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  • Reguly Antal levele a szüleinek (Vasa, 1840. október 3.)

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    5)

    Vasa den 3 October 1840.

    Theure Ältern!

    Ich endigte nun mein Brief an Herr Abten – excusieren Sie mich bei Ihm dass ich nicht reiner schrieb – mit dieser Post sollen diese Briefe abgehen – es ist mir nicht möglich besser zu thun. – Sie werden von Ihm hören wass ich den Sommer gethan und erfahren, wass ich jetz studiere, wie ich den winter reise und wass meine Pläne weiterhin etz.

    Wass glauben Sie? Sollte es schwer sein ein Stipendium von Lande zu bekommen? Ich habe so vieles wass für meine Sache spricht, dass ich nicht viel fürchten soll, der Versuch misslingt – Der Herr Abt wird auf mein schreiben an Ihm sehen von welchen Gewicht ein solch Stipendium für mein Leben ist – er wird thun, um die sache durchzuführen – Sie werden Guter Vater auch nicht vernachlässigen wass zum vortheil der sache dienen sollte – Zeit haben Sie nicht viel dazu, in dem ich mit ende Februar oder anfangs März, bestimmt in Hellsingfors bin, und also zu der Zeit, die hülfe schon brauchen würde – – doch ist unter 2 Monathe viel zu thun möglich – Consultieren Sie mit den Herrn Abten, auf welchen weg wurde es am würdigsten an besten dies Stipendium zu bekommen – Der Herr Abt hat bei Consilium viel gute Freunde, oder sollte man es bei etlichen Comitaten vorbringen – ein zusammenschuss würde hier vielleicht noch geschwinder gehen – – sollte es auch bis Februar nicht möglich sein, sie könnten mich ja bis dahin provisorisch mit einer andern Summe versorgen, und dann aus den bewilligten einen abzug machen – – – – Schonen sie nicht eine Reise vielleicht nach Pesth oder andern Ort, wenn nur der Anfang kräftig gemacht wird, es sollte weiter nicht schwer gehen informieren Sie Guter Vater recht für meine Sache – Das Land muss wohl etwass von meinen Plänen und Hoffnungen zu sehen bekommen – ich habe nichts weiteres – als lassen Sie den brief an Abten vielleicht in die Zeitung setzen – mutieren sie nichts nur Orthographie ist zu corriegieren dass es Deutsch geschrieben ist, sollte nichts hindern, es war meine Sprache auf welcher meine grund bildung bekam, erwarb, man folgt ein gewissen plan in seiner bildung in den studien und so war die Zeit noch nicht gekommen um, diesen mehr zeit widmen zu können – eine übersetzung sollte darum nicht nothwendig sein – ich habe keine solche Copia verborum, um mich besser in Ungarischen, als in Deutschen auszudrücken – Hier bekam ich in Finnland eine Gramaire von Töpler, eine andere von Mailath, ich habe sie mit mir – ich brauche sie zuweilen wegen Comparation, wegen den Grammatikalischen bau der Sprache, doch nicht habe ich für weiteres Zeit – Ich schrieb an Abten nur als privat, doch kann er in Zeitung gesetz werden – sie müssen es auf jeden fall thun – ich dachte die Sache gut durch, ich prüfte mich genug – ich habe nicht übereiltes geschrieben – weil ich eine Confession an Abten schon machte so will ich hier an Sie die andere thun: Ich hätte von Stockholm nach Hamburg zurück kommen, mitteln waren mir dazu angetragen – aber ich wollte, ich konnte kein rückschritt thun – ich wollte lieber leiden, ich hoffte mir hier ein leben zu bereiten – ich sollte mir eine Bahn selbst öffnen – ich hasste solch gewöhnliches Leben wass mir zu hause hätte sollen zu theil werden – – – durchführen Sie nun diese letzte bitte – so will ich getrost in meine Zukunft sehen – ich weiss ich werde es mit meinen Studien thun dass es mir nicht mehr bange werde. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_130_2

    Sie werden es nicht für Schlauheit, oder gar falschheit nehmen, mit der ich meine plane meine handlungsgründe, verschwieg – nur in stillen handelte – wie? Wass wäre mir zu thun gewesen? Sie sehen nur, dass mir Muth zu Unternehmungen nicht fehlt – dass will ich auch in mein weiteren Leben bezeigen – Soll ich zur Diplomatie z. b. kommen. – Hatte ich z. b. nach hause sollen kommen, da quasi provisorisch, bis dass glück ihr wunder thun wollte – advocieren – – ich fürchtete die selbe erfahrung die viele hunderte andere schon machten, dass sie nur zuletzt bemerkten, die Zeit ist schon zu spät. – – Ich wollte mir selbst Glück schmieden nun vertraue ich an Sie (zwei) mein Werk (wass von Ihren Capitalien ausgeführt ist) – schaffen Sie mir nun ein Leben, es kann recht schon ausfallen – eine lange reihe Jahre stehen mir noch zu gebot – ich würde sie gut, zum vortheil des Ungarns benutzen. – Dieser schon soll eine Epoche für mich machen – Zu hause waren dass so trockene Aussichten – ich bin Arm – ich konnte nicht anders thun. –

    Die Universität zu Hellsingforss, hat einen fond, wo jährlich, ein studierender der sich dazu geschikt zeigt, auf reisen geschickt wird – er bekommt 300 rubel banco – (ein rubel etwass mehr als fl. wiener) dies giebt eine Universität – ich sollte hoffen – bestimmt mir dass Land etwass ich sollte auch so viel bekommen können (eine Arme Hellsingforges Universität) auch ein Comitat könnte ja meine reise unterhalten – – Alle wissenschaftliche Reisen wenigstens die hier geschehen, sind auf Regierungs Unkosten – nun reisen dass zweite Jahr schon etliche jung Leute in Russischen Lapland aus kosten der Wissenschafts Academie in Petersburg – ich könnte eine menge beispiele sagen etz.

