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Reguly Antal levele a szüleinek (Szentpétervár, 1841. július 10.)
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S. Petersburg den 10 Juli 1841
Liebste Ältern!
Ihre Briefe mit jenen der Academie habe ich den 26 vori. Monats bekommen. Kaum kehrte ich von der Post wo ich den Brief an Sie abgab zurück – als ein Bedienter der Österreichischen Ambassade mir meldet, ich hätte Briefe die ich abholen sollte, bei dem Charge d’Affaires. Ich empfing die Briefe mitsammt den Gelden lies mich über die Neva setzen, kam zu Baer, und las bis wir zu Mittag gingen Ihre willkommenen Briefe, und die Aufträge der Academie durch. Ich zeigte Schmidt, der eben auch hier war, die Müntzen und die Unterschrift auf Chattans Befehl – doch er konnte keines erklären – die Inschrift der Münzen hielt er für ein verdorbenes Kufisches. Unter andern war hier auch ein Amtman aus Tromsoe in Finnmarken, in dem er fremde sprachen schwerer spricht, so hatte ich reichliche Gelegenheit den Mittag durch Schwedisch mit ihm zu parliren. Er ist ablegirter von seiten Norwegens wegen den Gränze tractat mit Russland, oder besser, wegen Bestimmungen hinsicht der Migrationen der Lappen.
Abends war ich noch bei Balugyansky und las ihm die Aufträge der Academie vor – es war 2 Uhr nachts als ich von Ihm kam – er war gantz exaltirt nihmt wirklichen Antheil an dem was Ungarn betrift. Den andern Tag reiste er auf das Land, bleibt 2 Monate aus.
Statt zu Adelung nach Pavlovsk zu fahren, fuhren wir mit Baer Sonntag zu Frähn der auf einer der Inseln hier bei der Stadt den Sommer durch wohnt – Ich gab ihm die Münzen und das Mandatum Cattani – Als er Mitwoch zur letzten Sitzung der Akademie zur Stadt kam, sagte er mir Muhamed Ajakontavi prof. der Arabischen sprachen in dem Asiatischen Sprachen-Institum – sei bei Ihm gewesen. Der wollte einen Sinn herausbringen, doch glaube er es sei eine verdorbene schrift, die keinen Sinn kann geben – der gute alte war voll Freuden in dem eben sein sohn aus Constantinopel angekommen war, hatte darum grosse eile, zeigte mir nur das Asiatische museum, und meinte über die müntzen werden wir nächstens wenn ich Ihm wieder besuche, mehr sprechen – doch solche besuche sind hier nicht oft zu repetiren, ich bezahlte für dass erstemahl für eine Calesche mit 2 pferde 4½ rubel silber (nahe 7 fl Conv. Müntze) doch es war einen Sonntag, wo es viel theurer ist, auch brauche ich nicht 2 pferde – es war Baer mit, so wollte ich es nobler thun – die distanz ist 1½ Deutsche meile von meiner wohnung. – Er empfehlt mir das Tatarische ganz ausserordentlich, als unumgänglich nothwendig – und meint ich kann keine vortrefflichere gelegenheit dazu haben als in Kasan, wo auch für alle asiatische Sprachen Professoren sind. Lassen Sie nun sehen, wass die Zeit noch mit mir macht. Er ist ein kleiner Mann, hat ganz weisses Haar – ein gutherziger, ungemein liebenswürdiger Mann, und versteht vortreflich zu perschwadieren. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_134_2
In der rückfahrt von Frähn, hielten wir bei der Sommer wohnung des Hof Bankiers Baron Stieglitz – Baer führte mich ein, es wird mir in folge ein sehr interessantes Haus werden,
Sein Haes ist ein Sammelplatz von gebildeten Leuten aller Classen – man sieht und wird bekannt mit den ersten Leuten des | Staats, alle Ministers haben umgang etz: besonders Graf Cancrin der Finanz Minister ein sehr ofter Gast. Er ist ein lebendiger Alter der sich um alles interessirt – während ich von meinen Lappischen Reisen erzählte, kam einer, der sich neben meiner setzte der unlängst aus Japan angekommen etz. Er kennt auch Georg Eszterhazy der sich nun hier aufhaltet – er soll vor etlichen Tagen da Stieglitz gewesen sein und als gelegentlich die Rede auf die gemischten Ehen kam und Eszterhazy das verfahren der Catholiken missbilligte, wendete Ihm Stieglitz ein, er sei ja doch selbst auch