine mehr alterthümliche sprache, – wass ich da finden könnte? – bei den Tschuden oder Vaggyalaiset sammelte ich schrieb mir eine ziemliche portion auf – in dem sinn und Inhalt ihrer Gesänge überein stimmen sie ganz mit den finnen – dies sollte wohl auch in manchen jene Volga Finnen thun – eine grosse wichtigkeit heissen diese stämme für die Geschichte auch haben – Jornandes erwähnt schon der Mordvinen und in demselben südlichen Theilen wo sie nun sind. – Auch die vogulen sind mir da ganz ruhe, und kann meinem Bedienten noch zuletzt die Ehre machen ihn in seiner Heimath zu besuchen. Bis anfang Januar hoffe ich geläufig Russisch zu sprechen und lesen. so würde ich nach Kasan, und in ein andern halben Jahr könnte ich da viel thun bis heut auf ein Jahr sollte diess sein. – Pläne ist doch leicht zu machen, so weit in die zukunft detailirt vorgegangen und macht nicht mehr Kopf weh. – MTA_KIK_Kt_Ms_4754_135_6Eine Mordvinische Gramatik die in Deutschland vor etlichen Jahren herausgekommen aus der bibliothek der Academie habe ich sie zum gebrauch ist lies ich mir hieher verschreiben. – einen Auszug einer Russisch geschriebener Tscheremissischen und einer Tschuwassischen bekam ich in Reval zu benutzung. – – Übrigens sagt Madame Balugyansky – sie fühlt sich durch meine Behauptung und Streben gar nicht geschmeichelt – und will mir nicht glauben, wenn ich auch gut demonstriere. Sie schrieben mir von Fehér seiner Thätigkeit, doch nichts von Horváth, und den andern Gelehrten – Horvat vertragt sich wohl auf gleihe art wie vorher mit den Jüngern – die forschungen der jetzigen Jungen gehen durch strenge Kritik vorwärts, wass seinen Träumereien nicht behagen kann – hat er nichts geliefert nach seinen Pacinaciten – schiecken Sie sie mir.
Schöne Aussischten und Gelegenheit habe ich hier für meine Studien kann ich meinen Aufenthalt bis in winter hinein ziehen so schätze ich mich glücklich. – Übrigens sind die Russen daran, einen Reisenden bald überzeugen von dem grosartigen Treiben, und ausgezeichneter gewandheit – die nur in einer solchen stadt als in maastab ihrer wirklichen grösse, so freudig und von so schönen thaten gekrönt hervorgehen können. Ich war kaum drei Tage hier und meine brieftasche war gestohlen – es war mir unglaublich, zehnmahl suschte ich meine kleinsten taschen durch doch suit factum zum glück waren nur 30 rubel papier darin – und ich habe mehr die Adressen und kleine eingebrachte notata zu bedauern. Übrigens ist Petersburg die Theuerste stadt der welt – ich kenne bis jetz nur die preise der Lohnkutser (fiakker) sie kossten heillosen geld.
Doch ich muss schliessen und auf Post eilen – Leben sie recht wohl Liebste Ältern – grüssen Sie Julie und Berta und alle Freunde und Bekannte. Ich küsse Ihnen die Hand und bleibe Ihr liebender
Sohn Toni
Künftige woche schreibe ich an Bonifacius.
Der Academie ihre schieckungen bekomme ich vielleicht bis mitte Juli.