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Reguly Antal levele a szüleinek (Vasa, 1840. október 29.)
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Vasa den 29 October 1840
Liebste Ältern!
Ich bin noch in Vasa. Ein Schiff aus Helsingfors hat meine kleider am Bord, ich kann nicht reisen bis ich sie nicht habe. Ich wohne nun 6 wochen schon in Vasa, und habe ausser meiner Sommerkleidung, die ich auf der Lappischen Reise hatte – nichts. Als ich von Laukas fuhr, versorgte ich mich nur mit etlichen unterkleider, und 2 beinkleider – Oberkleid nahm ich nur, den grauen Sommerrock, den ich mir auf meine Reise durch Ober Ungarn und Gallitzien machen liess (nun ist er von Sonne und waschen, ganz weiss) und darüber den blauen Mantelkragen – ich wollte das übriege schonen, und ich wollte nicht viel pack, auf die fussreisen, die ich mir viel grösser vorstellte – und liess sie bei Schildt, der sie späterhin nach Hellsingfors expedierte – auch sollte mir dieser Anzug als einem Reisenden genügen. – Als sich meine Umstände und Plane durch mein Lappischen Studium änderten, so schrieb ich den 31 Juli aus Kemi an Collan, er möchte mir alles per Dampfschiff nach Uleaborg senden – aber er reiste ab von Hellsingfors und mein brief blieb unaufgebrochen, und ohne execution – Andere Dampfschiffe kamen nicht mehr, und er gab nun alles an einem Segler der mit Beginn dieses Monats von Helsingfors fuhr, seit 3 wochen warte ich ihn schon aber die contrairen winde lassen Ihm nicht vorwärts. – – wir haben nun wieder schöne Zeit, aber von 19 bis 26 war stürmisches Schnee Gewitter ohne Unterhalt – wir hatten vollkommenen winter, das Eis legte sich, die Jugend lief Schlittschuhe, und alles fuhr auf Schlitten schon – und ich war in meinen weissen Rock unter den leichten Mantel – man hatte viel, in der stadt darüber zu sprechen. – Man hielt es nicht für Armuth, wie es in der wirklichkeit, dass ich mir keine Kleider unterdessen hier machen liess, aber man hielt es für geringschätzung gegen sie, und war beleidigt, und sprach, wie ich höre, ungeschont gegen mir. – Aber es ist mit den wetter auch dass vorüber – und es kommt heraus, es war eine Intrigue von einer Dame, dessen Ehrgeitz (ich weiss nicht auf welche art) ich beleidigt soll haben. – Man ist in Finnland sehr verfroren, man geht hier schon in pelze und wundert sich über mir, ich gehe mit sie spazieren, und sie sehen sie überzeigen sich, dass ich nicht friere – auf diese Art scheint es auch über flüssig zu sein, andere kleider zu haben – (kopasz mentség, sagte Kálmán in weissenburg) – Den 25en hatte man hier Ball, musick rauschte durch mein zimmer, die entzückten mädchen tanzten und hupften längs, und vorbei meine thüre (ich wohne neben Salon) und ich hörte wie Tantalus, und schmachtete und träumte, wie es ist, wenn man auf innern Trieb zum laufen gezwungen sich fühlt, und doch den fuss nicht rühren kann – Die Gouverneurin schickte zu mir, ob ich nicht werde kommen – ich antwortete Nein – und eine Dame sagte darauf – wir wissen nicht, wass wir uns sollen wünschen, bekommt Reguly seine kleider, so reist er weg, und bekommt er sie nicht, so ist zuweilen auch nicht gut – so balancierte ich doch ziemlich gut. – Sollte man meinen Nahmen nicht in ganz Norden schon kennen (als ich nach Sodankylä kam, den Priester besuchte und mein Neahmen sagte – freuete er sich mich bei sich zu sehen, er kannte mein Nahmen aus zeitungen, und interessierte sich viel für mich) – sollte man nicht überall von dem Ungar sprechen, so sollte ich dergleichen bekümmernisse den teufel geben – aber so, beunruhigten mich solch reden doch – da ich auch sonst durch diesen ganzen Aufenthalt in vasa von mehr niedergeschlagenen