Catholik, Eszterhazy antwortete: zu erscht ist er Ungar, dann Catholik; er hasst solch ein verfahren welches die innere Ruhe seines Vaterlandes gefährdet. – Stieglitz erzählte es mir. und man hat eine schöne Idee von der vaterlands liebe und Patriotismus der ungarn. – – Übrigens ist Eszterhazy sein zweck, dem er hier verfolgt kein schöner er erreicht Ihn aber bald – Ich vergass den Namen der Dame – sie hat 5 kinder Ihr Mann lebt noch – sie erklärte unlängst vor dem Gerichte, diese kinder seien Eszterhazy seine Kinder – er hat sie auch anerkannt – nun steht nahe die scheidung von Ihren Manne vor und dann führt Eszterhazy die alte Braut nach Ungarn – Sie ist schon bejahrt und nicht schön – er soll esmehrden kinder zu lieb thun.Letzten Sonntag fuhr ich auf der Eisenbahn nach Pavlovsk – war bei Adelung auf Mittag, wo auch der Akademiker Koeppen sein Schwiegersohn war Adelung versprach mir den ganzen handschriftlichen Nachlass von Pallas und Backmeister, den er besitzt mir zu hand zu geben, vieles interessantes hoffe ich hinsicht der volga und Permischen Finnen zu treffen – auch ausser dem ein sehr dienstfertiger Mann versprach mir alles mit dem er nur dienen kann. Er ist Direktor des von Alexander errichteten asiatischen Institutes welchens Sammlungen auch in den von der Academie geschickten aufträgen erwähnt werden – es wird mir frei sein alles zu besehen und nachzusuchen darin ob etwass uns Ungarn betrift, doch er giebt mir keine hoffnung das etwass zu finden, in dem alles neu, von antiquitäten hat es gar nichts.
Sonst bin ich den Tag durch zu hause – lese und schreibe, und Abends gehe auf besuch zu Balugyansky oder Schmidt – Baer ist auch weggereist – Bei Balugyansky speise ich sehr häufig, ich bin geladent auf alle Tage, und befinde mich wie zu hause – man speisst um 4 Uhr oder halb 5 und dann bin ich bis 10 bis 12 da. – Ich schreibe heute auch noch dem Alten nach Pskov, er grüsst mich immer in seinen Briefen – wenn er zurück kommt, will er mich Ouvaroff dem Minister der volksaufklärung vorstellen. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_134_3
Graf Armfelt besuchte mich diese Tage, ich war nicht zu hause, er lies ein schwedisches Zeitungsblatt nebst seiner karte hier. Das blatt enthält unter dem Titel: Anton Reguly – eine Biographie dieses Mannes, weit und breit ist seine Reise durch Finnland und Lappland beschrieben – wie auch seiner Thaten aus der wiege aus erwähnt. Wo er seine Schulen gemacht etz: könnten Sie es verstehen, ich würde Ihnen es nach hause schiecken. – Sie schmeicheln viel – noch nie nahm einer solch ein schatz aus ihrem Lande als ich, der ihre Sprache gelernt habe etz:
Heute Abends fahr ich auf Dampfboot nach Cronstadt – morgen soll ein monument, ein stehendes Bild Peter des Grossen eingeweiht werden – von da, lass ich mich nach Oranienbaum übersetzen, und besuche Montag die in der Umgebung wohnenden Finnen, wie sich Ihre Sprache verhällt – Dienstag, dass ist den 9 Juli der Russen, ist dass Grosse Fest in Peterhof, der Geburtstag der Kaiserin – von da fahre ich in das Lager, besuche in dessen Umgebung die schönen renomirten Gegenden, und komme über Zarskoje Zelo nach Petersburg zurück 6 tage ungefähr also auf dem Lande. – Darnach besuche ich noch mahl Frähn, um etwass bestimmtes über die Müntzen zu wissen und so schreibe ich unserer Gelehrten Gesellschaft, nebst der Danksagung, antworte ich gleich auf Ihre aufträge – Ausgenommen jene, die sich auf abschriften und zeichnungen, von monumenten und antiquiteten beziehen so kann ich alle beantworten – (4 puncte von dem ganzen sind also ausgenommen)
