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  • Reguly Antal levele a szüleinek (Dorpat, 1841. június 2.)

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    7)

    Dorpat den 2 Juni 1841

    Liebste Ältern!

    Ihre Briefe von 9 november 1840 mit angeschlossenen 500 fl. Wn. und 12 März 1841, mit zwei Briefen von onkel Pöschl von 5 und 18 Februar, bekam ich den 15 vorigen Monaths von Stockholm, nebst einem schreiben des österreischischen Ministers Grafen woina. Durch versehen – schreibt Er – ist das Dienstpacket in welchen Ihre Briefe eingeschlossen waren in Berlin liegengeblieben und durch ein Missverständniss harrten sie später Ihrer hier in Stockholm. Dies ist die Ursache dass man Briefe aus Ungarn nach 6 Monathe, in Finnland erscht bekommt, ich freuete mich doch dass ich sie doch endlich zur Hand bekam.

    Mögen Sie gute Ältern darum entschuldigen, dass ich Sie unter dieser zeit nicht benachrichtigte; theils hielt mich krankheit zurück, theils die stete erwartung mit jedem Posttage ihre Briefe zu bekommen, es soll nicht mehr geschehen, – gut kann ich den Fehler nicht mehr machen, doch werden Sie in folge alle 2 wochen Nachrichten von mir haben.

    Den 24 Maj kam ich von Helsingfors auf Dampfschiff Storfurst nach Reval und bin seit vorgestern in Dorpat, machte mit den Professoren und Gelehrten bekanntschaft, unterrichte mich über die vorschritte die man in der Esthnischen Sprache (einer verwandten der finnischen) machte, verschaffe mir nöthige bücher und reise übermorgen mit Diligence nach Reval – In der Nähe dieser Stadt in dem Kirchen sprengel Kattila wohnt ein noch ganz unbekanntes finnisches volk, von den Russen Tschuden, auf Ihrer eigenen Sprache Waggyalaiset genannt. Ihre sprache soll viel einfluss von der Russischen gelitten haben, darum vill ich sie nicht unbeachtet lassen – ich untersuche da, so viel mir die kurze Zeit erlauben kann und reise so nach Petersburg, und erwartend Ihre und der Gelehrten Gesellschaft ihre Briefe lehrne ich unterdessen da Russischen.

    Wohl ist diese Reise durch Esthland kostspielig ich würde nach Petersburg um vieles, um sehr vieles billiger durch Finnland gereist sein, doch war mir sehr wichtig die Esthen und in Folge die Waggyalaiset zu besuchen da finnische sprache ist noch in ihrer ganzen vollkommenheit, ihre sprachformen sind unabgekürzt, in voller ursprünglicher üppigkeit – – diess ist nichtder Vorfall mit dem Esthnischen, ihre abgenützten und abgestumpften formen nähern sich zur ungarischen mehr, als die finnische. – und auch weiter in meiner Reise Beschreibung wird es interessant werden, eine zusammenstellung des finnischen und Estnischen volkes zu geben, wie auch weiter der andern finnischen Völker, die ich unter meiner Reise vielleicht gelegenheit kann haben zu finden (und auf solche art werden sich diese Reise unkosten bezahlen) – in solcher [...] der Sprachen, hat man in dem Maas mehr argumente wie man mehr sprachen kennt, darum will ich suchen so viel es möglich ist, mich mit den andern finnischen stämmen bekannt zu machen, und darum schrieb ich noch bis jetzt nichts zu diesem soll ich auch dass ungarische vollständiger kennen, und wenn es möglich wäre auch ihre Dialekte, dass székler, moldauer ungrische etz:

    Gute Ältern wie viel Sorgen und Kummer ich Ihnen schon machte mit diesen Reisen und meinem Stillschweigen. Hätte ich diesen Schritt lieber nicht gethan – dachte ich mir öfters durch diesen Winter – – Solche Reisen sind, wie sie schreiben, wohl nur für vermögende Ich wollte sie mit wenigen durchführen und manche heitere stunde meiner Jugend brachte ihr zu opfer, belastete mich mit Kummer und musste auf eine Zeit meine Gesundheit auch zusetzen. – Doch so ist – von jenen vermögenden fand sich noch niemand, der die Sache mit mindern opfern auch auf sich genommen hätte, und wer weiss wenn sich einer hätte gefunden, wir hätten uns müssen von Ausländern belehren lassen, und die verwandschaft auf uns schrecklich lassen ertragen – MTA_KIK_Kt_Ms_4754_133_2 entschloss mich dazu, ich machte einen schritt, dessgleichen man nur in seiner Jugend machen kann, und denn man darum meiner Jugend verzeihen wird, in dem es doch kein schlechtartiger Jugendstreich ist, und der seine Früchte bringen wird. – Sie sehen ich schreibe nun in ein andern Ton als ich es in Vasa gethan, mein Muth ist herabgestimmt. – Ich war lange krank, ein verbot des studiens dazu, – beraubte die betrübte seele ihres belebenden Elementes das hitzende feuer verkohlte in den vorgeschriebenen Mässigung und Langerweile, und mit kalten blut sah nun auf den gethanen schritt zurück. Ich sage nicht ich bedauere Ihn, gethan zu haben ich habe zu glänzende Resultate daraus, als ihn bedauern zu können. Ich habe die selbe Liebe zur Sache die ich eher hatte, doch die Art die Sache zu behandeln veränderte sich – eher war es Passion, ich trotze gegen die Hindernisse (dass ich nicht geld etz. hatte) ich wollte gewalt mir anthun, die Sache mir erzwingen, zu viel vertrauend auf meine Gesundheit scheuete ich keine Anstrengungen etz: – Nun, hat das sturm laufen ein Ende und gelassener, mit Schonung gehe ich zu werke, nur dass einzige haltend: nulla dies sine linea. Bevor ich nach Ihren Rath Verehrter Besster Vater aus Ihren Brief von 9 Novemb. las, war es mein wille, mein sehnlichster wunsch nach Hause zu kommen, eine anstellung wo suchen und in meinen privat stunden so der Sache nacharbeiten.

    Doch ich will kurz berichten wass meine Geschichte seit 18 October (wenn ich nicht irre war mein letzter Brief von diesen datirt). Ich schrieb Ihnen, dass sich meine Reise nach Lappland verzögere, in dem ich zur sicherern Reise 300 rubel assign von Collan erwarte; Collan erkrankte indess, er konnte mir zuerscht nicht schreiben, und sein späterer brief sagte mir, er könne die Summe mir nicht verschaffen – so schrieb ich an Schilt und bis ich seinen Brief mit Geld bekam war es weinachten. Unter dessen wurde meine Gesundheit sehr schlecht, seit ende November fühlte ich mich schon unwohl, ich fühlte eine Schwäche in ganzen Körper, die mir allen sinn für Leben allen Muth und Lust nahm stand ich morgens auf, so war ich als würde ich von Krankenbette aufgestanden und ich brachte ganze Tage auf der Sofa liegend zu, weder ich noch der Doctor wusste was mir fehlt, und als ich zuletz Mediciniren begann wurde ich nur schlechter – hätte ich positiven schmerz in einen oder andern theil des Körpers gehabt es würde viel leichter zu ertragen gewesen, doch so in halbbetäubung die Tage hinzu [...]en, in fremden Lande sich so selbst überlassen, durch jene langen wintertage – auch die Seele wurde mir krank, und ich eilte nach Helsingfors – ich reiste in 20 grad Kälte, und auf dass neue erkäldigte ich mich nun meinen Kopf (den übrigen Körper [...] in ein Lappisches kleid) – ich kam den 9ten Januar kranker nach Helsingfors [...] erscht gegen ende Februar wieder auf – doch kamen meine üblich [...] wieder und ich zog so herum bis die schönen Tage des Frühlings zu ende April längere C???tionen zu fusse und zu pferde erlaubten. – – Solche 5 Monat anderten meinen sinn, dass reisen wass mir nicht mehr Nutzen, nur schade war, nachdem meine Studien viel langsamer gingen, wurde mir unerträglich. Wie schön mir nun meine Heimath vorkam, wie freudig der Gedanke dahin zu kommen und doch konnte ich nicht reisen – – will man sein vaterland lieber lernen, so soll man so lange reisen. – Mit ende April bekam ich Ihr Schreiben gütige Mutter, ich will nicht sagen was dieser Brief dem verwaisten Sohne war – ich weinte darüber: – ich schreib gleich darnach nach Petersburg an die Ambassade wegen den Briefen des Vaters von 9 November, und erwartete diese, mit andern neuen, die mir die theilnahme der Academie besser erklären sollten – Doch die Antwort von Petersburg war abschlagig, man weisste nicht von meinen Briefen – als ich endlich, als ich eben in begriff war nach Stockholm zuschreiben, sie durch Arvidson davon mir zugeschickt kamen MTA_KIK_Kt_Ms_4754_133_3

    Ich eilte darnach mich zur reise bereiten, meine Sachen zu ordnen und Abschiede zu nehmen, und wollte eher auf weitere pläne oder dergleichen nicht denken bis ich nicht aus Helsingfors väre.