Gemüth war. – Ich war beängstigt weil ich sehr wenig geld hatte MTA_KIK_Kt_Ms_4754_131_2 nicht mahl mir ein stiefel machen konnte lassen, und Ihre briefe nur in 2 wochen erseht bekam – – unterdessen war das wetter feucht, und Regen ohne Aufenthalt – man hat den Herbst hier eben so, wie bei Uns – ich konnte wenig ausgehen, und ganz alleine in meinen studien tagelange – es ermüdete mich ungeheuer – so kamen ihre Briefe, ich hoffte eine vollere hand, ich wusste nicht wie mir zu helfen – ich schrieb vorher schon an Arvidson, er möchte mir Bücher beistellen aus Kopenhagen und Christhiania, theils in Stockholm mir sie kaufen ihr Conto geht bestimmt auf 120 rubel – und nun – wie diess bezahlen, und dabei die reise nach Lapland, eine strecke von wenigstens 700 Meilen zu machen – – – die Reise zu machen war mein bestimmter wille, ich zweifelte nicht einen Augenblick an der Ausführung – ich sah nur mein Elend, mit dem ich sie machen werde – – Da kam mir der Gedanke von Lande ein Stipendium zu fordern, ich war schon eher entschlossen für diese wissenschaft zu leben – so konnte ich mir nicht besser helfen – – Die erwartung, die hoffnung die furcht und angst ein andermahl wieder, die vielen reflexionen die ich im Briefschreiben bekam etz: verstimmte mich, es drückte mich zuweilen ungeheuer (obwohl sie die Briefe vielleicht, recht muthvoll finden werden – es ist die reaction der äussern drückenden umständen) – dazu diess geplauder und etz und etz: – – Doch bin ich nicht neu
ein diesen stellungen, und ich konnte mir so ziemlich helfen – ich suchte späterhin, als ich mehr bekannt wurde, täglich gesellschaften, und ich fande sie in etlichen häusern recht angenehm – die Männer sind hier sehr ernst, einer erheuternder unterhaltung kaum fähig so bin ich darum immer bei den Damen, die sich dadurch geschmeikhelt fühlen, weil diess ihre männer so fleissig nicht thun – ich bin den ganzen tag durch, in mein zimmer, ernste ermüdende, zuweilen wirklich drückende sachen beschäftiegen mich da, – so kann ich kein geschmack für diese langen ernsten Gesichter haben – ich suche geselschaften, wo ich heuteres gespräch finden kann, wo ich mich selbst mit sonach meinen Sorgen vergessen kann, und so auf den folgenden tag wieder ein bischen restauriere – Damen sind mir darum sehr gut gesinnt – Und Männer müssen mich schätzen, weil sie staunen über meine Finnische und Svedische Sprache, und darüber nicht anders als über ein wander sprechen. – – Ich habe darum nicht so sehr fatale stellung und habe zuweilen sehr fröhliche stunden – wenigstens ist es bei weiten nicht das Elend wass ich in Helsingfors hatte – ich sollte auf dies gar nicht denken – es war eine schreckliche Zeit, – durch jene 4 monathe, zeigte mir mein Leben, contraste, die auffallender nicht sein könnten – – ich hatte nicht ein heller in vermögen, sollte ich entrée haben in ein ball, sollte ich mir handschuche kaufen so musste ich 5 rubel weis lohnen von Collan, – durch die ersten 2 Monathen, bis ich Ihren ersten Brief bekam, hatte ich jene einziege gatya die ich besass, nicht von Leibe, denken Sie sich diese lumpen. Diese unreinen lumpen und doch konnte ich sie nicht wegwerfen, ohne diesen gehen, es war ja so kalt es frierte bis auf 28 grad – und ich musste ausgehen, ich war geladent oder musste sonst visite machen – und ich hatte über mein frack nur den leichten Mantelkragen zu der Zeit wo andere in pelze froren – Dazu hatte ich in meinen studium auch nicht die festigkeit und sicherheit – es war mir unmöglich, in dem ich schon da, bei der Quelle war, daraus für meine Landsleute nicht zu schöpfen so viel es möglich – mein inneres zwang mich dazu – aber meine aussichten waren zweifelhaft