    Ich werde an Udvardi diese tage schreiben – sprechen Sie ihn auch Lieber Vater, wie auch Rába und andere, diese könnten unter den jungen leuten meine Sache bekannt machen noch mehr, auf meine seite andere persuadieren – sollte es z. b. an Comitat kommen auf ein zusammenschuss, sollte Raba bestimmt generös sein etz.

    Übrigens auf Horvat Reseda etz. wäre nicht viel zu bauen – – Aber Marits wieder etz:

    Mit Török sollten Sie mein brief corigieren, und dann in Társalkodó z. b: drücken, ein Deutscher brief könnte ja auch in Ungarischer zeitung stehen – oder Sie könnten consultieren in Pesth mit andere, sollte es nicht gut für die Sache perschwadieren, wie es wahrscheinlich ist so könnte ihn da gleich Helmetzi, oder wer zum nächst Papa werden es am besten wissen, mit hübschen Ungarischen stil übersetzen – Ich bitte auf jeden fall in ungarischer Sprache, es wird besser sein – mein brief ist sehr rhapsodisch, weil ich sehr wenig zeit habe – ich schreibe meinen gedankensgang – ich habe nicht zeit, um bevor zu überlegen – – – auf jeden fall in Ungarischer Sprache. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_130_3

    Verzeihen Gute Ältern dass ich Ihnen so kurz schreibe – die Zeit lasst es nicht zu – Ich bekam mit Ihren brief, auch die Summe von 150 fl. M. in 300 rubel banco Assignation – es väre gut dass Schertz gefragt würde, wie würde er in welchen preis ein rubel in floren schein annehmen, nach meiner Rechnung macht ein flor schein = 99 kopek (ein rubel = 100 kopek) – 375 flor: auf solche art ein viel grosere summe – als 300 rubel – – die vorletze summe 300 fl: Münze – bekam ich auch nur in 600 rubel banco. – – Ob in dieser umväxlung des florens in Hamburger banco, von da wieder in Silber rubel, nicht zu viel verloren geht – ob nicht gerade, floren in rubel kommen könnte – – Betrug ist auf keinen fall in der Sache – – auch bin ich ruhig, wenn papa es nicht fragen in so kleinen Summen werden sie kein gewinn suchen.

    Gute Mutter sie sind wegen meiner Gesundheit viel besorgt – kranken schreibt man ja zuweilen reisen vor, wie sollte ich nicht gesund bleiben eine reise ist quasi ein privilegium gegen krankheiten – ich bin darum doch mit vieler Acht darauf – In Lapland kann mir unter aufsicht der Frau Stockfleth auch nicht geschehen. –

    An Julie schicke ich ein Billett von einem Sveden – seine freundschaft ist mir meine schönste erinnerung von meiner ganzen Reise – gleich und gleich gesellt sich gerne, ich habe nie jemanden gekannt mit dem ich so gleich gefühlt und gedacht hätte, als Ihm – wir wurden auf den Dampfschiffe als ich von Uppsala nach Stockholm zurückkehrte bekannt, es endigte eben seine Studien an der Universität in Upsala, und kam nach Stockholm zu wohnen, wir waren sehr viel zusammen – als ich abreisen sollte, schrieb er mir diess papier, doch blieb ich noch bis 6 November und wir trafen uns noch. – – Er ist kein guter Deutscher, es wird sie vielleicht unterhalten zu lesen. – Helsang (gruss) ist Svedisch – dass er der Schwester solch ein schmeichelndes beivort gab, hatte ich ihm keine gelegenheit gegeben – es ist nur seine phantasie – er weiss ich habe eine grosse  und eine kleine schwester – so lange einbildung einsam ist, sucht sie lieber vollkommenheiten – – Die Blumen sind von Karessuando, sind Lappisches gewächs – von der höchstens polar stelle auf der ich war – die Vergissmeinnicht bekam ich von der schönen Pastorin in Muonioniska. MTA_KIK_Kt_Ms_4754_130_4

    Sie sind vielleicht überrascht durch diese Lebenswahl – Ich hatte mich noch für nichts entschlossen gehabt – es ist nur meine erste wahl – – Sollte der Herr  Abt vielleicht angeneigt sein meine Sache zu befördern – – in diesen letzten augenblick bangt es mich – doch wird er es nicht thun – ein leben den wissenschaften zu weihen, thut nicht jeder gewöhnlicher Mensch – ich fühle beruf dazu weil ich weiteres nicht thun kann – Könnte er nicht hoffen aus meinen studien resultate – – Schonen Sie nicht mühe – Sie können es in wirklichkeit bringen –

    Ich bleibe ihr liebender Sohn Toni