    Als ich aus der Mutter Ihren Brief wusste dass Bonifacius sich meiner annahm, überraschte mich, wass er für mich gewirkt hat, nicht mehr; ich kannte seit jeher seine guten Gesinnungen und willen für mich. – Er wird sich erinnert haben, als ich einst pars bei Ihm referirte und verlangte die Fonts aus denen er die lehre über den Ursprung und herkommen der Ungarn geschöpft hatte, zu bekommen uns zu lesen – er machte mir einen schranken voll folianten auf, und wies mir die langen fontes und meinte, dazu muss ich mir späterhin zeit nehmen, nun ist es noch zu früh. – – – (Auch eines andern erinnere ich mich – als ich als Candidatus Rhetor, aus Soly mit Kastner Koller auf einen mit woll sachen bepakten wagen nach Stuhlweissenburg in die Schule fuhr – da sprachen wir viel über Csoma Körös – und lobte viel den schönen Enthusiasmus und konnte nicht begreifen wie unter den andern Jungen nicht seines gleihen sich finden, – sollte er das alter haben, so sollte er den zug bestimmt thun. – Erinnern Sie Ihn mit vielen Grüssen meinerseits – dieses gespräch er wird es noch nicht vergessen haben.)

    Gott wird mir helfen, er wird sich nicht betrogen in mir haben. – Ich nehme die aufträge, die mir die Gelehrte Gesellschaft geben will mit Dank an, und schrieb an Dr. Schedel schon aus Reval wass ich diesem briefe neben bei lege. Ich werde neb bei, Gelegenheit haben die Russische Sprache eher zu erlehrnen, mit den Russischen Gelehrten bekannter zu werden, und eine grössere bücher kenntniss mir verschaffen, zu der ich zu hause nicht gelegenheit hätte. – Schön würde es sein von hier über Warschau auf eine zeit, den geraden weg nach hause reisen zu können – Ich kann nicht mehr mit den frühern leichten sinn reisen – es sollte mir wohl tun und die besste von allen erholungen mir gewähren, ich stand heute auf dem Toom (Universitäts Berg) und blickte die strecke hinab zu Sie, doch muss ich übermorgen den Blick wenden, nur Ihr Briefe werde ich in Petersburg erwarten – ich werde Ihnen sobald ich da in Ordnung bin, schreiben, auch an Bonifacius danken. B. Ass.

    (Ich weiss nicht wass mir die Academie für ein honorarium wird geben – mit 100 rubel Monatlich kann ich nicht leben in Petersburg) MTA_KIK_Kt_Ms_4754_133_4

    Ich werde nun Gelegenheit haben in diesen forschungen der Academie meine Studien zu zeigen, denn in meinen studien forschungen über die verwandschaft dieser sprachen würde ich gerne noch warten bis ich mehrere sprachen in umfang meiner Comparation nehmen kann und dann etwass schreiben. Ich würde die bekannten finnischen stämme zusammen nehmen den ganzen Geist dieser sprachen aufzufassen, und ihn so in beschreibung geben. Dasselbe thun mit der Ungarischen sprache, dazu ihre Dialektische Abweichungen des Palotzischen, Széklern, Siebenbürger und Moldauer Ungarischen etz. nehmen, und so diese zwei Resultate dann zu vergleichen – (kleinere abhandlungen über den Geist der finnischen oder ungarischen Sprache besitzt man ja schon genug). – Diess würde zuerscht den Geist und die Bildung der Sprache anbetreffen und so dass Lexikalische dernach folgen (es kommt nicht darauf wie viel man schreibt schribler giebt es sehr viele nun, aber wass man schreibt) – Darum will ich nun Russisch zu lehrnen mich beeifern, und dadurch mich über die andern Russischen finnischen stämmen über welche man schon mehreres in Russischer sprache hat, in kenntniss zu sitzen – diess wird nicht so sehr schwer gehen, komme ich nur in Ruhe, dass ich nur für studien lebe, ich werde dann zu hause es fortsetzen können – – Dass die Ungarische Sprache eine Tschudische oder wie man sie nennt finnische sprache sei, ist ohne zweifel, ich werde noch mittelsprachen, die den übergang der finnischen in dass ungarische zeigen, finden, daraus es leichter einem jedem zu begreifen wird sein, schon die estnische sprache nähert sich viel über das finnische zum ungarischen, die finnen im innern Russland soviel ich es schon nun kenne es noch mehr – ich werde darüber an Bonifacius vielleicht mehr schreiben – Leben sie recht wohl Liebe Ältern, zürnen sie nicht meiner dass ich so lange nicht schrieb antworten sie je eher Ihnen.

    Es ist ein seliger Gefühl diesen Brief geschrieben zu haben und zu wissen ihn bald in Ihren händen zu haben – es ist ein und das mich Ihnen wieder nahe bringt – die bis jetz ????????, so alleine gestanden hat, ohne Briefe zu haben an zu schreiben.

    gehorsamen ewig liebenden Sohn

    Toni

    Juli, Berta küsse ich vielmahl – an die Anyos, Prior Török etz: meine Empfehlungen an Abten besonders meinen handkus – er verkannte mich ich werde Ihm schreiben – komme ich nach hause, so wird es mir gut werden?