MTA_KIK_Kt_Ms_4754_131_3 ich wusste nicht, wass daraus werden soll, ich konnte zuletzt fürchten, mann wird wissbegierde für leichtsinn erklären etz. etz. Nun denken sie sich in meine stelle, in hatte keinen Gedanken, keine Idee, an der ich mich halten hätte können, die mir festigkeit hatte sollen geben – Und nun von allen Freunden entblösst, dem ich mich ganz öffnen hätte können (Collan ist misstrauisch) – der mir muth hätte sollen zu sprechen etz: – So elend war ich für mich in mein Zimmer, in meiner einsamkeit, äusserlich (kleider etz) und innerlich – Und nun trat ich davon heraus, kam unter Fremde Menschen, alles galte und beobachtete den ungarischen Juristen, den ungarischen Herr von der eine Wissenschaftsreise macht, und ganz aus eigenen mitteln, – ein Messias für den Finnen soll sein – – wass konnte ich thun? um allen diesen zu entsprechen um ein bischen Renomee mir und meinen zugehöriegen zu verschaffen – – als verbergen dass getrübte Innere, lächeln und freudevoll jeden begegnen – zeigen den glücklichen Menschen, wie sich alles einbildete, dass ich es muss sein – Die ersten Herschaften alle Grossen der stadt schieckten mir Ihre einladungen zu, sahen mich willkommen zu jeder stunde in ihren Cirkeln – und ich konnte es nicht in Demuth annehmen, frei und fröhlich musste ich immer gebrauch davon zu machen, so konnte ich zeigen dass ich dafür gewachsen bin, dass es mir eine altgewohnte Sache ist solche einladungen – Ich lebte in 2 contrairen welten, eine innere und eine äussere zwischen beiden der himmelgrosse unterschied – es war ein schreckliches Spiel zuweilen (es zerstreuete wohl oft – doch es waren punkte, desperation punkte, wo das verdruckte innere mit doppelter Gewalt ihre genugthuung nahm) – diese vorstellung – ich konnte auch selten geniessen auf diesen grossen auszeichnungen – etwas bittere war in mein gefühl, mein inneres erlaubte nicht – – dass es gut bis Ende gespieltewar, war ein wirklicher Diplomatischer streich – – Diese auszeichnungen machten viel Aufsehen wendeten doppelt alle Augen auf den fremden – Die Gunst der Damen, bei denen ich den Namen „der lebhafte freundliche Ungar” mir erwarb machte mehreren Courtiseuren Eifersucht (man sprach einmahl in der ganzen Stadt schon von Duell), und nun wie willkommen würde es diesen gewesen sein, etliche neuigkeiten aus meinem Cabinet zu haben – den fremden in seiner blösse zu zeigen – ich kann es in schrift nicht erklären, wer weiss verstehen Sie diese Rhapsodie, die ich bis jetzt nun schrieb – – aber um die Decke zu behalten, es brauchte eine Vorsicht – es war wirkliche anstrengung und avocierte mich viel von meinen studien – so ganz von sich selbst, und in sich selbst zu leben – für ein so jungen neugebackenen Weltmenschen war wirklich nicht spass. – aber ich schreibe Ihnen von einer Sache von der ich eben kein Gedanke nicht hatte gehabt etwass zu sagen – ich sprach schon lange nicht in form eines täglichen Gesprächs mit Sie, sie wundern sich darum nicht, dass ich so leicht plauderhaft werde – Ich fürchte, ich werde für die wahre Sache nicht mehr platz haben.Guter Papa! Ich schrieb Ihnen neulich so in der Eile, dass ich nicht weiss, was ich schrieb ich bin beängstigt sie könnten die Sache für minder schätzen, als sie wirklich in werth für mich ist, und vielleicht sie vernachlässigen, oder doch kälter und langsamer betreiben.
Ich gab mein grösstes Kleinod mein künftiges Glück in ganzen ihren Umfange in des Abten und ihre Hand –, ich gab es an Sie, weil ich nicht kann glauben bei andern eine grössere Theilnahme ein fleissigeres Betreiben als bei Sie die mich bis zu den jetzigen Menschen gehoben und ihre Schöpfung in diesen Critischen punkt nicht in unsorge lassen werden.