Papa fragen ob ich auf die Preisfrage: Quid de Scythis einkomme Das kann ich nicht thun – denn ich habe keine Zeit. – Doch hätte ich auch die Zeit, so würde ich sie auf etwass bestimmteres und besseres verwenden. Dies ist ein Gegenstand, der einem Ältern Gelehrten nur zukommen kann, einem der nach vielen gemachten Studien und geschöpfter Gelehrsamkeit, den vermuthungen sich hin lassen kann. – die alten verstanden darunter keine bestimmte völkerschaft sie gaben den Nahmen der Scythen allen unbekannten Völkern an Pontus und Caspischen See, wenigstens ist es etwas sehr unbestimmtes und vaquum der ganze Nahme. – Bajer und nach Ihm Rask und die meisten neuern Nordischen Forschern halten den Nahmen Scythen und Tschuden (benennung der finnischen völkerschaften) ganz für identisch – nun ist der Nahme Tschud nicht nur bei den Russen bekannt, sondern auch die Lappen haben ihn, die doch keine berührung mit den Russen hatten – auch die Samojeden kennen den nahmen Szirtya – weiter bis in tiefen Siberien ist der Nahme Tschud unter den Tatarischen, Mongolischen Nomaden längs dem Altai überall bekannt – (die Tschuden Gräber) es giebt daraus hier im asiatischen museum schönen gold schmuck der da in den Gräbern gefunden worden ist. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_134_4 Das ist eine weitschweifige Sache, die nicht so bald eine bestimmtheit bekannt und immer den alten schmarn hauen, ist auch keine Sache für ein Jungen menschen. Dieser soll sich überhaupt an etwass bestimmtes halten, Träumen und vermuthen kann er in seinem Alter genug diese alten schriftsteller, sind auch genug verwirren – – darum gefällt mir nun. Sprachforschung am bessten – sie gab der Alten Geschichte eine ganz andere Gestaltung, und seit dem ist Forscher in Alter Geschichte etwass ganz anderes als es eher war – auch nur von Sprachforschung ist weiteres erklären und erhellen derselben zu hoffen. – Kurz ich will sagen, die Zeit muss diesen Gegenstand noch mehr reifen, es ist noch zu früh ihn zu rühren – er braucht noch viele vorstudien.
Schicken Sie mir Jerney seine Abhandlung über die Kubetschen. Er haltet sie für Ungarn. Ein schönes angenehmes raisonnement doch wahr ist es kaum die sprach-proben die man davon hat zeigen etwass ganz anderes – Die Kumaner haltet er auch für Ungarn die Vaterunser proben in dieser Sprache zeigen fast Tatarisches – und es ist bekannt dass Varro ein Bürger in Karczag – der 1770 starb, der letzte gewesen sei der die
sesprache der Kumaner verstand, sie nahmen also die ungarische sprache an – ob davon nicht nun noch etwass unter Kumaner zu erfahren wäre?Fejér seine Arbeit verspricht mir Pöschl bald zu zuschiecken. – Madame Balugyansky bat mich um ein ungarisches Gebetbuch, was mit recht grossen buchstaben gedruckt wäre, in dem sie sehr schwache Augen hat, – Az Isten legtisztább szeretet schenkte sie mir, in dem Ihr das zu klein gedrückt ist – wollte sie Liebe Ältern so gut sein mit eins zu schiecken, auch Hymfi szerelme dazu? Ein Junger Mann mit Nahmen Halbert bei der Polnischen Gesändschaft angestellt, ist sehr häufig bei Balugyansky – er will Ungarisch von mir lernen – es macht mir Freude es thun zu können ich bitte sie darum, wollten sie mir eine Deutsch Ungarische Gramatik auch schiecken auch für meinem Gebrauch das Magyar-Német Zsebszotár – dies alles mit Ambassade zu schiecken würde vielleicht zu viel sein – Heckenast könnte es besorgen nach Leipzig an Voss und von da nach Petersburg an Gräfe.
Aus Korizmits sein brief sehe ich, das Udvardy mein Brief aus Vasa bekommen hat – ich hielt Ihn für verloren in dem weder Udvardy noch sie etwass davon schrieben – Udvardi könnte mir wohl zu schreiben – – was Bonifatzius referirte und diesen letzten Brief würde ich gerne auch lesen obwohl es kann auch so gut wie bleiben – denn ich hoffe nicht so bald nach hause zu kommen – kann ich meine Pläne ausführen so sollen sie es bald erleben, dass ich Ihnen die ersten Ungarn – unsere Geschwister oder vater völker entdecke – Frähn perschwadirt sehr gut, und ich habe viel lust nach Kasan – dann will ich Ihnen Grammatiken und Lexika der Mordviner und Tschuwaschen geben dass sind ein Zweig der Wolga-Finnen die schon vor Jornandes auf denselben plätzen wohnten, wo sie nun gefunden werden – an der Sura.