Ich werde diese wissenschaften nicht mehr lassen – ich will solche zeit und mühe, die ich mir machte, nicht umsonst geopfert haben, ich prüfte mich schon zu hause genug, aber ich trauete nicht zu sagen, – ich hatte Absehen immer, für solche geschäfte für Dienste wo man als eine kleine Triebfeder, in der Colossalen Staatsfabrick sein leben durchhammert, und in sein alten Jahren sagen kann, ich lebte einem andern – ich will frei von solch einer dicktierenden hand, meine arbeit thun, und ich werde schöner und nützlicher mein Leben anwenden können, da, wo ich nach eigener überzeigung, nach Lustarbeite – ich werde für mein vaterland wirken – dass MTA_KIK_Kt_Ms_4754_131_4 soll in bestimmt thun, ich habe kein trägen müssigen Geist, für eine Geliebte Sache vermag ich zu arbeiten – aber doch nicht auf solche art, dass ich 6–8 Jahre, da aus hoffnung lebe, und zuletzt mit meinen grauen Haren einen Consiliär Rang mir verdiene und meine Zeit für eine solche Sache verschwendete – dass hatte ich für zu wenig – ich will in Rang lieber mit weniger zu frieden sein, und mir meine zeit selbst behalten, ich werde mir schönen verdienste damit verschaffen können, und auf eine höhere Art damit wirken – – oder sollte ich mir zu hause armuth nähern – Sehen Sie da werde ich mir ein platz bei Diplomatie erringen wissen – und sagen Sie auch, ich habe viel Ehrgeitz – schlechter soldat der nicht General will werden – Die Geschichte will ich nehmen, sie magistra vitae – sie zeigt mir, wie ich Muth soll haben wie ich handeln soll, viele machten schon aus niedrigen stand einen hohen Sprung – und diess scheint mir der einziege platz zu sein, wo mir möglichkeit zu diesen zu scheint – hier sind auch Geschäfte wenig es ist mehr um routine in der welt zu haben – und so werde ich auch zeit haben meinen lieblings Sachen zu leben – hier zeigt sich mir die meiste Activitet, die grössten Aussichten, die stärksten vorschritte. –
Diess ist meine Lebenstour der ich nachstrebe, die ich folge nund denken sie sich die zwei wege die mich dazu führen können. – Bekomme ich das Stipendium, kann ich durch diese zwei Jahre mir noch bildung in dieser wissenschaft und hülfsmitteln erwärben – so sammle ich mir einen schatz, der Capital ist für meinen lebenslänglichen Forschungen – interessen werden darauf sein, alle arbeiten die ich in diesen Fach geben werde können nehmen Sie, ihren Sohn mit 23 Jahren alt und er hätte solche Erfahrungen, und eine solche bildung, in diesen dem Vaterlande so nahe kommenden interessen – wie sie keiner im Lande hätte und so jung mit so frischen muth sollte ich Ihren hoffnungen nicht entsprechend wirken können? – – und sollte ich mit solchen Kenntnissen und Erfahrungen, mit solchen Renomée, eine wissenschaftliche Reise auf Landes Unterstüzung gemacht zu haben, nicht auch bei Diplomatie leichte annähme, und darnach mit Ansehen verschaffen können (auch durch die vielen grossen Bekanntschaften die ich überall, wo ich reisste, habe) – oder vielleicht auch hause gut und glücklich die Umstände zeigen können. – Das contraire, dass arme loos eines Gelehrten kann mir zu theil werden, komme ich nun nach hause – ich bin noch zu jung um grössere ansprüche zu machen, auch meine kenntnisse würden in der Sache einseitig sein – dies Lappische und Finnische ist mir grund, dass Russische (auch turkische) giebt diesen Modification, und führt zu den unseriegen – die wir ja ein so gemängter Stamm sind darum habe ich in süd Russland die wichtigesten aufschlüsse zu erwarten – aber wie mir zu Lappischen und finnischen nun diese andern kenntnisse zu verschaffen, wie mir nur die bücher zu bekommen, und wie und aus wass unterdessen leben, bis ich mir hier diess studium mit doppelter mühe zueignen soll – – es sind hundert und hundert düstere aussichten, wie sie in vorigen fall, nur muth und Freude mir gehen können – so in diesen niederschlagend.
Und ich habe mich nun so viel geplagt – es ist ja diese Reise, hinsicht meiner Tapferkeit eine ganze Bravour – sollte es nicht billig sein, dass mir dass Land, in ihrer eigenen Sache, die unterstüzung geben soll? – Sollten sich diese kosten nicht bezahlen, sollte ich späterhin mit diesen kenntnissen der verwandten Sprachen, eine Gramaire unserer sprache schreiben (es ist viel dunkel da) – sollte ich mittelst diesen verwandschaften, die eigene Sprache nicht gut durchdringen können – dadurch eine Analyse dieser geben, sollte nicht zuletzt noch eine Geschichte der Sprache möglich sein? – vorschritte aus privat mitteln habe ich genug gemacht – die Ungarn waren ja immer generos – eine refusion sollte ein Flecken in ihren nahmen sein – Hunderte hätten schon die rückreise nach Hause gethan – und hätten den Narren machen einem andern gelassen – doch ich bin für die Sache zu viel interessiert, ich will mir eine Lebensbahn darauf machen – – dass mir nicht so leicht ist eine angefangene arbeit zu lassen, und den leichtsonnigen Ritt nach hause machen. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_131_5
Ich schrieb Ihnen wohl immer nur gutes und fröhliches in meinen Briefen, denn ich wusste Sie sind viel besorgt nach meiner, ich wollte Ihnen muth zusprechen – ich öffnete darum mein Inneres nicht, ich schrieb von Äusserlichen (schein trügt aber) – Ausser wissenschaftlichen Interessen, hatte ich in dieser Reise sehr wenig genuss – und ich würde mich recht gestraft haben, sollte ich diesen letzteren hier suchen – zerstörte Oekonomie, innere verhältnisse mengen überall dass gift, wo auch etwass zu geniessen wäre. – Die entfernung von Sie ! und diese kleine reisesumme. in einem solchen Lande, wo man so sehr beobachtet ist wo jede Bewegung, jeder schritt nicht unbekannt kann bleiben – ich opferte viel meiner wissbegierde – – sollte ich noch eine ordentliche Garderobe haben, so sollte es doch zugehen – hat man wenig geld, man lebt darnach, man kann sich einschränken und man erhaltet in äusserlichen doch sein Ansehen – aber so wie ich gestellt bin, ich sollte öfters Gott um erbarmen rufen und nun etliche Rubel in der tasche, – man fühlt sich so beängstigt, so unsicher, man ist ja ganz unter fremde menschen, sollte einem etwass zustosen in welche verlegenheit sollte man kommen – – ja hunderte tausende hätten die Sache dem Teufel gegeben – – Und nun wass soll ich mir in Russland hoffen wo wirklich nur kleider den Menschen machen – es würde viel süsser sein zu hause bleiben sollten nicht andere Interessen, speculation auf die besseren kommenden zeiten tzwingen dazu – Ich will kein zimmergelehrter sein, geht innere bildung mit äusserer in gleichen schritt – da ist wahre Bildung gewonnen – nach diesen hat auch eine Reise ihre vortheile – in jeder stadt wo ich länger weile, will ich kennen ihre Interessanten Menschen, ihre Gelehrten etz. solche persönliche bekanntschaft mit gegenseitiger aufmunterung ist ja der grösste Sporn in solchen forschungen, daher auch der grosse Schwung der Wissenschaften in diesen letzteren Zeiten – etz: etz. Ich kann Ihnen nicht systematisch schreiben, komme ich in diese Gedanken dass resultat ist dass Armuth wohl der schlimmste studien Patron ist, sie macht Zerstreut confuss, den Kopf untauglich, zu einem Danaidenfass. Ich musste manche schöne vortheile für meine Bildung und Studium wegen dieser lieben Gastin vernachlässiegen, um diese scheusliche blösse nicht zu zeigen – Denken Sie, ich hatte diess Jahr 1840 nur die 3/4 jener Summe, die ich dass letzte Schuljahr 1838/1839 bis zu den ferien hatte – ich führte da mein aufgabenbuch so, wie nun, es zeigt es mir – und ich bin nun doch auf Reise dass ganze Jahr gewesen. – Machen Sie dass dies Elend ein ende hat alle umstände sprechen für gewinnung dieses stipendiums – sie erringen es gewiss wenn sie es fest persequieren – sind es auch schlechte aussichten zuerscht, man kann sie ändern – durch ein unermüdetes Betreiben haben Sie bestimmt den Sieg für mich mir. – Ich habe den Herrn Abten gebeten, bitten Sie Ihn wieder um Beistand, er wird viel thun können – ich bin so beängstigt dafür es kann vielleicht doch nur bagatell