Das ist ein schmutziger Brief – aber mein Kopf ist sehr heiss und die Zeit wurde mir zu kurz Leben Sie recht wohl, schreiben Sie mir je eher und recht viel. An Gnadigen Abten meine besondere Empfehlung – Küsse die Schwestern und bleibe Ihr
Gehorsamer Toni MTA_KIK_Kt_Ms_4754_134_5
Meine bibliothek die ich in Helsingfors nach lies, wird an wigand nach Leipzig expediert, von da werden Sie sie bei Heckenast finden, mit ende August sind sie vielleicht da.
Sollte dieser Brief auf Kisasszony nap nach Hause kommen, so würde ich Ihnen recht viel vergnügen auf diesen Tag wünschen, und bitten alle Bekannte die da sind zu grüssen. – was macht Lenhardt, was hören Sie von Ihm. Es müsste viel neues zu hause für mich geben, nach einer abwesen|heit von 2 Jahren – wie ist das Museum, wie die Brücke im Pesth. Komme ich zurück, so beantworte ich Korizsmits sein Brief der mir viel freude machte.
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Meine Gesundheit ist nun ganz gut – ich war viel geschwäht, als ich hierher kam – Finnland hätte mich getödtet, würde ich nach ein halbes Jahr da geblieben – darum mache ich auch diese Ausfahrten auf das Land, nun eins nach dem andern, als Cur. – So gehe ich nun ein edler guter Christ wieder nach Finnland! zu reichen die Hand zur versöhnung, – bald werde ich es nicht mehr sehen und niemahls nie.
Sind Eszterhazy in Csetény? Seraphin ist nun gewiss eine Rose in voller Blüthe.
+ Das übrige werde ich hier machen lassen, es kommt vielleicht auf 140 rubel es soll fix werden, und wird mich bestimmt recommendiren – schicken Sie sie mir mit den Büchern, die ich in mein vorigen Brief von 10 Juli, bat – es geht am bessten durch Heckenast an wigand – oder an voss in Leipzig und von diesen an Gräfe in Petersburg. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_134_6
Mit meiner Lappischen kleidung weiss ich nicht wass zu machen sie ist noch in Helsingfors – eine Tschudische Weibertracht bekomme ich nun bald aus Narva, sie ist das eigenthumlichste wass ich in dieser art gesehen – – Berta muss darin mahl auf Maskerader als eine Tschuden Braut. Leben Sie recht wohl Liebste Ältern ich bleibe Ihr Liebender Sohn Toni
Nie wurde mir in kurzen, eine Dame – so theurer – wie Madame Balugyansky, es ist in mir eine hinneigung wie zu einer Mutter – ich sehe sie täglich, wenn auch nur auf etliche Minuten. – Der Alte war mit besonderer aufmerksamkeit gegen meiner, und er wegfuhr, auftruge er seiner Gemahlin – zu suchen Ihr haus mir angenehmst zu machen – es liege Ihm sehr viel an meiner Bekanntschaft – und würde es mit vieler Freude sehen – könnte ich mich zu sein hause gewöhnen. – – Sie ist die sehr angenehmste Dame – ihre Züge sehr national, und zeugen von vieler verblichener schönheit – würde ich vor 25 Jahren hierher gekommen sein. Um Ihre nur um Ihre Gunst hätte ich gefleht – die Zeit bleichte das schwartze Auge, doch nicht vermag sie den Ausdruck zu verwischen etz. Sie hatte 7 kinder – hat 7 lebende töchter wovon 6 verheurathet, und 2 Söhne.
Ich bitte Sie Liebster Papa, schiecken Sie mir – etliche von den neuesten Mode Blättern für Ungarische Kleidung – es gefällt mir nicht, als auftragter der ungarischen Academie, ohne nationaler kleidung zu sein – ich will mir nur eine leichte kleidung machen lassen um komme ich in gelehrte gesellschaften (in 6 wochen ist alles wieder in der Stadt) oder in andere abend unterhaltungen, dass ich doch etwass nationälles an mir habe – eine leichte pantalon mit schnüren und ein Zrinyi von leichter schöner facon, nicht überladner mit schnüre, einfach noble eine Weste – und kleine silbersporne mit knöpfe – diese könnte sie mir vielleicht als ein present aus ungarn schiecken – hier kann ich sie kaum bekommen.