sein, es auszustreiten – in letzten Fall – sollte es ja den Abten nicht schwer sein, etliche Vaterlands freunde (Merits etz) dazu bereden, mit einem Zusammenschuss von etlichen solchen Personen könnte ja die ganze reise bestritten sein – man resolvirt ja, man schänkt an Museum etz: macht verschiedene offern dem Vaterlande – sollte diese nicht auch dem Vaterlande geweicht sein, sollte es nicht noch edlerer sein – Die welt erkannte es immer dankbar, solche edle opfern für wissenschaften – Ungarn sah noch nicht dergleichen, aber die nachwelt sollte preisen diese zeit, sollte sie als Epoche stellen – in dem sie in der zukunft der gleichen wohl zuerwarten hat. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_131_6
In den armen Schweden, und Dänemark, sind ausser den vielen Königlichen unterstüzungen, auch dergleichen nicht seltenheit (ich will nich von den stolzen Russland sprechen) – es sollte wohl auch die zeit bei Uns kommen – Gegen einem Sohn (in Calcutta) handelte Ungarn schon stiefmütterlich – es wurde beschämt durch England – – sollte sie auch nun zum zweitenmahle nicht solche beschämung leiden, – doch wollte sie die Schande zum zweitenmahle verdienen? – Ich sollte alle Monathe Berichte geben, wo ich bin, wass ich beschäftigung habe, wass ich erfahren wass ich weiter zu thun denke etz. – –
4)
Ich schrieb voriege woche an Collan (ich konnte mir nicht helfen besser) er möchte mir 300 rubel auf Interessen, wo verschaffen, und ausserdem die Summe an Arvidsson für die Bücher bezahlen – ich bekomme seine Antwort, mit dem gelde heute eine woche und reise ungefähr 8 oder 10 November von hier – so werde ich 400 rubel (wenigstens) schulden haben, komme ich nach Helsingfors zurück – thun sie gute Ältern, bitten sie den H. Abten, dass ich nur mit Ehren von Finnland abziehen kann – dass ich diese schulden bezahlen kann und ausserdem mir kleider machen lassen kann – meine Garderobe besteht aus einem Frack (in ungarn noch gemacht) und einem Fris rock – beide bekomme ich nun mit dem Schiffe – sie sind schon ziemlich alt, sie werden vernichtet sein komme ich von Lapland zurück, ich muss mich in Hellsingfors, von kopf bis zum fuss equipieren, ich brauche doch 2 ganze Kleidungen (hier ist es viel billiger auch zu machen als in Russland) dazu weisse wäsche, mehrere bücher, hundert andere kleinigkeiten – auch einen mantel etz: – ich will es noch mahl sagen, nur diese Garderobe, dass ich sie gut habe, sie ist die erste recomendation einem Reisenden, fremde sind ohne diesen nicht gewogen für gefalligkeit, und auszeichnung gegen einem, in jeder kleinigkeit zeigt sich die wirkung davon – diese interessanten Bekanntschaften, die man mit grossen Männern von Nahmen überall thun kann, und die mir überall vortheilhaft ausgefallen sind, können nicht ohne diesen gemacht sein – jeder gelehrte fordert es ja auch, dass man vor seine thüre in ein guten Rock komme – (ich werde von Hellsingfors, mehrere sehr wichtiege Empfehlungsbriefe haben nach
HelsiPetersburg – sie werden mich in etlichen der ersten Häusern einfahren) – so will ich mich hier mit kleider versorgen, dass ich durch die 2 Jahre damit genug habe – der mangel davon, machte mir sehr viel verdruss schon, ich schreibe darum so scrupulös davon. 500 rubel sollte ich auf equipierung haben – – ich hoffe ich bekomme ja dass stipendium, ich advociere schon so viel dabei – so kann ich auch diese Summe auf diese Sache bekommen – die 400 rubel schulden dazu, und so brauche ich nur Reisegeld nach Petersburg, und für bekostung durch diese 2 oder 3 wochen die ich in Helsingfors bleibe –Gott gabe Glück in der Ausführung. – Ich bleibe an Gute Ältern Ihr gehorsamer liebender Sohn
Toni
Ich küsse die Schwestern – an Abten auch mein handkuss – An die Ányos, Herr Prior, Török viel empfehlungen – – an die mädchen recht lustigen fasching – ich werde die schönen Lappinen courtisieren um ersatz für einem Carnevall zu haben –
Den 2 November fahre ich auf dass Land um etliche Lappengräber (hunnengräber) zu untersuchen man hat sehr viele hier in Finnland – ich sah sie in Ungarn, und auf Insel Rügen in ungeheurer menge. – dieser brief geht noch heute mit post ab.